Skies of Arcadia - Legends
Review von M.Wagner (mail) | 04. Juli 2003 | PAL Version

Während die Konkurrenz ihre Rollenspielfraks schon fleißig mit Top-Titeln wie „Final Fantasy“ und „Morrowind“ verwöhnt, erscheint dieses Genre auf dem Nintendo GameCube deutlich unterbesetzt. Hier mussten sich Fantasy Fans bislang mit dem eher mittelmäßigen „Lost Kingdoms“ zufrieden geben. Diesem Umstand soll Sega’s „Skies of Arcadia - Legends“ Abhilfe verschaffen. Der von Overworks entwickelte Titel erschien ursprünglich auf dem Sega Dreamcast. Für den GameCube Release wurde der Titel noch einmal mild überarbeitet und um zusätzliche Spielelemente ergänzt.

Gameplay:
Vor langer Zeit herrschte ein gewaltiger Krieg auf der Welt Arcadia. Die mächtigen Gigas, aus purer Magie geschmiedete Kampfmaschinen, legten fast den gesamten Planeten in Schutt und Asche. Die Götter bestraften die Einwohner von Arcadia mit einem mächtigen Meteoritenschauer, der den Großteil des Planeten und seiner Einwohner vernichtete. Lediglich einzelne Landareale, freischwebend in einem Ozean aus Luft, verblieben nach dieser Katastrophe noch intakt. Viele Generationen später droht dem Volk von Arcadia wieder ein ähnliches Schicksal. Das machtgierige Empire herrscht mit eiserner Hand über das verbliebene Land. Die imperialen Bösewichte wollen nun auch noch den letzten Widerstand ihrer Kontrahenten mit Hilfe der uralten Gigas brechen. Um dies zu verhindern, übernehmt ihr in „Skies of Arcadia – Legends“ die Rolle des jungen Luftpiraten Vyse. Mit Hilfe seiner tapferen Crew aus Blue Rogue Piraten, der mysteriösen Fina und dem verbitterten Kapitän Drachma, macht sich Vyse auf den Weg, um den wahnsinnigen Plänen des Empire Einhalt zu gebieten. Auf seinem Weg zum Triumph müssen Vyse und seine Freunde viele düstere Dungeons erforschen, gefährliche Kämpfe bestehen und letztendlich gegen die Gigas selbst antreten. Aller Anfang ist allerdings schwer, da Vyse und seine Kumpanen zu Spielbeginn lediglich über geringe Kampfkraft und wenig magische Fähigkeiten verfügen. Im Spielverlauf könnt ihr allerdings ordentlich viele Erfahrungspunkte ansammeln sowie magische Waffen und Rüstungen finden, um eure Spielfiguren somit aufzuwerten. Am schnellsten kommt ihr durch das Erlegen von Gegnern voran. In den rundenbasierten Nahkämpfen stehen euch gängige Kampffunktionen wie Angriff, Deckung oder das Benutzen eines Inventargegenstandes zur Verfügung. Schlagkräftigere Zaubersprüche und Spezialattacken lassen sich mit Hilfe von Sprit Punkten ausführen und werden optisch opulent in Szene gesetzt. In Skies of Arcadia stehen allerdings auch Kämpfe mit dem Luftschiff auf der Tagesordnung. Diese erfordern ein deutliches Mehr an vorrausschauender Planung und gestalten sich dadurch taktisch deutlich anspruchsvoller. Die spaßigen Kämpfe bilden eines der Hauptspielelemente, der sanft ansteigende Schwierigkeitsgrad sorgt da zum Glück für wenig Frust. Lediglich die schwierigen Boss Fights erweisen sich schon einmal als harter Brocken. Natürlich gibt es in Skies of Arcadia auch eine Menge zu erforschen. Die sehr linear verlaufende Story führt euch via Luftschiffreise in die unterschiedlichsten Regionen wie dichte Wälder, ausgedorrte Wüsten oder dicht besiedelte Städte. Neben dem Aufstocken eurer Ausrüstung müsst ihr euch auch mit den Bewohnern unterhalten und erfahrt so das ein oder andere Geheimnis. Relativ schnell begebt ihr euch dann aber auch in die lokalen Dungeons. Hier erwarten euch neben meist sehr simplen Knobelaufgaben überwiegend Kämpfe. Der tatkräftige Aufwand wird mit magischen Gegenständen und dem Vorantreiben der Story belohnt.
Für ein wenig Auflockerung und Abwechslung im Spiel sorgen kleinere Side Quests und Suchaufgaben. Auf den Schiffreisen lassen sich so z.B. geheimnisvolle Orte finden, deren Koordinaten ihr dann in der Seefahrergilde in bare Münze umwandeln könnt. Ebenso könnt ihr euch auch als Kopfgeldjäger auf die Jagd nach gesuchten Black Pirates machen, oder als friedliebender Sammler lieber Ausschau nach den seltenen Moonfishes halten.
Vom Gameplay her bietet Skies of Arcadia altbewährte und grundsolide Rollenspielkost. Die Hintergrundgeschichte wird imposant in Szene gesetzt und entfaltet im Spielverlauf nahezu epische Ausmaße. Die spannenden Kämpfe und riesigen Boss Gegner sorgen für die nötige Spannung, während die Spielcharaktere nach und nach immer mächtiger werden. Gegen den gängigen Trend bietet Skies of Arcadia genügend Inhalt für viele, viele Spieltage. Da mag lediglich der sehr lineare Spielablauf ein wenig den Spielspaß trüben.

Steuerung:
Die Steuerung von Skies of Arcadia ist insgesamt sehr gut gelungen. Auf Grund der durchdachten Menüführung lassen sich alle Funktionen schnell und einfach ausführen. Lediglich die träge Lenkung im Schiffsreisemodus sowie die eher mäßige Kollisionsabfrage wären nachbesserungsbedürftig. Da es sich nicht um ein Action Spiel handelt, wirkt sich dies aber auch zu keiner Zeit nachteilig auf das Spielgeschehen aus. Skies of Arcadia belegt 3 Blöcke auf der Speicherkarte.

Grafik:
Leider hat man versäumt den Titel einer optischen Frischzellenkur zu unterziehen. Somit bietet Skies of Arcadia mit seiner schicken 3D Grafikengine zwar ansprechende, aber keinesfalls herausragende Spielgrafik. Teilweise wirkt die Spielwelt ein wenig karg und leicht schwammig texturiert. Optische Leckerbissen werden lediglich in Form von riesigen Boss Gegnern, imposanten Zaubersprüchen und fulminanten Spezialmoves geliefert. Trotzdem vermag Skies of Arcadia vor allem durch sein ausgefeiltes und liebevolles Charakter- und Leveldesign zu überzeugen. Leider bietet der Titel keinen Support für den 60 Hz. PAL Modus.

Sound:
Skies of Arcadia wird durch einige außerordentlich gute Musikstücke untermalt. Die verschiedenen Kompositionen verstärken die Atmosphäre und passen sehr gut zur jeweiligen Spielumgebung. Da hört man schon mal gerne genauer hin. In Kämpfen dominieren treibende und dynamische Beats sowie Soundeffekte der Marke Standard, wie z.B. etwaige Kampf- und Zaubergeräusche. Wirklich schlecht ist allerdings die Sprachausgabe gelungen, sofern überhaupt einmal Stimmen zu hören sind. Die meiste Zeit bekommt man nur Bildschirmtext zu lesen, ab und an ertönt ein kleiner und piepsiger Fetzen Sprachausgabe.

Fazit:
Insgesamt ist „Skies of Arcadia – Legends“ ein sehr gutes Rollenspiel. Es bietet eine abwechslungsreiche und spannende Hintergrundgeschichte, ein ausgeklügeltes Kampfsystem sowie riesigen Spielumfang. Zum ganz großen Kracher fehlt dann aber doch noch einiges. Neben technischen Mängeln fehlen einfach die innovativen Features. Sicherlich wird der Titel aber alle Fans von geradlinigen Nippon RPG’s vollkommen zufrieden stellen, auf dem GameCube gibt es momentan jedenfalls keinen besseren Genre Vertreter.

Von M.Wagner
8.0Grafik
Solide 3D Grafik und liebevolles Charakterdesign; abwechslungsreiche Spielwelt; wenige optische Highlights
7.8Sound
Tolle Musikstücke, durchschnittliche Soundeffekte und miese Sprachausgabe
9.0Spielspass
Epische Hintergrundgeschichte mit riesigem Spielumfang; spannende Kämpfe; sehr geradliniger Spielverlauf
8.5Gesamt

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