Review von I.Bozic (mail) | 14. April 2003 | PAL Version
Das Angebot an Rally Spielen lässt für den Gamecube sehr zu wünschen übrig. Mit Rally Championship liefert Big Ben nun ein wenig Nachschub. Auf der Rückseite der Verpackungen wird einem 6 hoch angesehene, weltweite Rallyes, über 33 Spielstufen, 25 lizensierte Autos, ein Multiplayer Modus für bis zu 4 Spieler und noch einiges mehr versprochen. Ob diese Versprechen eingehalten werden könnt in diesen Test erfahren.
Gameplay:
Nachdem einschalten des Gamecubes gelangen wir nach einem kurzen Vorspann im Hauptmenü. Hier kann man zwischen Einzelspieler, Mehrspieler, Spiel laden, Spiel speichern, Optionen und Mitwirkende wählen.
Wir werden uns erstmal mit dem Einspieler Modus beschäftigen. Nachdem wir diesen Punkt ausgewählt haben können wir uns zwischen den drei normalern Schwierigkeitsgraden leicht, mittel und schwer, entscheiden. Wobei ich feststellen musste das leicht nicht unbedingt leicht heißen muss.
Um an der Meisterschaft teilnehmen zu können, müssen wir erst ein paar Regionale Rallyes gewinnen um genug Geld für ein Wagen der 1600 Klasse zu haben. Es gibt vier Klassen Privateer, 1600, 2000 und die Pro Klasse. Als erstes müssen wir uns jedoch ein Wagen beim Autohändler besorgen um überhaupt fahren zu können, hier stehen uns am Anfang 4 Wagen zur Auswahl die zwischen $15000 und $25000 kosten. Da uns $25000 zur Verfügung stehen können wir uns in aller Ruhe entscheiden. Die Wagen sind leider nicht alle die Neusten, da findet man schon Mal ein Modell von 1998.
Man hat am Anfang nur die Wahl zwischen der Scottish Rally und Rally Africa, eine Rallye besteht aus zwei Rennen. Nachdem man sich entschieden hat erscheinen einige Informationen über die Strecke. Danach kann man sein Auto auf die Strecke abstimmen.
Nun kann man endlich loslegen. Was einem gleich auffällt ist die schlechte Steuerung, man braucht sehr lange um sich einzugewöhnen. Jeder kleiner Fehler wird hart bestraft, bleibt man für ein paar Sekunden hängen wird man mit glück noch Zehnter. Die Strecken müssen sorgfältig studiert werden um einen guten Platz zu machen, besonders bei Nachtfahrten ist es schwer vorauszusehen wo man als nächstes abbiegen muss. Dein Beifahrer ist dabei auch keine große Hilfe, er ist viel zu schnell mit seinen Anweisungen. Man fährt in eine Kurve und er sagt schon die übernächste an, da fragt man sich ob er nur da ist um einen zu verwirren. Falls man sich zu sehr von dem Beifahrer gestört fühlt kann man einstellen das er sich wie eine Frau anhört, das macht das Spiel etwas interessanter und erklärt die schlechten Angaben. Man kann während der Fahrt zwischen sieben verschiedenen Kameraperspektiven wählen. Es gibt drei von hinten, zwei aus dem Cockpit und noch zwei als ob man vor der Scheibe sitzen würde.
Nachdem eingewöhnen hat man auch die Chance ein paar Rallyes zu gewinnen. Nach zwei gewonnenen Rallyes hat man genug Geld um eine Klasse aufzusteigen und an der Meisterschaft teilzunehmen. Man kann auch eine Rallye zwei Mal gewinnen man kriegt beides Mal das Preisgeld.
In der Meisterschaft geht es richtig zur Sache hier wird der Schwierigkeitsgrad wieder angehoben. Nun beinhaltet eine Rallye drei Strecken wobei es die dritte in sich hat. Hier ein guten Platz zu erzielen um genug Geld für eine höhere Klasse zu bekommen ist recht schwierig. Die Preise für ein Auto einer höheren Klasse verdoppeln sich immer, so muss man entweder öfter eine leichte Rallye gewinnen oder bei einer schweren beweisen was man gelernt hat. Man braucht viel Ausdauer den nicht jeder will eine Strecke zehn Mal fahren bis er endlich einen vernünftigen Platz erzielt.
Das klingt alles ganz nett doch es gibt einiges auszusetzen. Da wären erstmal die Schäden an dem Auto. Fährt man irgendwo gegen nimmt das Auto logischerweise Schaden. Oben im Bild wird dann eingeblendet ob etwas beschädigt ist, außer bei den Scheinwerfern, bei Nachtstrecken, konnte ich keine Veränderung am Wagen feststellen ob Lenkung beschädigt oder sonst etwas am Fahrgefühl hat es nichts geändert, das Auto verändert sich aber optisch nur haben die Schäden keine Wirkung. Dann wäre da die Strecken, bleibt man nicht genau auf der Ideallinie ist ein Unfall vorprogrammiert. Mir ist natürlich klar das die Strecke dazu da ist befahren zu werden und das man nicht irgendwo durch die Büsche brettern soll, aber wenn ich auf einem engen Feldweg mit einem Rad ein wenig runter von Weg bin und mich deswegen überschlage finde ich übertrieben. Dann noch die starre Umgebung. Ich kann nicht verstehen warum ich ein Straßenschild umfahren kann aber nicht ein Busch. Sachen wie Holzzäune und Büsche sollten doch mit einem Auto umzufahren sein. Aber nein sie wirken wie Betonklötze.
Multiplayer:
Neben dem Einzelspieler gibt’s auch noch ein Mehrspieler Modus. Hier kann mit bis zu drei Freunden ein nettes Rennen fahren. Es stehen einem acht unterschiedlich Stecken zur Wahl, von Wüste bis Schneelandschaft ist alles dabei. Leider sind die Fehler des Einspieler Modus hier auch enthalten. Der Multiplayer ist dennoch nicht schlecht. Man trotzdem eine menge Spaß wenn man das Auto deines Freundes an dir vorbei fliegen sieht. Man hat hier die Wahl über alle Autos im Spiel, so kommt man auch mal dazu die teuren Wagen der Pro Klasse zu steuern. Jeder Spieler hat hier sein eigenes Menü wo er seine Einstellungen vornehmen kann. Alles in allem ist es doch ein recht witzige Abwechselung zum Hauptspiel.
Steuerung:
Die Steuerung hatte ich ja schon kurz angesprochen. Hier hätte man wirklich viel am Spiel machen können. Sie wirkt sehr hart, auch wenn man das Auto auf die Strecke abstimmt. Wenn man so fährt das man kaum Unfälle baut ist man viel zu langsam um ein guten Platz zu kriegen und wenn man versucht ein guten Platz zu kriegen baut man sehr wahrscheinlich einen Unfall. Im Optionsmenü kann man zudem noch die art der Schaltung auswählen, ob Manuell oder Automatik, wobei die Manuelle einen schweren Nachteil hat und das ist wenn man irgendwo hängen bleibt braucht man fünf Sekunden um in den Rückwärtsgang zu schalten.
Grafik:
Bei der Grafik haben die Entwickler sich kaum Patzer erlaubt. Die Autos sind alle sehr schön gemacht. Nach Unfällen verändert sich das Auto auch, man verliert Teile, sammelt Beulen oder muss plötzlich ohne Licht auf einer dunklen Strecke Fahren. Man hat sich viel Mühe bei den Details gegeben. Die Strecken beeinflussen auch die Optik des Autos, so bleibt Dreck und Sand am Auto kleben. Man Wirbelt auch Staub auf wenn man durch sandige Gebiete fährt oder Wasser spritzt wenn man durch eine Pfütze brettert.
Bei den Strecken hat man sich auch sehr viel Mühe gegeben. Die Zuschauer sehen zwar etwas Unlebendig aus aber dafür ist der Rest der Strecke ein Augenschmaus. Es gibt überall Bäume und Büsche, Autos stehen einem im Weg und an Häusern und Brücken wurde nicht gespart. Die Strecken sind sehr abwechslungsreich, ob man nah an einer steilen Klippe, durch die Berge oder an einem See vorbei fährt indem sich die Umgebung spiegelt über die Landschaften kann man sich nicht beklagen. Hier ist auch nur noch einmal zu sagen dass man die Büsche und Holzzäune etwas unstabiler hätte machen sollen.
Das Menü hingegen ist nichts besonders. Es wirkt sehr Standart mäßig und man hätte sich vielleicht ein bisschen mehr Abwechslung gewünscht, aber wer achtet schon auf das Menü bei solchen schönen Strecken. Dafür gibt es kaum Ladezeiten das macht ein langes warten unnötig.
Sound:
Über den Sound lässt sich nicht meckern. Jede Strecke hat eine nette Hintergrundmelodie die lediglich von dem etwas dummen Beifahrer gestört wird. Der Beifahrer ist auch das einzige was man als richtig schlecht bezeichnen kann, was macht das für ein Sinn wenn er mir er schon drei Kurven vor mir ist, damit verfehlt er total seine Bestimmung und verunsichert einen nur noch mehr.
Wenn man an ein paar Zuschauern vorbei fährt jubeln diese einem zu, das ermuntert einem ein bisschen leider wirkt es sehr unrealistisch weil sie sich nicht bewegen. Ansonsten gibt es nur noch die Standart Geräusche bei Unfällen, Vollbremsungen oder das vom Motor.
Fazit:
Alles in einem ist das Spiel nett, leider nicht mehr. Es ist noch mit zu vielen kleine Bugs versehen was einem das Spielen nicht grad spaßiger machen. Das wiederholte spielen einer Strecke bis man sie beherrscht nicht jedermanns Sache. Das Spiel an sich ist nicht schlecht, nur eben nicht dafür gedacht das man es kurz anstellt und daddelt sonder sich länger damit beschäftigt um die Steuerung und die Strecken zu beherrschen. Alles im allem ist es wohl nur Rallye Fans und Leuten die kein Problem damit haben eine Strecke zehn Mal zu fahren zu empfehlen.
Von I.Bozic
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| 7.0 | Grafik Schöne Landschaften, viele kleine Details. Ab und an ein paar kleine Fehler | |
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| 6.0 | Sound Netter Sound, lediglich der Beifahrer ist sehr schlecht geraten | |
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| 6.5 | Spielspass Der hohe Schwierigkeitsgrad und die etwas misslungene Steuerung drücken den Spielspaß | |
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| 6.8 | Gesamt | |
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