Dance Dance Revolution With Mario
Preview von M.Wehmeier (mail) | 31. Januar 2005

Die GameCube-Abverkäufe stagnieren, mit ihnen die Vermarktung der dazugehörigen Software. Aber wer will es den Kunden übel nehmen? Im Gegensatz zu PS2- oder XBOX-Versionen erscheint die entsprechende GCN-Fassung meist Monate später oder muss – im Gegensatz zu Produkten für Microsofts XBOX – auf einen Onlinemodus verzichten. Dass ein Onlinemodus, nach Äußerungen von Nintendos Chefetage, nicht rentabel sei, ist also schon im Ansatz eine eher waghalsige Vermutung.

Als Rezept, um sich aus diesem Teufelskreis zu manövrieren, setzt man nun konsequent auf die Vermarktung der eigenen Lizenzen, was den Third-Party-Hersteller, wie z.B. Electronic Arts, ermöglicht, Charaktere wie Super Mario, Yoshi oder Link in ihre Spiele einbauen. Nintendo verspricht sich durch diese Maßnahme das Endprodukt für den Käufer attraktiver zu machen. Verkaufszahlen von „Soul Calibur II“ (Namco) belegen, dass sich solche Prozedere durchaus lohnen. In dem Kampfspiel mischte der aus den „Zelda“-Spielen bekannte, spitzohrige Link mit.

Ähnliches wird nun mit einer für Nintendo angepassten Version des beliebten Tanzmattenspiels „Dance Dance Revolution“ versucht. Dass Mario nicht nur auf „Koopa Troopers“ springen kann, sondern ein wahres Allroundtalent ist, dürfte mittlerweile kein Geheimnis mehr sein. Egal ob Kartfahren, Kämpfen, Golf- oder Tennisspielen. In naher Zukunft kann er auch Basketball spielen („NBA Street“), aber das ist ein anderes Thema.
Nun lernt unser spagettigieriger Italiener und vermeintlicher Klempner also auch Tanzen. Mit „Dance Dance Revolution With Mario“, so pathetisch der Titel auch klingen mag, erscheint erstmals ein Spiel mit Tanzmattenunterstützung auf einer Nintendo Konsole.

Was sich auf den ersten Augenblick revolutionär anhört, ist beim Zweiten allerdings nichts Weiteres als eine modifizierte Version der bekannten, oben genannten Spielserie. Während der Spielablauf und die Spielmechanismen bis auf wenige kleine Details identisch sind, fällt das „With Mario“ besonders grafisch und musikalisch auf. Im Hintergrund sind bekannte Schauplätze diverser Mario-Spiele auszumachen, auf denen dann der gewählte Charakter (Mario, Luigi, ecetera) – je nach Fähigkeit des auf der Tanzmatte herum springenden Spielers – eher gelangweilt vor sich hin tanzt oder wie ein Orkan über den Bildschirm fegt.
Auch dem Gameplay wurden – wie erwähnt – kleine, aber feine Erweiterungen spendiert. So erscheint in einem Level langsam ein riesiger (ebenfalls aus diversen Mario-Spielen bekannter) Geist bei jedem gemachten Fehler etwas mehr aus dem Boden. Ist dieser dann in der Mitte des Bildschirms angekommen, verdeckt er fast das ganze Spieldisplay und der Spieler kann nur noch ahnen, welchen Tanzschritt er machen muss.
Hingegen gleich geblieben ist das Grundprinzip. Auf dem Bildschirm ist die Tanzmatte grafisch abgebildet und Pfeile, die die zu machenden Schritte aufzeigen, bewegen sich je nach Schwierigkeitsgrad langsam oder schnell von unten nach oben. Ist der Pfeil dann genau unter der Tanzmattenschablone, so muss der Tanzschritt erfolgen.

Die Songauswahl wird sich, ähnlich wie bei „Donkey Konga“, aus bekannten Spielmelodien (u.a. der Super Mario Brothers Theme) und allseits bekannten, für die DDR-Serie typischen Fetenhits zusammensetzen, verspricht also nicht nur eine Menge Spaß, sondern auch ordentlich Partystimmung.
Dazu wird letztendlich der Zweispielermodus seinen Beitrag leisten. Zusätzlich sollen unterschiedliche Minispiele für Abwechselung sorgen. „Dance Dance Revolution With Mario“ soll diesen Sommer in Japan erscheinen, in unseren Weiten wird es wohl noch bis Weihnachten dauern. Genug Zeit um Freunde zusammenzusuchen, Chips zu kaufen und Wodka kalt zu stellen.
Von M.Wehmeier
GCX Wertung
Prognose Sehr gut


© Copyright GameCube X 2001 - 2006 | All rights reserved