odama
Preview von B.von Klitzing (mail) | 21. Juli 2005

Lange war es still um Nintendos kuriose Mischung aus Echtzeit-Strategie und Flipper im feudalen Japan. Erstmals auf der E3 2004 angekündigt und gezeigt und mit der Aussicht auf Donkey-Konga-Bongo-Unterstützung ausgestattet, sorgte Odama für verwirrte Gesichter.
Der Spieler verfügt ebenso wie der Gegner über eine Armee, die er allerdings im Kampf gegen den Feind nicht direkt steuern kann, sondern nur mit Hilfe der namensgebenden Stahlkugel Odama unterstützen kann. Diese Kugel wird mit zwei Flippern auf dem Spielfeld gehalten und sollte möglichst viele Gegner in den Tod reißen oder Hindernisse aus dem Weg räumen. Zudem war geplant, die von Donkey Konga bekannten Bongos einsetzen zu dürfen, um die Moral der eigenen Truppen zu steigern. Bei der diesjährigen E3 war Odama, nun als Yoot Saito’s Odama, erneut spielbar und wer denkt, dass es durch den Wegfall des Bongo-Supports eventuell zumindest etwas konventioneller geworden ist, der wird überrascht, denn der GameCube hat eine weitere Peripherie in petto, die man sich eigentlich niemals in Verbindung mit einem Flipper-Titel vorstellen könnte: Das von Mario Party 6 bekannte Mikrofon.
Mit dem Mikro ist es möglich (und auch dringend erforderlich) den Truppen Befehle wie vorwärts, nach links, Attacke oder „sendet mehr Leute“ zu erteilen. Die Spracherkennung funktionierte tadellos und dadurch, dass man bei jedem Befehl das Mikro per X-Taste wie bei einem Funkgerät aktivieren muss, kann man sich auch während des Zockens unterhalten ohne plötzlich mit 5 verbliebenen Soldaten in einen Fluss zu rennen. Allerdings kann ich nicht sagen, wie alltagstauglich die Handhabung von Controller und Mikro zur selben Zeit ist, denn an den Displays war das Mikro direkt am Controller befestigt, so dass man es problemlos nah an den Mund heranführen konnte.
Ein weiteres neues Feature sind die Glockenträger: Zwei Soldaten tragen eine schwere Glocke mit sich herum, die über Sieg oder Niederlage entscheidet. Wird das feindliche Holztor am oberen Ende des Schlachtfelds erstürmt und die Glocke hindurch getragen, so geht man siegreich vom Feld. Wird die Glocke aber zum eigenen Palast, der sich zwischen den beiden Flippern befindet, gedrängt, dann ist das Spiel verloren, ebenso wie, wenn drei Odamas verloren gegangen sind.
Die 3 Levels der Demo selbst bieten einige weitere interessante Features und unterscheiden sich mitunter stark:
Das erste Schlachtfeld besteht aus einem einzelnen Screen, ausgefüllt mit einer Wiesenlandschaft, die von einem Fluss durchkreuzt und von Gebirgen begrenzt wird. Mit Hilfe des Odamas können hier nicht nur die feindlichen Armeen dezimiert und das gegnerische Holztor zerstört werden, sondern zum Beispiel eine Brücke gehoben werden, die sonst als Nachschubsquelle des anderen Generals dient, ein Fluss trocken gelegt oder im richtigen Moment wieder geflutet werden oder man zerstört Bäume oder Häuser um gelegentliche Extras freizulegen. Hierzu gehören unter anderem Lebensmittel, die feindliche Truppen ablenken, Herzen, die zusätzliche Truppen spendieren oder auch Ladungen für die Glocke. Wird die Glocke im geladenen Zustand mit dem Odama getroffen, so gehen von ihr Schallwellen aus, die alle Gegner in einem bestimmten Umkreis umwerfen.
Das zweite Level ist eine lange Straße innerhalb einer Stadt, die sogar weiterscrollt, sobald alle auf dem Bild befindlichen Gebäude zerstört wurden.
Das dritte Level wiederum ist ein bewaldeter Hügel, den es zu stürmen gilt. Hierbei ist es möglich durch einen gezielten Schuss mit der Stahlkugel in einen kleinen Feldweg den Hügel zu umrunden. Ein Mehrspieler-Modus bietet sich zwar an für Vivariums obskures Spiel, aber er scheint nicht in Planung zu sein.
Ich hatte zwar extrem mit Odama zu kämpfen, beispielsweise, als ich meine halbe Armee aus Versehen weggespült habe und der Feind generell immer mehr Truppen zu haben schien, als ich, aber nichtsdestotrotz konnte ich mich kaum davon losreißen.
Odama wird definitiv nicht jedem gefallen, aber wer gewillt ist etwas komplett Neues und einfach Verrücktes auszuprobieren, der wird sich so schnell nicht davon losreißen können, zumal es, wenn die Levels der fertigen Version nicht deutlich länger als die der Demo sein sollten, den berühmt-berüchtigten „Noch eine Partie“-Effekt auslösen wird.
Von B.von Klitzing
GCX Wertung
Prognose Sehr gut


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