P.N.03
Review von A.Schlicht (mail) | 27. Mai 2003 | JAP Version

Konnten die Resident Evil Spiel wirklich alles für den GameCube sein? Nein, nicht wirklich! Letztes Jahr stellte Capcom 4 weitere exklusive Spiele vor und wir ließen es uns natürlich nicht nehmen das erste dieser Spiele, das auf den eigenwilligen Namen "P.N. 03" hört unter die Lupe zu nehmen.

Worum geht es eigentlich in P.N. 03? Das Kürzel P.N. 03 steht für "Project Number 03" und spielt in der Zukunft. Auf einem Planeten verwandelt sich eine Kolonisierungs-Herrschaft namens CAMS in eine Armee aus Cyborgs und Killermaschinen. Man schlüpft in die Rolle der Kopfgeldjägerin Vanessa Z. Schneider. CAMS hat ihre gesamte Familie auf dem Gewissen und so macht sie sich mit einer hocheffizienten Laserwaffe auf den Weg wieder Gerechtigkeit auf den Planeten zu bringen. Das Hauptmenü ist recht unspektakulär aufgebaut und gliedert sich in 3 Punkte: New Game, Load Game und Options. Zwar ist das Menü und auch später das Interface in englischer Sprache gehalten, finden sämtliche andere Dialoge in Japanisches ab. Das Spiel bietet einen 5 verschiedene Speicherplätze auf 5 Blöcken der Memory Card. Anfangs stehen einem nur die 2 Schwierigkeits-Modi Easy und Normal zur Verfügung, nach einem einmaligen Durchspielen darf man sich auch im Hard-Modus durch die Level begeben (Härtere Gegner und mehr Räume). Startet man ein neues Spiel wird einem an Hand eines imposanten in Spielgrafik gerenderten Intros das Spiel erklärt, bevor man selber loslegen darf.

Gameplay:
Spielerisch geht es in dem Spiel recht simpel zu. Einfach ein Raum nach dem anderen „säubern“. Es handelt sich um einen reinen Shooter, bei dem man nicht viel nachdenken muss oder gar große Rätsel lösen muss. Insgesamt sind 10 Level zu bewältigen, die wiederum in Räume unterteilt sind. Hat man ein Raum erfolgreich durchquert, bekommt man eine Auswertung, in der einem angeigt wie gut oder schlecht man den Raum absolviert hat (Zeit, Combos, Treffer, ..). Im letzten Raum erwartet einen dann der Endgegner, der sich nach ein paar Levels auch schon mal wiederholen kann. Auch das „Ballern“ selbst macht nicht was besonders her, da das Spiel einen totalen Auto-Aim besitzt, der auch nicht ausgeschaltet werden kann, dies muss aufgrund der Steuerung (siehe weiter unten) aber auch nicht unbedingt schlecht sein. Was aber im Gameplay ein wirkliches Problem darstellt, ist Feuerfunktion im Laufen und Ausweichen, denn das funktioniert nicht. Man kann nur feuern, wenn man stehen bleibt. So wird das ganze ein wenig harkeklig und wirkt beim spielen nicht „wie aus einem Guss“ (Feuern, Ausweichen, Stehen bleiben, Feuern, weiter laufen, Stehen bleiben, Feuern, ...). Hat man sich damit aber abgefunden, entdeckt man auch reichlich nette Features, wie z.B. die Lebensbalkenanzeige der Gegner, die erst runter geht wenn der Gegner auch wirklich getroffen wurde, das kann bei weiter entfernten Gegner auch mal einen Moment dauern. Das Wippen des rechten Beins von Vanessa hat zwar keine Funktion im Spiel, sieht aber ziemlich cool aus. Die Anzüge sehen zwar auch cool aus, jedoch haben diese aber eine wesentliche Funktion im Spiel, wenn nicht sogar die wichtigste. Jeder Anzug hat 4 Eigenschaften (Schusskraft, Dauerfeuer, Panzerung und Specials). Ein Anzug der eine gute Schusskraft hat, hat evtl. keine gute Panzerung, so sollte man sich vor jedem Level genau überlegen, welchen Anzug man sich „überstreifen“ sollte. Im Laufe des Spiels kann man sich im Shop bessere Anzüge kaufen oder seinen bisherigen verbessern. Das Geld um sich dieses zu leisten resultiert aus den Scores der besiegten Gegner. Die Scores lassen sich insbesondere durch Combos nach oben schrauben, dazu wird nachdem ein Gegner zerstört wurde eine zurücklaufende Zeit eingeblendet, schafft man es innerhalb dieser Zeit wieder ein Gegner zu zerstört, erhält man extra Combo-Punkte sowie erneut Zeit für weitere Combos.
Links oben wird einem 2 Balkenanzeigen des Anzuges für die Panzerung sowie die Specials angezeigt. Ist die Panzerung aufgebraucht, kann man das Spiel allerdings mit Hilfe eines Continues (können im Shop gekauft werden) wieder aufnehmen. Die Specials sind bei jedem Anzug verschieden und werden mit Hilfe einer Tastenkombination ausgeführt. Mit Hilfe der Specials kann sich Vanessa schnell aus brenzligen Situationen retten. So kann ein Anzug z.B. mehrere kleine Raketen abfeuern, ein anderer kann Vanessa für eine Zeitlang unverwundbar machen. Mit jeder Aktivierung des Specials sinkt der entsprechende Balken. Dies ist wie auch die Panzerung kein Problem, da in fast jedem Raum entsprechende Items liegen, die das wieder auffüllen.

Steuerung:
Ob man die Steuerung nun als innovativ bezeichnen darf, bleibt jedem selbst überlassen, auf jeden Fall ist sie äußerst gewöhnungsbedürftig. So steuert man Vanessa zwar mit dem Analog Stick, jedoch kann man nur vor und zurück laufen. Will man nach links oder rechts, muss man erst den Blick mit dem Stick in die Richtung drehen und dann wieder vor oder zurückgehen. So lässt sich in Kämpfen natürlich nicht schnell ausweichen, hierfür dienen dann die L- und R- Trigger, mit denen Vanessa gekonnt ein Sprung zur Seite. Will man schnell sehen, was hinter einem passiert genügt ein Druck auf den Z-Button und Vanessa vollführt eine 180° Drehung. Die generell gut gelungene Kamera setzt Vanessa aus der 3rd Person Perspektive immer recht gut ins recht Licht, lässt sich jedoch wie von anderen Spielen gewohnt mit dem C-Stick verändern. Mit dem B-Button springt Vanessa und mit dem Y-Button duckt sie sich. Das wichtigste für einen Shooter ist jedoch das Schießen, was mit Hilfe des A-Buttons erledigt wird.

Grafik:
Zwar bieten die Level-Umgebungen nicht nur die tristen, aber dennoch stylischen, weißen Wände, sondern auch noch ein Gebirgsmassiv mit netten Sandverwehungen am Boden sowie eine Stadt. Das war es dann aber auch schon, und das langt heute wirklich nicht mehr. Zudem sind die Räume der Level meist so schmal, dass sich kaum richtig bewegen kann. Was dagegen überzeugen und das Manko der Level schon fast wieder gut macht, sind die Bewegungsabläufe von Vanessa. Auch das Design der Gegner und die Umsetzungen der Specials gehen in Ordnung.

Sound:
Passend zum schnellen Shooter passen die Techno Soundstücke, die einem anheizen. Die Schuss- und Explosions-Geräusche sind ebenfalls gut in Szene gesetzt und lassen den Spieler nur noch den Dolby Prologic 2 Sound näher in das Spiel eintauchen.

Fazit:
P.N. 0.3. ist ein rein rassiger Shooter mit aufwertbaren Anzügen und einem Touch von Coolness. Allerdings lassen die Kurzweiligkeit, die gewöhnungsbedürftige Steuerung und das mangelnde Level Design eine höhere Wertung nicht zu.
Also Capcom, da müsstest ihr noch mal ran und eure Hausaufgaben richtig machen. Dazu zählt in erster Linie ein abwechslungsreicheres Level Design und größere Außen-Areale, wie z.B. der erste„Raum“ im Spiel.

Zweite Meinung:
An PN03 scheiden sich mit Sicherheit die Geister: Dem einen bietet es mit rasanter non-stop Action genug für viele Spielabende, der andere verteufelt es auf Grund des lauen Spielprinzips und teils drastischer Grafik- und Designmängel. Mehr Spieltiefe und eine schönere Optik hätten den Titel erheblich aufgewertet – so liefert Capcom lediglich ein Nischenprodukt ab, an dem wohl nur Hardcore Arcade Shooter Fans ihre Freude haben werden.
M.Wagner
Von A.Schlicht
7.2Grafik
Wenig abwechslungsreiche Level, geniale Bewegungsabläufe
8.1Sound
Anheizende Soundstücke, nette Effekte
7.9Spielspass
Zwar kurzweilig, aber dennoch immer wieder cool, so dass man sich das Spiel immer mal wieder aus dem Regal holt
7.4Gesamt

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