The Legend of Zelda
Preview von M.Wehmeier (mail) | 11. Mai 2004

Vielen Fans der allseitsbekannten Zelda-Serie wurde vor vier Jahren der Mund richtig wässerig gemacht. Tatort war das japanische Pendant zur amerikanischen E3, die Spaceworld. Auf dieser Messe zeigte Nintendo eine Kampfszene zwischen Link und seinem Widersacher Ganondorf. Die Grafik, der später viele hinterher weinen sollten, bestach durch wunderschöne Licht- und Schatteneffekte sowie einer visuellen Darstellung beider Charaktere auf höchstem Niveau.
Mit der Hoffnung auf ein famoses Spiel - mit erwachsenem Link und realistischeren Kampfsequenzen, als jemals zuvor – freute man sich auf die E3 2002, um eventuell weitere Szenen des Spiels bestaunen oder gar antesten zu können.

Doch es kam alles ganz anders.

Die glanzvollen Ansätze und das beinhaltende, so viel versprechende Konzept wurden, zum großteiligen Entsetzen der Fanschar, komplett umgeworfen und neu konzipiert. Das Resultat war letztendlich das auf der Technologie des Cel-Shading-Verfahren aufbauende „The Wind Waker“.
Aus dem ernsten, erwachsenen Link wurde eine Art Comicfigur, mit Riesenkopf und Anime-ähnlichen Kulleraugen. „Ein Witz“, dachten viele, doch es war keiner.

Die Hoffnung auf ein Zelda-Spiel, wie man es einst erwartet hatte, schwand von Tag zu Tag dahin und wurde mit der Ankündigung des „Wind Waker“-Nachfolgers fast komplett begraben. Fast.

Und wer dachte, Nintendo sei kurz davor, auf dem umkämpften Meer der Videospiele - auf ihrem ohnehin angeschlagenen Boot -, unterzugehen, der täuschte sich. Die E3 2004 stand an und der japanische Traditionshersteller präsentierte gleich zwei neue Flakschiffe.
Dachte der gut informierte Journalist, mit dem Nintendo DS, ein Dual-Screen System mit Touch-Screen, 1 Gigabyte großen Steckmodulen und GBA Kompatibilität, sei Nintendos Pressekonferenz beendet gewesen oder hätte zumindest ihren Höhepunkt erreicht, der irrte, als Herr Wedgy, der die Vorstellung leitete, zum Schluss einen weiteren Spiele-Trailer ankündigte.

Das Licht wurde im Saal verdunkelt und eine idyllische Landschaft erschien auf dem Bildschirm. Ein von Sonnenstrahlen glänzender Fluss, ein Steinweg und eine Brücke, Wälder und ein fast nicht wahrnehmbares Schloss im Hintergrund. Keiner wusste genau, welches Spiel gezeigt wurde. Die nächste Szene führt durch einen vernebelten Wald, in dem sich Sonnenstrahlen durch die vereinzelten Bäume schlagen. Ein Kontrastbild in Form einer gruselerregenden, unwettergeplagten Steppe mit kahlen Bäumen folgt.
Und noch während eine Horde von Monstern am rotorangefarbig dämmernden Horizont aufmarschiert, ertönt Musik, Musik, die an eine alte Liebe erinnerte.

Was die Musik andeutete und durch die Reitsequenzen, in der der Reiter aber noch nicht zu identifizieren war, verstärkt wurde, fand in wenigen Sekunden darauf Antwort, Erlösung und euphorischen Jubel zugleich. Was der Fan - mit Freudentränen in den Augen – sah, war ein reitender Link, der mit entschlossenem Blick sein Schwert in den abendlichen Himmel streckte.
Auf dem Bildschirm folgten diverse Kampfszenen, die die Dynamik und Grafikpracht des Spiels unterstrichen. Ob nun unser spitzohriger Freund während des Reitens Gegner vom Sattel schlägt, Feuerpfeile mit seinem Schild abwehrt oder nur knapp einer Attacke eines riesigen Feuergegners entgeht, eines steht fest: Grafisch stellt „The Legend of Zelda“ (Arbeitstitel) alles Vergleichbares in den Schatten.
Am Ende des Videos stand Herr Miyamoto höchstpersönlich, ohne Vorankündigung und mit grünem Umhang auf der Bühne. Mit einem Schwert in der einen und einem Schild in der anderen Hand scherzt er, er sei zwar nicht Link, kenne ihn aber gut. Weiter hängt er an: „Even after 18 years the Legend of Zelda never stops changing and this game is no different. We are now taking you to a world where Link has grown up -- a world where he will act different and look different. In order to grow, Link must not stand still and neither will I. Thank you and goodbye.“

Miyamoto scherzte, das Publikum tobte und Nintendo kam, sah und siegte. Vorübergehend.
Von M.Wehmeier
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