Hardware-Bericht von A.Schlicht (mail) | 24. Juli 2002
Nun ist der erste 1st Party kabellose Controller in den USA und Japan erhältlich.
Genau zwei Wochen nach dem Launch in den zwei Regionen ist nun der Controller auch
bei uns in der Redaktion eingetroffen (vielen Dank dafür an das Team von Importfun.de),
und wurde sofort einem Check unterzogen. Kann er die Erwartungen halten, oder ist die
Technik doch noch nicht so ausgereift, lest ihr hier.
Der erste Kritikpunkt kam schon, als ich nur die Verpackung sah,
es handelte sich dabei um die "beliebte" Vakuumverpackung.
Diese Art von Verpackung setzt Nintendo auch für ihre normalen
Contoller in den USA ein, in Japan und Europa werden Pappkartons benutzt.
Sicherlich sehen die Vakuumverpackungen im Regal besser aus, da man sofort
sieht und auch anfassen kann, was man sich dann kauft. Doch der Spaß beginnt dann
beim Auspacken zu Hause. Als ich das dann auch endlich geschafft hatte (4 Min. mit Gewalt) bot
sich mir folgender Packungsinhalt:
- 1 Wavebird Controller
- 1 Wavebird Reciver
- 2 Alkaline R6 1,5V Batterien
- 1 Bedienungsanleitung

Hier geht's zum exklusiven Wavebird-Video von Andreas (knapp 35 MB)

Als erstes und wohl auch am wichtigesten ist das Gefühl,
wie der Controller in der Hand liegt. Hierdran gibt es, auch
wenn es auch den Bilder aussieht nichts dran aus zusetzten,
denn der Wavebird basiert völlig auf dem normalen Contoller mit
Kabel von Nintendo. Alle Button und Sticks sind gleich und am,
selben Ort angebracht, wer den normalen Controller kennt, wird
sich hier gleich beheimatet fühlen. Es gab eigentlich ja auch kein
Grund für Nintendo dies Anordnung oder Ergonomie zu verändern.
Einizige Veränderungen sind die Fraben bei den Y- und R Buttons rechts,
den L- und R-Triggern und des linken Analog-Sticks und Digi-Pad links,
allerdings unterscheiden diese sich nur in der Farbe. So sind diese auf
dem normalen Controller in Grau gehalten, da jedoch der Wavebird selbst
Grau ist, hat man sich entschlossen, diese nun in Weiß zu fertigen. Damit
heben diese sich nur wieder gut sichbar ab. Die Farbänderung von Silber nach
Grau empfinde ich nicht sehr gut, das Silber doch symbolisiert, dass es etwas
besonderes ist und das ist der Wavebird mit Sicherheit.
Doch durch die kabellose Übertragung muss natürlich auch noch einiges hinzu
kommen, und das sind neben zwei weiteren Schrauben auch Buttons und Platz
für den Sender. Und so gibt es keinen Freiraum mehr zwischen dem Digi-Pad
und dem C-Stick, und auch unterhalb dessen sind noch gut 1 cm mehr dazugekommen,
auf dem sich demonstrativ der Schriftzug "WAVEBIRD" eingraviert nieder gelassen hat.
Dieses mehr stört allerdings auch nicht beim Zocken, da die Hände sich um die beiden
"Hörner" links und Rechts krallen und auch beim normalen Contoller nie in der Mitte
waren. Deswegen auch auch Nintendo die gesamte Sendetechnologie in die Mitte nach unten
gebaut, dort stört sie keinen, und liefert zudem einen sehr guten Schwerpunkt in der Mitte,
durch den der Controller noch ein wenig besser in der Hand liegt (mag aber auch für jeden anders wirken).
In dem schon angesprochenen ehemaligen Freiraum zwischen dem Digi-Pad und dem C-Stick,
findet sich nun der Ein/Aus-Schieber und die Kontollleuchte. Auf der Unterseite des
"Vorbaus" findet man ein graues Drehrad, mit dem man die vers. Kanäle einstellen kann.

Insgesmat stehen einem 16 Kanäle zu Verfügung, damit gibt es keine Probleme, selbst wenn vier
Wavebird's angeschlossen sind. Auch für vielleicht später kommende LAN-Party's stehen dann
noch ein paar Kanäle offen. Betriebt man mehrere Controller sollte man aber dennoch lieber ein bis zwei
Kanäle auslassen, um sicher zu sein, dass ein Gegner auf einmal seine eigene Figur steuert.
Der Powerschieber ist auch recht wichtig, denn so sollte man den Wavebird besser aussschalten,
wenn er nicht benutzt wird, um so Strom zu sparen. Nintendo selbst verspricht eine Lebensdauer von
100 Stunden pro Batteriesatz, bei normaler Spielebeanspruchung. Ob dies gehalten werden kann ich bisher
noch nicht sagen, da ich bisher soviel noch nicht spielen konnte (wird aber nachgereicht). Bei der
Kontrollleuchte ist dann aber auch schon der nächste Kritikpunkt zu finden. So kann sie nur in einer
Farbe leuchten, und damit nur dem Spieler anzeigen, ob der Wavebird eingeschaltet ist oder nicht.
Sie gibt leider keine Auskunft über die Kapazität der eingelegten Batterien, wie beim GBA. Dies
wird sicherlich noch zu ein paar entsetzen Gesichtern führen, wenn sie im Spiel mit einmal keine
Kontrolle mehr haben. Auf die Rückseite des Wavebirds werden in der Mitte die beiden Batterien eingesetzt.
Man kann jede normalen AA 1,5V Batterien benutzen, also auch Akkus, die man dann wieder in einem Ladegerät
wieder "betriebsbereit" machen kann, um so Kosten für neue Batterien zu sparen.
Nun zum Mitspieler des Wavebird's, dem Reciver. Der Reciever ist 6 cm hoch, 2,7 cm breit und 3 cm tief. Auf
der Oberseite ist wieder eine Kontolleuchte angebracht, die aber im Gegensatz zum Wavebird, grün leuchtet.
Sie leuchtet aber auch nur, wenn etwas empfangen wird. Geht man am Reciever auf der Vorderseite weiter nach unten,
findet man in der Mitte den Schriftzug "NINTENDO GAMECUBE", doch viel wichtiger ist die der untere Part
des Recievers. Hier findet man wie auch beim Wavebird selbst ein Drehrad, um die Kanäle zu bestimmen.
Das Drehrad des Recievers gleich ist, werde ich es hier einwenig genauer beschreiben.
Einziger Unterschied ist aber allerdings auch hier wieder die Farbe, so ist das Drehrad
am Reciever in Schwarz gehalten, aberdie Zahlen für die 16 Kanäle sind auch hier nur eingestanzt.
Durch die einfachen Einstanzungen, sind die Zahlen unter etwas schlechtem Licht schwer zu erkennen.
Das Drehen am Rad hat einen leichten Widerstand, um so zu verhinder, dass die Kanäle schnell mal
umgeschaltet werden, und so rastet jeder Kanal ein wenig ein. Auch der Reciever an sich ist in
Grau gehalten. Die Rückseite allerdings in schwarz, die Rückseite ist im übrigen so gewölbt,
dass sie sich genau der Wölbung am Controllerport anpasst. Dadurch ist die Vorderseite ist
gerade, und der Reciever hat mehr Halt.

Hier geht's zur exklusiven Wavebird-Bildergalerie von Andreas (High-Res 1024x768)

Da ihr euch nun den Wavebird ein wenig besser vorstellen könnt, geht es nun um
das Spielgefühl mit dem Controller. Als erstes ist es was völlig anderes, wenn man
kein Kabel mehr hat. Auch ich hatte vorher mir schon Cotroller-Verlängerungen geholt,
also keine Probleme mehr mit der Länge, aber dennoch stört ein Kabel immer!
Man kann sich freibewegen, sich anderes/woanders hinsetzten ohne sich um was
Gedanken zu machen. Die Reaktionszeiten, also die Zeit bis der Befehl vom Controller
zum GCN kommt, sind genauso schnell wie beim normalen Contoller. Dadurch hat man wegen
dem nicht vorhanden Kabel Nachteile gegenüber Leuten mit einem normalen Controller.
Auch wenn sich alles bisher im großen und ganzen recht positiv anhört gibt es aber
auch einen großen Nachteil. Der Wavebird selbst kann nur senden, und der Reciever nur
empfangen. Dadurch ergibt sich ein einseitige Kommunikationsweg vom Controller zum GCN.
Und so fehlt die Rumble-Funktion des Contollers, da er ja nichts empfangen kann.
Nintendo hat nach eigenen Angaben es extra so konstruiert, um Strom der Batterien zu
sparen und so eine Lange Stand-by Zeit zu erreichen (100 Stunden).
Allerdings ist genauso Kostenreduzierung ein möglicher Grund, denn
mit einer Ladestation und Lithium-Ionen Akkus (kein Memory-Effekt),
hätte man diesem Probelem leicht aus dem Weg gehen können.
Die Rumble-Funktion ist in dieser Zeit schon ein bedeutens Feature
in jedem Spiel, denn so kann der Spiel noch mehr Feedback vom Spiel bekommen,
sich mehr ins Spiel hineinversetzen, auf Sachen hingewiesen werden, ... Nach einiger Zeit
(2-3 Stunden) fällt dies aber auch nicht mehr auf, denn durch dieses
"freiere" Spielen kommt ein völlig anderes Gefühl auf und vieles spielt
sich auch nur noch bei uns im Kopf selbst ab. Wünschenswert wäre es aber allenfalls gewesen.

Der Wavebird nutzt keine Infarotstrahlen als Übertragung, wie bei den bisherigen
kabellosen Contollern, sondern die Radiowellen. Als Frequenz wird 900Mhz benutzt.
Diese Frequenz wird auch beim D Netz hier in Deutschland benutzt (ob das Auswirkungen
hat, testen wir noch, Nachtrag folgt). In den USA und Japan sind 1900Mhz Standard, somit
kommt es dort zu keinen Problemen. Die Funkübertragung hat auch erhebliche Vorteile, denn
so benötigt man keinen direkten Sichtkontakt zwischen dem Controller und dem Reviever, wie
bei der Infarotübertragung. Auch könnte man, wenn man will, was aber ansich unsinnig wäre,
in einem völlig anderem Zimmer zocken, auch wenn der GCN ein bis zwei Wände weit weg steht.
Nintendo gibt selbst eine Reichweite von gut 6,5 Metern bei freier Sicht an, die ist jedoch
völlig untertrieben, denn selbst nach acht Metern mit zwei Wänden dazwischen funktionierte der
Wavebird noch einwandfrei. Bei freier Sicht sollten also mindestens 15 Meter möglich sein,
und wer sitzt schon weiter weg?
Fazit:
Der Wavebird ist ein grundsolider Controller, mit kleinen Schönheitsfehlern.
In Sachen Erogonomie und Verarbeitung steht er im nichts dem normalen Controller
nach. Kabellose Controller werden in naher Zukunft wohl alle Konsolen bereichern.
Aber hier gibt es sicherlich auch Nachholbedarf, wie bei jeder Weiterentwicklung.
So wurde nach und nach in die vers. Generationen von Contollern, nachdem sie erst
ergonomischer gestaltet wurden, die Rumble Funktion eingebaut. Damals galt dies als
völlig unnötig, aber heute ist dies schon Standard. Und so sehe ich ebenfalls die
Entwicklung der kabellosen Contoller. So wäre aus optischer Sicht eine bessere Ablesbarkeit
der Kanäle (was wohl hier Design Gründe hatte) wünschenswert und Spieltechnisch wieder die
Rumble Funktion einzubauen. Dann wäre auch dieser Schritt der Entwicklung geschafft. Nur
was danach kommt? Lassen wir uns überraschen! Steuerung über unsere Gedanken?
Ich kann den jetztigen Wavebird aber auch schon ohne schlechtem Gewissen weiter empfehlen.
Und da der Preis genauso teuer sein wird, wie der normale Controller (der Preis sinkt dann),
auf jeden Fall mal ein Blick wert.
Kauf' dir den WaveBird gleich hier!
Von A.Schlicht
| GCX Wertung |
Verarbeitung
Wie auch der normale Controller ist der Wavebird gut und haltbar verarbeitet |
9.4 |
Komfort und Spielegefühl
Durch das nicht vorhandene Kabel ergibt sich ein neues und andere Gefühl beim Spielen, welches auch schnell die fehlende Rumble Funktion vergessen lässt |
9.1 | |
Preis
Mit dem Preis des ehemahligen normalen Controller kann man sich nicht meckern |
8.4 |
| Gesamt |
9.2 |
|