Preview von M.Wagner (mail) | 23. Oktober 2002
Russland ist in die Hände ultranationalistischer Führer gefallen, welche die Republik Georgien und die baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen für sich beanspruchen.
Da kann die NATO natürlich nicht tatenlos zusehen und schickt seine besten Truppen in den Kampf. Darunter befindet sich auch die - U.S. Special Forces Group 5, First Battalion, D Company - besser bekannt unter dem Namen "The Ghosts".
Mit "Ghost Recon" erscheint der erste taktische 3D Shooter für die Nintendo GameCube Konsole. PC Fans kamen bereits im letzten Jahr in den unzweifelhaften Genuß Ghost Recon auf ihren Rechnern zu spielen und wählten den Titel sowie das erschienene add-on "Desert Siege" mehrfach zum Spiel des Jahres.
Ghost Recon ist ein realistischer 3D Shooter mit starkem taktischem Einschlag und einigen Rollenspielkomponenten. Neben der Zusammenstellung des Teams und deren Koordination im Gefechtsfeld dürft ihr natürlich auch in bester First Person Shooter Manier selbst Hand an die Waffen legen.
Grundvoraussetzung zum Bestehen des Einsatzes ist aber die konkrete Befolgung der Missionsziele, die euch im ausführlichen Briefing dargelegt werden. Die Einsatzziele sind durchaus vielfältig, neben den klassischen search-and-destroy Einsätzen erwarten euch auch Convoybegleitung, Rettungs- und Infiltrationsmissionen sowie knallharte Verteidigungsgefechte. Dafür steht ein reichhaltiges Waffenarsenal zur Verfügung. Von der schallgedämpften M9-9mm. Pistole über M16 Sturmgewehre mit untergebautem M203 Granatwerfer, schweren Maschinengewehren sowie M24 Scharfschützengewehren bis zu Landminen und Raketenwerfern steht euch das aktuelle Waffenarsenal der amerikanischen Infantriestreitkräfte zur Verfügung. Entsprechend der Mission sollte das bis zu 6-köpfige Einsatzteam wohl ausgewählt und in bis zu 3 Gruppen unterteilt sein, denn die zur Verfügung stehenden Soldaten unterscheiden sich nicht nur durch ihre Bewaffnung, sondern auch durch ihre Fertigkeitspunkte in Bereichen wie Zielsicherheit, Geschwindigkeit und Tarnung. Nach bestandener Mission erhält jeder Teilnehmer neben Orden für besondere Leistungen auch jeweils einen zusätzlichen Fertigkeitspunkt und entwickelt sich im Verlauf zum absoluten Elitesoldaten. Um so schwerer wiegt es, solch einen Veteranen auf dem Schlachtfeld zu verlieren, dieser kann dann nur durch einen absoluten Neuling ersetzt werden.
Durch erfüllen von sekundären Missionszielen lassen sich zusätzliche Spezialisten mit exotischer Bewaffnung freispielen, wie z.B. der deutsche KSK Infiltrationsspezialist Klaus Henkel mit seiner MP5. Diese wertvollen Spezialisten stehen dann ebenfalls zur Teamauswahl bereit.
Auf dem Schlachtfeld übernehmt ihr die Kontrolle eines Soldaten, wobei die Gruppenmitglieder folgen und euch im Kampf selbständig unterstützen. Über einen Teambildschirm könnt und müsst ihr aber auch in die Rolle der anderen Soldaten schlüpfen, um die Missionen erfolgreich zu erfüllen.
Das läuft dann bei der Sprengung einer Brücke beispielsweise so ab: Mit dem Scharfschützen (Team Charlie) werden versprengte Wachposten aus der Distanz ausgeschaltet, Team Beta rückt vorsichtig auf die Brücke vor und räuchert den letzten Widerstand mit schweren Waffen aus, danach geht es in eine Verteidigungsposition über, um nachrückende Feindtruppen unter Beschuss nehmen zu können. Währenddessen bringt der Sprengstoffexperte von Team Alpha Haftminen an den Brückenpfeilern an.
Über ein komfortables Kommandomenü lassen sich den einzelnen Gruppen Bewegungspunkte setzten, Ausrichtung und Körperhaltung (stehen, ducken, liegen) sowie Kampfbefehle wie z.B. fire-at-will oder Rückzug erteilen. Bei der PC Version gestaltete sich das Kommandieren und Wechseln der Soldaten nach kurzer Einarbeitung sehr schnell und komfortabel.
Extrem wichtig ist in Ghost Recon die vorsichtige und taktische Vorgehensweise, mit frontalem Dauerfeuer-Alleingang hat man nicht den Hauch einer Chance. Das realistische Schadensmodell tut sein übriges dazu, meist endet bereits der erste Treffer tödlich. Daher gilt es die Feinde bereits in der Distanz auszumachen, zu beobachten und im rechten Moment mit den vorgerückten Kräften zuzuschlagen. Dies endet oft genug noch in gefährlichen Feuergefechten, brenzlige Einzelkampf Einlagen in Gebäuden sorgen für zusätzlichen Nervenkitzel. Neben normalen Fußtruppen stehen auch Panzer und fiese Heckenschützen auf der Feindesliste, die durchweg selbst im leichtesten Schwierigkeitsgrad eine fordernde KI bietet.
Erste Screenshots der GameCube Version und ein Video der PS2 Variante hinterlassen grafisch einen sehr guten Eindruck. Zwar fallen im Vergleich zur PC Version etwas schwammigere Texturen und leicht reduzierter Detailgrad auf, dafür scheinen die Animationen und Bewegungsabläufe der Gegner ordentlich aufgewertet worden zu sein.
Die GameCube Version wird voraussichtlich neben den 15 Einzelspielermissionen des ursprünglichen Ghost Recons noch mit acht zusätzlichen Missionen aus dem Desert Siege Addon aufwarten. Die Spielzeit dürfte damit bei ca. 15-20 Stunden liegen. Danach bietet sich der Zweispieler Splitscreen Modus für ein gemeinsames Durchspielen oder spannende Duelle an, ob dessen Frameraten ohne arges Herunterschrauben der Optik aber im spielbaren Bereich liegen, bleibt abzuwarten.
Wollen wir hoffen, dass Red Strom Entertainment die GameCube Konvertierung nicht mit fehlenden Save Features, mieser Steuerung oder allzu happigen Grafikabstrichen verhunzt.
Ansonsten steht dem US Release eines absolutem 3D Shooter Highlights Ende 2002 nichts im Wege.
Von M.Wagner
| GCX Wertung |
| Prognose |
Sehr Gut |
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