Review von S.Altemeier (mail) | 10. April 2003 | PAL Version
Was erwartet man, wenn man den Namen "Jimmy Neutron: Der mutige Erfinder" hört? Richtig irgendetwas, was in Richtung Kinderspiel oder ähnlichem geht. Für alle die es nicht wissen: Jimmy Neutron ist eine Kindersendung, die auf irgendeinem privaten Sender läuft (wenn ihr mehr wissen wollt, guckt bitte in eure Programmzeitschrift, ich habe davon nämlich keine Ahnung).
Also Verpackung aufgemacht und das Boxart angeguckt und man sieht seine schlimmsten Befürchtungen bestätigt: Ein kleiner Junge sitzt in einer Rakete hinter ihm das Weltall und natürlich die Erde. Na ja wir wollen ja nicht Vorurteile gegenüber bestimmten Arten von Spielen haben, also legen wir mal die Disc in unseren GameCube und fangen an zu "spielen".
Gameplay:
Wer hätte es gedacht? Der Spieler schlüpft natürlich in die Rolle von Jimmy Neutron dem mutigen Erfinder. Doch was wäre ein Spiel ohne grandiose Story, die dem ganzen einen besonderen Charme verleiht? Also mal kurz die Story zum Mitlesen: Jimmy Neutron der mutige Erfinder hat ein Problem, denn alle Eltern sind auf einmal verschwunden und niemand weiß wo sie sein könnten. Von daher stürzt sich Jimmy Neutron in "spannende" Abenteuer um mit Hilfe seiner "genialen" Erfindungen und seinem mechanischen Hund die vermissten Eltern wieder zu finden.
Das Spiel startet also wie zu erwarten im einem Freizeitpark. Ja genau in einem Freizeitpark, denn während der Nacht haben sich viele Kinder rausgeschlichen und machen nun den Freizeitpark unsicher; darunter auch Jimmys Freunde/ Klassenkameraden. Als Jimmy dort ankommt, wird er gleich empfangen und er erzählt, dass alle Eltern verschwunden sind. Doch das interessiert die anderen Kinder eher wenig, denn warum um die Eltern kümmern, wenn man ohne Aufsicht Spaß haben kann. Und so muss Jimmy erst mal damit vorlieb nehmen, Preise im Freizeitpark zu sammeln, anstatt seine Eltern zu retten. Der Spieler befindet sich also nun in besagtem Freizeitpark und sieht sich sehr vielen komisch aussehenden runden Dingern gegenüber, die Neutronen darstellen sollen. Und was macht man nun mit diesen Neutronen? Natürlich einsammeln was sonst, denn für 10 Neutronen gibt es ein Zusatzleben. Das gute am ersten Level ist aber, dass man diese Zusatzleben gar nicht braucht, da es sowieso unendlich viele Leben gibt. Also bestreitet man das erste Level und man meistert eine Hüpfpassage nach der anderen ohne das wirklich Interesse aufkommen würde, da alles viel zu einfach ist, auch wenn die Schauplätze des öfteren wechseln.
Nach einer knappen Viertelstunde hat man dann eigentlich keine richtige Lust mehr und denkt sich: „OK jetzt eine kleine Pause und dann kannst du dich ja später weiter„zocken“ ...“. Also das Spielmenü aufgerufen und geguckt wo ist die Speicherfunktion, und noch mal geguckt und gesucht wie bekloppt und was fällt auf: Während der einzelnen Levels ist es nicht möglich abzuspeichern. Immer erst nach bestandenem Level. Also gut weiter gequält bis man dann nach knapp 20 Minuten das erste Level geschafft hat (wenn man nach 5 Minuten noch motiviert ist, wird man es wohl auch schneller schaffen). Zurück ins Hauptmenü (ja es gibt keine richtig zusammenhängenden Level) und erst einmal gespeichert und mal ein wenig umgeguckt. Was gibt es sonst noch so? Also was sich unter Optionen verbirgt ist wohl klar und weiter geht es ins Geheimarchiv. Hier findet der geneigte Jimmy Neutron Fan viele Informationen über die im Spiel enthaltenden Charaktere und kann sich einen Kinotrailer zum Film sowie ein paar Videoschnipsel angucken, von denen einige noch freigeschaltet werden müssen. Alles sehr interessant, aber insgesamt doch eher eine Enttäuschung außer vielleicht für diejenigen, die etwas mit der Sendung anfangen können.
Zurück zum Spiel und auf zum zweiten von 6 Level. Die Hoffnung auf mehr Anspruch verfliegt schon von Anfang an. Denn auch wenn es jetzt Gegner gibt und einem nur eine begrenzte Zahl von Leben zur Verfügung stehen, ist man durch das Level noch schneller durch als durch das erste: Spielzeit allerhöchstens 12 Minuten. Tja was soll man dazu sagen? Wenn das so weiter geht, dann hat man innerhalb von höchstens 3 Stunden das Spiel durchgespielt. Mit einem Hauch von letzter Hoffnung spielt man also den dritten Level an, hofft auf etwas Abwechslung und findet sie sogar. Denn nun gilt es die restlichen Kinder zu retten, die auf dem Astroiden verloren gegangen sind wieder einzusammeln und man kann sogar eine Art Hover Craft Rennen auf Jimmys mechanischen Hund machen, welcher noch zwei weiterer solcher Verwandlungen auf Lager hat. Ach ja das hatte ich ja noch gar nicht erzählt: Die Eltern der Kinder sind natürlich von Außerirdischen gefangen genommen worden und Jimmy ist mit seiner Rakete und den anderen Kindern im Schlepptau auf den Astroiden der Aliens geflogen. So viel zur Handlung und zum Gameplay allgemein, denn am simplen "Aliens mit sehr innovativen Waffen plätten (Baseballknüppel, Schrumpfstrahl und Inflato-Strahl)", verliert man spätestens nach dem dritten Level die Lust. Da helfen auch die zu einfachen und anspruchslosen Hüpfpassagen nicht mehr.
Steuerung:
Die Steuerung ist zwar genauso simpel gehalten wie das Gameplay, macht sich aber durch einen grandiosen Tick an Ungenauigkeit recht einzigartig. Denn wenn man schon mal springen muss, dann läuft entweder der Charakter zu langsam oder er springt verfrüht, verspätet oder auch einfach gar nicht ab. Allerdings ist die Reaktionszeit, die man während des Sprunges hat dafür um so größer. Ein mal abgesprungen braucht der mutige Erfinder bestimmt 3 Sekunden um wieder auf den Boden zu kommen, so das man einige kleinere Absprungfehler ohne weiteres in der Luft korrigieren kann. Ansonsten ist zu sagen, dass Jimmy wie gewöhnlich über den Control Stick bewegt wird, auf dem A-Knopf springt und auf B entweder um sich tritt oder einen Gegenstand benutzt. Auf X spricht man mit den anderen Charakteren und Y benutzt man um Gegenstände abzulegen. Die restlichen Tasten sind nicht belegt, was wieder den Abwechslungsreichtum des Spieles deutlich hervorhebt. Zur Verdeutlichung der Steuerung oben rechts auf die Grafik klicken.
Grafik:
Ja jetzt stellt sich natürlich die Frage was man von der Grafik eines Spieles mit oben beschriebenen Eigenschaften erwartet. Richtig eigentlich überhaupt nichts! Und schon wieder liegt man, zum Leid des menschlichen Auges, damit vollkommen richtig. Zu aller erst sei erwähnt, dass das Spiel keinen 60 HZ Modus unterstützt (wer hätte auch damit gerechnet?). Und das dem Spiel nicht nur der 60 HZ Modus fehlt, sondern auch jede Menge Polygone sowie andere Details merkt man überall. Die Grafik hätte im Prinzip auch ohne weiteres von einem N64 ohne Expansion Pack dargestellt werden, denn eckige Gegenstände mit einer Polygon„grundierung“ und Charaktermodelle, die außer Augen und einem Mund an irgendwelchen anderen Details missen lassen, wären auch damals kein Problem gewesen. Zu dieser bescheidenen Grafik kommen einige weniger bescheidene Ruckler, vor allem wenn es darum geht, dass das Spiel solche Objekte wie Rauch oder Feuer darstellen soll, welche eigentlich eher nach Windowsstandard-Grafik-Programm aussehen, als nach einem Spiel der nächsten Konsolengeneration. Warum die Grafik bei solchen Szenen ruckelt, lässt sich wohl oder übel nur durch Unterforderung des Grafikchips erklären. Ansonsten kann man auch nichts weiteres berichten, noch nicht mal weitere negative Aspekte. Das Spiel wird immer interessanter oder was meint ihr?
Sound:
Kommen wir aber nun zum absoluten Höhepunkt des Spiels: der Soundkulisse. Wer auf Gedudel, Gequake und eine grauenhafte deutsche Soundausgabe (ja das Spiel ist komplett in Deutsch) mit Sprechern, die eine Intonation wie ein Affe haben, steht, wird mit dem Sound seine wahre Freude haben. Alle anderen aber, die sich nicht gerne selber quälen, schalten den Sound allerdings sofort auf Stumm und legen irgendetwas aggressives in den CD-Player um sich abreagieren zu können. So und das war es auch schon zum Sound. Jetzt hab ich euch soweit das ihr sofort zum Laden rennt und das Spiel kauft, oder?
Fazit:
Das Fazit fällt genauso ernüchternd und kurz aus, wie das komplette Spiel an sich. Kurz und knapp zusammengefasst kann man sagen, dass jeder der auf augenschädigende Grafik, taub machendes Gedudel und ein anspruchsloses und langweiliges Gameplay von höchstens 3 Stunden steht, sich dieses Spiel kaufen soll oder vielleicht sogar muss. Allen anderen sei geraten auch nicht einen Gedanken daran zu verschwenden sich das Spiel zu holen, auch wenn ihr erst 7 Jahre alt seit. Denn selbst für die Zielgruppe und Jimmy Neutron Fans dürfte das Spiel zu anspruchslos und langweilig sein, trotz aller Charaktere der Serie und einigen Videoschnipseln.
Von S.Altemeier
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| 4.0 | Grafik Grauenhafte Texturen, kaum Polygone und Details | |
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| 3.9 | Sound Mindestens genauso schlimm wie die Grafik | |
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| 4.2 | Spielspass Langweilig und anspruchslos | |
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| 4.1 | Gesamt | |
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