Resident Evil 4
Preview von M.Wagner/A.Schlicht (mail) | 01. Juli 2004

Resident Evil 4 – schon seit Monaten findet man diesen Titel immer an der Spitze der „most-wanted“ Charts. Jede noch so kleine Information wurde von den Spielern begeistert aufgenommen, versprach Capcom doch nach dem Erscheinen des fünften Serienteils (Resident Evil – Zero) eine grundlegende und phänomenale Veränderung des Gameplays. Mit höchsten Erwartungen spielten wir also die E3 Demo des neuen Biohazard an – und wir sollten nicht enttäuscht werden.

Ihr schlüpft in die Rolle von Leon S. Kennedy, der den meisten Spielern wohl noch aus Resident Evil 2 bekannt sein dürfte. In geheimer Mission begebt ihr euch im Auftrag der Regierung auf die Suche nach der entführten Tochter des Präsidenten. Natürlich läuft nicht alles nach Plan und Leon strandet einsam und verlassen in einem kleinen, tief in den Wäldern gelegenen Dorf. Nach einer kurzen Einführung in die doch eher öde Hintergrundgeschichte geht es dann aber auch gleich mächtig zur Sache. Augenscheinlichste Neuerung ist die Umstellung in eine echte 3D-Umgebung, wobei ihr das Spielgeschehen aus der 3rd-person (Tomb Raider) Perspektive betrachtet. Die Spielgrafik ist schlichtweg atemberaubend: Butterweich scrollend bewegt ihr euch durch die fotorealistisch dargestellte Spielwelt, während gleichzeitig sechs hochdetaillierte und perfekt animierte Dorfbewohner auf euch zu taumeln. Mit ein paar gezielten Pistolenschüssen könnt ihr euch die fiesen Schergen allerdings vom Hals halten. Dank Laserpointer lassen sich die Projektile perfekt positionieren und ihr könnt das auf verschiedene Körperregionen greifende und extrem blutige Schadensmodell bestaunen. Dank der deutlich verbesserten KI erweisen sich die Gegner nun allerdings auch als deutlich gefährlicher. In Überzahl versuchen sie euch zu umzingeln oder in Ecken zu drängen, und setzen nun auch tatkräftig Waffen, wie zum Beispiel Kettensägen und Granaten ein. Außerdem haften sie sich unablässig an eure Fersen und verfolgen Leon selbst an sicher geglaubte Orte. So erweist sich der hohe Kirchenturm wider Erwarten als tödliche Falle.
Der Pöbel räuchert Leon einfach mit Molotov-Cocktails aus und sichert den einzigen Ausgang gleich in Scharen ab. So gibt sich auch der ganze Levelaufbau jetzt deutlich komplexer und intelligentes Vorgehen ist Pflicht, denn Überleben ist nun wirklich schwer geworden. Am eigentlichen Gameplay hat sich ansonsten wenig geändert. Steuerung, Inventar und kleinere Rätseleinlagen bezeugen, dass man immer noch ein „Resident Evil“ vor sich hat. Vereinzelte FMV-Sequenzen sorgen für Schockeinlagen, oder treiben die Story innerhalb eines Levels voran. Soundeffekte und vor allem die Stille konnten wie gewohnt überzeugen und unterstrichen die Horroratmosphäre mit einer zusätzlichen Portion Gänsehaut.

Capcom hat es geschafft Resident Evil 4 um eine modere Grafikengine und zusätzliche Actionelemente zu erweitern, ohne dadurch das grundlegende Gameplay und Flair der Serie zu beeinträchtigen. Wenn alles gut gehr, können volljährige Spieler Ende 2004 / Anfang 2005 zur nun etwas flotteren Zombiehatz blasen. Resident Evil 4 hat auf jeden Fall schon in der frühen Demoversion seine Klasse bewiesen.
Von M.Wagner/A.Schlicht


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