F-Zero GX
Preview von A.Held (mail) | 06. Juni 2003

F-Zero war 1991 auf dem SNES der erste Future-Racer überhaupt. Die für damalige Verhältnisse geniale Grafik und die bis dahin nie da gewesene Geschwindigkeit brachten dem Spiel einen immensen Erfolg. Nach einigen Nachfolgern wird nun auch der GameCube bedient. F-Zero GX wird zwar nicht von Nintendo selbst, sondern von Amusement Vision (Super Monkey Ball, Beach Spikers) entwickelt, hat aber ganz klar das Zeug dazu, die Vorgänger in den Schatten zu stellen.

In Sachen Gameplay hält man sich dabei dicht an den N64-Vorgänger. So wird es auch in F-Zero GX wieder möglich sein, die Gefährte durch Turbo-Pfeile zu beschleunigen. Bei Kontakt mit der Bande verliert man Schildenergie, die man in bestimmten Bereichen wieder aufladen kann. All diese Elemente kennt man schon aus den Vorgängern. Auch das Handling der Fahrzeuge ist gleich geblieben, so kann man mit den Schultertasten scharfe Kurven nehmen, ab der 2. Runde zulasten der Schildenergie einen Boost aktivieren und auch die Ramm- und Drehattacken, mit denen man den gegnerischen Gefährten zusetzen kann, sind wieder vorhanden. Letztere gehen übrigens wesentlich leichter von der Hand als noch in der N64-Version: Mit der X-Taste attackiert man in die Richtung, in den man den Analog-Stick hält, und gedreht wird mit dem Z-Trigger. Das Markenzeichen der Serie, die hohe Geschwindigkeit, ist natürlich auch wieder vorhanden; angeblich sollen Geschwindigkeiten über 2000 km/h möglich sein.

Amusement Vision fährt auch in der neuesten Version wieder einen großen Fuhrpark auf: Der Spieler darf zwischen 30 Fahrzeugen wählen. Hier gibt es viele bekannte Gesichter, allen voran Captain Falcon in seinem „Blue Falcon“, aber auch einige neue Gesichter, z.B. den Roboter QQQ und sein Gefährt „Rolling Turtle“. Die Fahrzeuge unterscheiden sich in den Bereichen Schildenergie, Handling und Boost-Kraft. Das Verhältnis zwischen Beschleunigung und Höchstgeschwindigkeit darf der Spieler selbst einstellen. Bemerkenswert am Vorgänger war, dass sich während eines Rennens alle 30 Fahrzeuge auf der Strecke waren – dies wird auch in der neuesten Version wieder der Fall sein.

Bei den 20 Strecken, die Amusement Vision dem Spiel spendieren will, ist von den Klassikern nicht mehr viel zu sehen. Selbst bekannte Szenarien wie die altbekannte „Mute City“ haben mit ihren Vorbildern nur noch den Namen gemeinsam. Bis jetzt zu sehen waren – neben einigen Stadtstrecken – Strecken durch ein Waldgebiet, durch die Wüste oder ein Spielkasino. Das Streckendesign ist dabei sehr unterschiedlich – während Mute City Höchstgeschwindigkeiten zulässt, sind andere Strecken regelrecht verknotet und strotzen nur so vor Korkenziehern und Loopings. Auf der Wüstenstrecke ist im übrigen ein Sandwurm zu sehen, ob dieser auch aktiv ins Renngeschehen eingreifen kann, ist nicht bekannt.

Noch interessanter wird es bei der Aufzählung der Spielmodi. Zwar wurden auch die altbekannten Pokale wieder in das Spiel integriert, Solospielern wird es aber auch möglich sein, einen Storymodus durchzuspielen. Hier schlüpft der Spieler in die Rolle von Captain Falcon, über den Verlauf der Story schweigt man sich aber noch aus. Der Spieler muss dann mehrere Aufgaben bestehen, die sich über Zeitrennen, Kopf-an-Kopf Rennen und einige interessantere Aufgaben erstrecken. In einer Mission müsst ihr z. B. versuchen, ein komplettes Feld zu überholen, während diese mit allen Mitteln versuchen werden, euch abzublocken.

Last but not least sei hier die Grafik erwähnt. Wer einen Screenshot oder einen Trailer zu dem Game gesehen hat, weiß, wovon ich rede. Bleibt einem schon beim Betrachten der Screenshots die Spucke weg, sind die Trailer selbst beim 5. Anschauen immer noch atemberaubend. Was Amusement Vision, die sich mit Super Monkey Ball in dieser Hinsicht eigentlich einen eher schlechten Namen gemacht haben, hier aus dem GameCube herausgeholt haben, ist bis jetzt einmalig. Wenn man dann noch berücksichtigt, dass das Spiel mit immensen Geschwindigkeiten und 30 Gegnern gleichzeitig läuft und selbst die frühe Spielbare Version auf der E3 ohne Framerate-Einbrüche auskam, muss man den Entwicklern wirklich Respekt zollen.

Fazit:
Es scheint also tatsächlich so, als könnte Amusement Vision mit F-Zero GX einen mehr als würdigen Nachfolger vorweisen. Wenn man sich die Fakten ansieht, kann schon fast nichts mehr schief gehen: Altbewährtes Gameplay in neuer Umgebung und ein Storymodus, der auch Solospieler eine Zeitlang beschäftigen sollte, gepaart mit atemberaubender Grafik – was will man mehr. Release-Termin für Japan ist der 25.07, in den USA soll das Spiel am 26.08. und in Europa Mitte November erscheinen.

Von A.Held
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