Pac Man World 2
Review von S.Altemeier (mail) | 05. Juni 2003 | PAL Version

Wer kennt ihn nicht? Die kleine gelbe Kugel, die tierisch auf kleine Punkte abgeht und von Geistern verfolgt wird: Natürlich reden wir von Pac Man, neben Mario und Sonic wohl einer der bekanntesten Videospielcharaktere aller Zeiten. Und obwohl Pac Man, genauso wie seine Kollegen, schon etliche Videospieljahre und -einsätze hinter sich hat, sieht er gar keinen Grund in Rente zu gehen. Das neueste Pac Man Abenteuer heißt Pac Man World 2 und ob das gelbe Kugelmännchen nicht schon unter Alterserscheinungen leidet und besser in Rente gehen sollte, erfahrt ihr im folgenden Review.

Gameplay:
Das Spiel beginnt mit einer üblichen Intro Sequenz, in der dem Spieler der Hintergrund des ganzen Spiels erklärt wird. Wie so oft bei Jump’n’Runs ist die Story sehr dürftig: In einer kleinen Stadt im „Pac-Land“ steht ein uralter Baum, der mit seinen 5 goldenen Früchten etwas ganz besonderes darstellt. Das Geheimnis, welches hinter diesen Früchten steckt ist nur noch wenigen geläufig, allerdings wissen alle „Pacs“, dass alle in „Pac-Land“ in Frieden leben, solange die Früchte am Baum sind. Doch eines Nachts, während alles schläft, schleichen sich einige Geister in das Dorf und rauben dem Baum seine goldenen Früchte. Und als ob man es geahnt hätte, erscheint unter tosendem Donner und Blitzen Spooky; der Bösewicht an sich. Er konnte sich durch das Fehlen der Früchte aus seiner Gefangenschaft befreien und nimmt die Geister gleich als Unterstützung mit, um Chaos im „Pac-Land“ zu verbreiten. Die Geister verstecken die Früchte im ganzen Land und jetzt ist natürlich klar, wer als einziges in Frage kommt um sie zurückzubringen.
Nach dieser spannungsgeladenen Vorgeschichte findet man sich in einem Dorf wieder und zwar in der Rolle von Pac-Man, der wie sollte anders sein, natürlich mal wieder das machen muss, was er schon immer gemacht hat. Denn auch im neuen Pac-Man Spiel geht es darum möglichst viele Pac-Punkte, Früchte und ähnliches in den Leveln einzusammeln, wenn auch in einer etwas anderen Form als in den Spielen aus den Anfängen der Videospielgeschichte. Denn Pac-Man irrt nicht mehr in den bekannten Labyrinthen umher und weicht Geistern aus, sondern auch er kann sich inzwischen in 3D Leveln bewegen, die allerdings sehr geradlinig geraten sind und kaum Freiheiten bieten (im Gegensatz zu den Leveln in Super Mario Sunshine). So muss man dann auch als Aufgabe nur den Level bis zum Ende durchspielen und nicht irgendwelche anderen Aufträge erfüllen um weiter zu kommen. In einem Level erwartet den Spieler übliche Jump’n’Run Kost in Form von sich bewegenden Plattformen, herunterfallenden Steinen und ähnlichem. Auch das Einsammeln der Pac - Punkte und Früchte ist nur noch Nebensache, denn das einzige was diese bringen sind Punkte. Außerdem bekommt man für 50 Pac-Punkte einen Energiepunkt zurück, was man allerdings nicht so oft brauchen wird (vor allem am Anfang nicht). Denn das Spiel ist nicht wirklich schwer gehalten und man kommt ohne weiteres in knapp 2 Stunden bis zu Hälfte des eigentlichen Spiels und wenn man sich mal in den imaginären Videospielhimmel begeben sollte, dann eher durch einen Sprung in den Abgrund verschuldet durch die mittelmäßige Steuerung (dazu unten mehr) als durch die schwachen und recht dummen Gegner. Der Schwierigkeitsgrad steigt aber ab der Hälfte des Spiels langsam aber sicher an.
Natürlich hat Pac-Man nun auch ein paar mehr Moves drauf, denn als Retter eines ganzen Landes, kommt man selbstredend ohne solche nicht aus. Allerdings beschränken sich diese Moves auf eine Art „Stampfattacke“, ein „Zusammenrollen“ um Geschwindigkeit zu Bekommen und noch ein zwei weitere Kombinationen und können so in punkto Vielfalt in keiner Weise mit anderen Spielen mithalten. Neben diesen Moves hat Pac-Man Schlittschuhlaufen und Inlineskaten gelernt, kann auf dem Rücken von Delfinen schwimmen oder mit dem U - Boot die Meere unsicher machen. Die Entwickler haben sich in diesem Aspekt redlich bemüht Abwechslung in das Spiel zu bringen und das ist ihnen damit auch recht gut gelungen, denn die mit einem Schlittschuh fahrenden Pac-Man einen Gletscher herunter zu brettern macht einfach Spaß.
Neben den üblichen Jump’n’Run Einlagen, versteckt sich in jedem Level auch ein Labyrinth wie es im Ur-Pac-Man zu finden war. Diese sind in jedem Level unterschiedlich und man hat ihnen ein zeitgemäßes 3D Gewand verpasst, sowie teilweise eine unterschiedliche Labyrinthführung. Allerdings ist diese Retro - Attacke nicht viel mehr als ein nettes Gimmick, denn um das Spiel durchzuspielen, muss man keines der Labyrinthe schaffen; sie dienen lediglich zum Punktesammeln.
Außerdem ist es möglich während der Level Münzen einzusammeln, die einem ab einer gewissen Anzahl ermöglichen alle alten Pac-Man Spiele zu Spielen, was dem Spiel noch mal einen Retro Bonus beschert. Denn man hat so neben Pac-Man World 2 noch 5 weitere, wen auch alte Spiele auf der GameCube Disc vereint; unter anderem dabei Pac-Man Arcade. Ms. Pac-Man Arcade und auch Pac-Attack Arcade (eine witzige Mischung aus Tetris und Dr. Mario).

Steuerung:
Die Steuerung von Pac-Man World 2 geht im Grunde in Ordnung, auch wenn es teilweise oben schon angesprochene Probleme mit der Genauigkeit während einiger Sprungeinlagen gibt. Ansonsten ist die Steuerung recht einfach gehalten und eigentlich typisch für ein Jump’n’Run: Mit dem Control-Stick bewegt ihr Pac-Man durch die Welten, drückt ihr den A-Button springt (taucht auf/ feuert einen Torpedo ab/ hangelt) Pac-Man und mit zweimal A hintereinander wird die angesprochene „Stampfattacke“ ausgeführt. Mit längerem Halten und anschließendem Loslassen des B- Knopfes macht Pac-Man die sogenannte Megarolle (tauchen/ Gatling Geschütz abfeuern/ Delfin Torpedo Angriff/ Rückwärts von der Kante springen) mit der er Geschwindigkeit bekommt und weite Abgründe überwinden kann. Mit dem Drücken von A und anschließendem Drücken von B führt ihr einen „Flip-Kick“ aus, der einen erweiterten Sprung darstellt. Der C-Stick ist wie so oft für die Kameraschwenks zuständig (wobei diese sich teilweise, aus nicht erkennbaren Gründen, nicht einstellen lassen) und mit den R/L Tasten, wird zum einen die Kamera sofort hinter Pac-Man rotiert (L-Taste) und zum anderen die Kameraabstände zu Pac-Man durchgeschaltet (R-Taste). Zur Verdeutlichung der Steuerung oben rechts auf die Grafik klicken.

Grafik:
Die Grafik des Spiels ist, wie zu erwarten nicht auf spitzen Niveau, sondern sortiert sich im Mittelfeld ein. Die Figuren wirken alle sehr polygon- und somit detailarm wohingegen die Landschaften einigermaßen gelungen sind. Zwar sind auch hier die Texturen teilweise recht schwammig oder einzelne Abschnitte farblich eher monoton gehalten, man merkt trotzdem, dass man es hier mit einem GameCube Spiel zu tun hat und nicht mit einem für das N64, obwohl es an einigen Stellen sogar Nebel gibt. Allerdings reicht es nicht aus um die Grafik ganz schlecht zu reden, denn irgendwie passt sie zum Spiel und man läuft immer flüssig durch die Welten. Leider wird kein 60Hz Modus unterstützt, was aber auch nicht unbedingt weiter ins Gewicht fällt, da die Grafik nicht unbedingt mehr Schärfe brauchen würde. Insgesamt eine sehr mittelmäßige Präsentation, die für die Ansprüche die das Spiel stellt, aber genügt.

Sound:
Mit dem Sound verhält es sich ähnlich wie mit der Grafik: Nicht wirklich schlecht, aber auch in keinster Weise vergleichbar mit irgendwelchen Top-Titeln. Während der meisten Level gibt es eine belanglose Hintergrundmusik, die man genauso gut abstellen könnte und auch die restliche Geräuschskulisse verleitet nicht unbedingt dazu, den Sound voll aufzudrehen und sich eine Dolby Sorround Anlage anzuschaffen. Denn die Geräusche beschränken sich lediglich auf das nötigste, wie zum Beispiel das Krachen, einer umkippenden Plattform, oder das Titschen von Pac-Man in Kugelform. Also auch in diesem Bereich nur Durchschnittskost, aber für das Spiel an sich ausreichend.

Fazit:
Pac-Man is back, aber nicht mit einem Riesenknall, sowie man es vielleicht gerne gehabt hätte. Allerdings war nach den ersten 3D-Ausflügen von Pac-Man auch nicht viel mehr zu erwarten, waren die Spiele vorher doch alle recht mittelmäßig ausgefallen. Allerdings kann Pac-Man World 2 mit dem Pac-Man Charme aufwarten, den manchen vielleicht kitschig finden mögen, der Mehrheit aber wohl gefallen wird. Und so macht das Spiel trotz mittelmäßiger Grafik und mittelmäßigem Sound, sowie bekanntem Gameplay recht viel Spaß; wenn dieser Spaß auch recht kurzweilig ist. Denn eine Langzeitmotivation ist durch das eigentliche Spiel nicht unbedingt zu erwarten, dafür werten die alten Pac-Man Spiele das ganze noch ein Stück auf. Das perfekte Spiel für Nostalgiker und diejenigen, die kurzweilige Jump’n’Run Kost suchen.

Von S.Altemeier
6.1Grafik
Mittelmäßige Grafik, teilweise sehr wenige Details
6.0Sound
Dröge Musik und kaum berauschende Effekte
7.4Spielspass
Vorallem durch die freischaltbaren Oldies, immer wieder ein Runde wert
7.3Gesamt

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