Review von M.Wagner (mail) | 06. Juni 2003 | JAP Version
Namco's "Soul"-Reihe fristet im Schatten der namhaften 3D Arcade Beat'em Up Vertreter wie "Virtua Fighter", "Tekken" oder "Dead or Alive" eher ein Nischendasein. In der Vergangenheit bewiesen allerdings sowohl das Playstation Debüt "Soul Blade", wie auch der Dreamcast Nachfolger "Soul Calibur" ihre spielerische Erstklassigkeit. Gerade letzteres weiß auch noch nach heutigen Maßstäben mit absoluter Grafikpracht und exzellenter Spielbarkeit zu überzeugen. Nach langer Wartezeit erscheint nun der jüngste Spross der Spielserie in Form von "Soul Calibur 2" als Multiplattformtitel für alle Next-Generation Konsolen. Die GameCube Version wartet mit einem besonders vielversprechendem Feature auf, beinhaltet es doch den Legend of Zelda Helden "Link" als spielbaren Charakter.
Gameplay:
Genretypisch müsst ihr in Soul Calibur 2 Duelle in einer Kampfarena bestreiten. Um als Sieger den Kampfgrund zu verlassen, müsst ihr die gegnerische Energieleiste komplett herunterprügeln oder alternativ euren Kontrahenten aus dem Ring befördern. Das Kämpferfeld besteht aus insgesamt 15 schwerbewaffneten mehr oder weniger menschlichen Charakteren. Dreamcast Veteranen werden hier viele bekannte Gesichter, wie etwa den Samurai Mitsurugi, die extravagante Ivy oder den morbiden Voldo wiedererkennen. Aber auch einige neue Charaktere, wie der edle Fechtmeister Raphael Sorel, die flinke Asiatin Talim oder der oben schon erwähnte Link, haben den Weg in das Spiel gefunden. Das ausgewogene Spielerfeld unterscheidet sich neben dem Aussehen vor allem durch seine Bewaffnung und Kampfstile. Hier wird mit Sicherheit jeder Spieler seinen Favoriten finden. Wer auf Kosten der Geschwindigkeit lieber auf hohe Schlagkraft setzt, wird z.B. mit dem dämonischen Astaroth und seiner Riesenaxt viel Freude haben. Den Gegenpart bilden hier flinke Kämpfer wie Cassandra, die mit ihrer Geschwindigkeit das eher schwache und gering reichende Kurzschwert kompensiert. Das eigentliche Kampfgeschehen spielt sich schnell, präzise und flüssig. Neben einfachen Schlägen, Sprüngen, Tritten und Blockmanövern lassen sich auch effektivere Kombinationen und unblockbare Spezialmanöver ausführen. Das Repertoire an Moves wird dabei sowohl Anfängern wie auch Prügel Profis gerecht. Schon nach wenigen Minuten Einspielzeit lassen sich imposante Moves und Combos auf den Schirm zaubern, Experten werden aber auch noch nach Monaten immer komplexere Schlagabläufe erlernen. Die KI der computergesteuerten Kämpfer ist insgesamt gut und in höheren Leveln fordernd, einen leichten Schnitzer hat man sich allerdings mit dem viel zu leichten Arcade Part geleistet. In Soul Calibur 2 kommen sowohl Einzelspieler mittels Arcade-, Time Battle- und Survival Modus, als auch Multiplayer Fans durch Versus- und Team Battle auf ihre Kosten. Im vorbildlichen Trainingsmodus könnt ihr euch dann so richtig auf euren Lieblingscharakter einschießen: Hier könnt ihr ungestört die komplexesten Moves einüben und deren Auswirkungen am Gegner inklusive Schadenspunktanzeige erproben.
Im Vergleich zu eher kurzweiligen Konkurrenzspielen bietet die Soul-Reihe seit jeher ein wenig mehr Umfang und Motivation. Einzelspieler sollten sich so schnell wie möglich an das Bestreiten des "Weapons Master" Modus begeben. Hier werden nicht nur simple Zweikämpfe ausgetragen. Die Duelle haben meist einen bestimmten Hintergrund oder eine spezielle Aufgabe wie z.B. Sieg durch Ring-Out, mehrere Feinde hintereinander bewältigen oder Sieg durch den letzten Treffer. Insgesamt gestaltet sich das Spielen des Weapons Master Modus als recht abwechslungsreich und spaßig, zumal eine kleine interaktive Hintergrundgeschickte darin erzählt wird. Erfolgreiche Spieler werden im Verlauf immer wieder durch freigeschaltenen Goodies belohnt. Diese reichen von Art Galleries nebst Battle Theatre über neue Kampfarenen und Kostüme bis hin zu alternativer Bewaffnung der Kämpfer.
Das umfangreiche Optionsmenü gibt relevante Einstellungsmöglichkeiten für Rundenlänge, Lebensenergie und Schwierigkeitsgrad. Die Ladezeiten fallen angenehm kurz aus und stören den Spielfluss in keiner Weise. Soul Calibur 2 belegt 4 Blöcke auf der Speicherkarte. Die japanische Version bietet Menüführung in englischem Bildschirmtext, sonstige Sprach- und Textausgabe erfolgt allerdings ausschließlich japanisch und erweist sich daher für den Normaluser als nur eingeschränkt spielfähig.
Unter dem Strich bietet Soul Calibur 2 jede Menge Umfang, abgefahrene Spielcharaktere und exzellentes Gameplay. Vermissen kann man allerdings ein wenig Innovation und spielerischen Tiefgang, so wären sicherlich Features wie größere und interaktivere Arenen wünschenswert gewesen.
Steuerung:
Die Steuerung ist auch auf dem GameCube Controller hervorragend gelungen. Ihr steuert eure Spielfigur wahlweise mittels Analog-Stick oder digitalem Steuerkreuz, dies gelingt im Spiel selbst mit dem weitgängigen Analogstick absolut problemlos. Per Druck auf die A-Taste führt der Kämpfer eine schnelle Schlagattacke aus, mit der Y-Taste wird eine etwas schlagkräftigere und weitreichendere Schlagvariante ausgeteilt. Mittels X-Button versetzt ihr euren Kontrahenten markige Tritte. Durch mehrfaches Drücken verschiedener Attacken lassen sich in Kombination mit einer Lenkrichtung komplexe Serien- und Sprungattacken ausführen. Die B-Taste, bzw. die beiden Schultertasten dienen zum Blocken. Der C-Stick ist schon von Beginn an mit einigen netten Spezialangriffen ausgestattet, lässt sich aber auch nach Wunsch mit anderen Moves belegen. Absolut vobildlich: Die gesamte Steuerung lässt sich Optionsmenü nach eigenen Wünschen komplett einstellen.
Grafik:
Soul Calibur 2 wird durch eine leistungsstarke 3D Grafikengine präsentiert. Das Spiel läuft damit zu jeder Zeit flüssig und vollkommen ruckelfrei. Die Engine bietet hervorragende Weitsicht und gute Kantenglättung. Die Kampfarenen sind sehr detailliert und hochauflösend texturiert, deren Design angenehm abwechslungsreich, wenn auch vielleicht einen Tick zu steril und bunt geraten. Das Highlight stellen aber mit Sicherheit die nahezu perfekt animieren Kämpfer dar. Diese werden vor dem Kampf mit einer kurzen Kamerafahrt und einem markigen Spruch vorgestellt. Im Kampf zeigen sich alle Bewegungsabläufe sanft und geschmeidig ineinander übergehend - eine wahre Augenweide. Dazu werden selbstverständlich detaillierte Echtzeitschattenwürfe geboten. Auch beim Design der Spielcharaktere hat man sich sehr viel Mühe gegeben. Vom hünenhaften Dämonen über zierliche Kämpferinnen bis hin zu Link, der nun endlich einmal in voller Next-Generation Grafikpracht erscheint, die einzelnen Kämpfer wirken durchweg individuell und einzigartig. Die Grafikdesigner aus dem Hause Namco haben wirklich an alles gedacht. Sollte der eine oder andere Charakter mal nicht gefallen, so wählt man einfach ein alternatives Kämpferoutfit.
Neben superben Lense Flares werden vor allem die Waffen effektvoll in Szene gesetzt: Schwerter zischen mit verwischendem Transparenzeffekt durch die Luft, mächtige magische Energieentladungen funkeln auf den Klingen und Funken fliegen nach einer parierten Attacke durch die Luft. Da fragt man sich wirklich wie ein Spiel überhaupt noch besser aussehen soll.
Soul Calibur 2 bietet eine spezielle Wide-Screen Einstellung für 16:9 Fernseher
Sound:
Auch soundtechnisch weiß Soul Calibur 2 zu überzeugen. Überwiegend episch-dramatische Soundkulissen untermalen das Spielgeschehen. Dabei wartet das Spiel mit solch einer Masse an verschiedenen Stücken auf, dass von der Soundseite her sicherlich niemals Langeweile aufkommt. Die Soundeffekte bestehen überwiegend aus kampfbetonten FX wie Schlaggeräuschen oder schmerzhaftem Seufzern bei erlittenen Treffern. Sprachausgabe wird hingegen kaum geboten, lediglich die seltenen Erzählpassagen sowie der eine oder andere japanische Spruch vor Kampfbeginn sind zu vernehmen. Für Audiofreaks wird Dolby Pro Logic 2 Surround Sound geboten.
Fazit:
Soul Calibur 2 ist ein wirklich herausragendes und umfangreiches 3D Beat'em Up mit exzellentem Gameplay, superber Grafik und jede Menge Langzeitmotivation. Für Multiplayer Partien stellt es mit Sicherheit den bis dato besten Titel dar. Trotz Link als spielbaren Charakter, leidet Soul Calibur 2 ein wenig an Innovationsmangel. Für den Nachfolger einer Dreamcast Legende wären einige grundlegende Neuerungen wünschenswert gewesen.
Zweite Meinung:
Soul Calibur 2, der Nachfolger zum legendären Dreamcast Vorgänger, braucht sich vor nichts zu verstecken. Der Titel hält sowohl spielerisch als auch grafisch den hohen Erwartungen stand. Fragte man sich zuvor, wie wohl die Steuerung an das für dieses Genre eher ungeeignete GameCube Pad angepasst wurde, so kann man hier Namco nur loben. Zwar werden Hardcore Spieler wohl zu einer anderen Version greifen, da das digitale Steuerkreuz einfach zu klein ist - für den normalen Spieler lässt es sich aber sehr ordentlich mit dem Analog Stick spielen. Auch grafisch gehört das Spiel zu einem der besten Beat'em Ups auf dem GameCube. Die über 20 Spielcharaktere sind schön modelliert und bewegen sich teils dank Motion-Capturing auch ebenso schön über den Bildschirm. Ebenso wurde nicht an Effekten gegeizt, so gibt es schöne Licht- und Schatteneffekte oder ein paar fliegende Funken beim Aufeinanderprallen von zwei Schwertern zu bewundern. Das wichtigste dürfte für einige jedoch der Zusatzcharakter der GameCube Version sein: Link. Endlich gibt es Link im "realen" Look auf dem GameCube, dos sollte schon fast als Verkaufsargument reichen. Aber wem das nicht genügt, der bekommt eines der besten Beat'em Up Spiele für den GameCube noch mit dazu.
A.Schlicht
|
Von M.Wagner
|
 |  | |  |
| 9.7 | Grafik Toll animierte und detaillierte Spielfiguren; abwechslungsreiches und ein wenig zu buntes Arenadesign | |
|  | |
| 8.2 | Sound Qualitativ hochwertige Kampfsounds, stellenweise Sprachausgabe, meist dezent untermalende Musik | |
|  | |
| 9.0 | Spielspass Perfektes Gameplay mit sehr guter Steuerung, riesiger Umfang mit hoher Langzeitmotivation, ideal für Multiplayer | |
|  | |
| 9.0 | Gesamt | |
|

Diskutiert über dieses Spiel in unserem Forum!
|