Review von M.Kreuzer (mail) | 20. Juli 2003 | PAL Version
Das Spiel zur berühmt berüchtigten Matrix Story. Das Spiel orientiert sich nicht an der Story des zweiten Matrix Films „The Matrix Reloaded“, sondern ergänzt die gesamte Matrix Story und man erfährt Sachen darüber, die man sonst aus den Filmen nicht erfahren würde. Dies macht das Spiel nicht zuletzt wegen des zusätzlichen Filmmaterials (über 60min) für jeden Matrix Fan unentbehrlich. Bei den Filmszenen handelt es sich sowohl um die Originalschauspieler als auch um die originalen Stimmen etc. Klar, dass das Spiel schon alleine deswegen ordentlich Pluspunkte einheimst. Extra für das Spiel wurde auch der für die Filme arrangierte Kung-Fu Meister des Motion-Capturings unterzogen. Doch was bietet das Spiel an sich? Im Vorfeld wurde das Spiel ja schon als Maßstabsetzend abgestempelt und in das Projekt sind unglaubliche Wuchergeldsummen und hoher Aufwand, was Videospielverhältnisse angeht, gesteckt worden. Kann das Spiel den Erwartungen Stand halten und hat sich der hohe Aufwand auch gelohnt? Mehr in diesem Test!
Gameplay:
Wie schon angedeutet, ordnet sich „Enter the Matrix“ zwischen den beiden Filmen ein. Das ist nicht nur sehr wichtig für die Atmosphäre des Spiels, es ergänzt auch die Matrix Story komplett. Man erfährt, warum Morpheus, Neo und Co. von der Massenproduktion an Wächtern erfahren. Hierfür waren Ghost, die aus dem Film bekannte Niobe und ihr Operator Spike zuständig. Wie diese zu diesem Erkenntnis kommen, solltet ihr selber erspielen, denn die Story zu Ergänzen, ist so ziemlich die größte Motivation im Spiel. Durch die Cutscenes und die Filmszenen wird einem die Story nämlich wirklich meisterlich näher gebracht. Ein weiterer Clou, der in der Story liegt, ist, dass man das Spiel entweder als Niobe oder als Ghost spielt. Dadurch unterscheiden sich die Level meist erheblich. Bestes Beispiel ist da natürlich der Auto-Level. Als Niobe steuert man den Wagen, hat man sich Anfangs für Ghost entschieden, so hat man aus dem Wagen zu schießen. Aber normalerweise fährt man natürlich nicht mit dem Wagen, sondern läuft in „matrixmäßig coolen“ Outfits durch die Level, verprügelt oder erschießt massig Gegner mit waghalsigen, für normale Menschen nicht ausführbaren Moves auch in der berühmt berüchtigten „Bullettime“, was wirklich für sehr gute Atmosphäre sorgt. Das Problem dabei ist, dass diese Kämpfe wirklich an Quantität absolut übertrieben wurden. Schnell führt man die gleichen Moves aus, eine Routine tritt ein, nichts Neues, Innovatives motiviert einen den Level zu Ende zu spielen, wie gesagt außer die Filmszenen als Belohnung für die Schlachterei.
Alles ist eigentlich gut umgesetzt, jedoch nur auf den ersten Blick. Auf den zweiten merkt man schon das, was in jedem Aspekt dieses Tests durchschimmert. Die Zeitmangel der Entwickler lässt die Liebe zum Detail vermissen, sodass das meiste nur vorerst amüsant erscheint. Doch alles was man auf diesen besagten, ersten Blick bekommt, ist wirklich sehr gut gelungen und birgt ein riesiges Potenzial in sich. Hätte man sich mehr Zeit gelassen, wäre wohl auch der Rest erstaunlich geworden.
Im Grunde kann man wohl sagen, dass der Film das Spiel „kaputt“ gemacht hat. Hätte dies nicht mitten in der „Matrix-Mania“ erscheinen müssen, so wäre der vorrausgesagte Top Titel wohl auch zu Stande gekommen. Immerhin, das Spiel macht durch den Hacker Modus wieder etwas gut. Hier kann man mittels DOS ähnlicher Befehle Passcodes eingeben und eine weitere kleinere Spielerei, die man hätte zu einem Kracher machen können, frei schalten. Eine Art Multiplayer. Hier lässt es sich gegeneinander Kämpfen, auch mit anderen Figuren und an historischen Schauplätzen der Matrix Story. Auf „Bullettime“, die man im normalen Spiel per Knopfdruck aktiviert, muss man hier jedoch auch verzichten und es entsteht eine einzige Knöpfchendrückerei.
Steuerung:
Hut ab. Erst war es sehr schwer sich vorzustellen, wie man alle Bewegungen auf einem Pad verteilen soll. Schließlich lässt sich schießen, schlagen, treten, kontern und noch andere Bewegungsmöglichkeiten sind möglich. Zusätzlich lassen sich noch ungeahnte Moves in der „Bullettime“ ausführen und durch Kombinationen wirklich professionell wirkende Kampfszenen entstehen. Schnell merkt man aber doch, dass es zwar eine Vielzahl an Moves gibt, aber diese irgendwann auch zu eintönig werden. Insgesamt geht das Spiel aber immer gut von der Hand und man hat stets die Kontrolle über Ghost, Niobe oder das Schiff. Jeder Move hat einen bestimmten Knopf. Will man beispielsweise schlagen, einfach auf den „A-Button“ drücken, treten kann man mit „X“. Schießen auf „Y“, Springen auf „B“ und so weiter und so weiter. Also ist eine feste Sortierung vorhanden. Leider merkt man auch hier, dass zu wenig Zeit vorhanden war, denn das Auto, um beim beliebten Beispiel zu bleiben, steuert sich sehr schlecht und unrealistisch. Eigentlich stellvertretend für das ganze Spiel: Sehr gute Ansätze, wenig liebe zum Detail aufgrund der Zeitmangel.
Grafik:
Tja die Grafik - durchaus keine schlechte Optik, jedoch öfters etwas kantig, blass und texturenarm. Auch ist die Freiheit in einem Level begrenzt. Nicht alles, was normalerweise kaputt gehen müsste, geht auch wirklich kaputt. Das hätte man sich vielleicht in einem Matrix-Spiel schon gewünscht. Was das Spiel hier verliert, macht es aber durchweg mit tollen Charakteranimationen wieder wett. Die Bewegungen wurden ja auch nicht zuletzt vom selben Kung-Fu Meister, der auch in den Filmen mitgewirkt und koordiniert hat, via „Motioncapturing“ ins Spiel verfrachtet. Sehr „realistische“ Bewegungen, die alle weich in einander übergehen und super dem Film nachempfunden sind, werden auch gerade im „Bullettime Modus“ äußerst spektakulär. Doch nicht nur die Animationen wirken hier famos, auch die Schuss Effekte wissen „matrixmäßig“ zu überzeugen. Den ein oder anderen Bug bringen die weichen Animationen allerdings mit sich. Diese sind alle vorab gescriptet und daher kann auch schon mal ein Move in die Wand ragen, was leider des öfteren zu beobachten ist. Leider ist auch die Kameraführung, besonders in den Kampfszenen, total verhunzt, was selbige total hektisch und kompliziert machen. Hier hat man ganz deutlich geschlampt und dies hemmt auch deutlich den Spielspaß.
Sound:
Hier kann man höchstens sagen, dass der Soundtrack an manchen Stellen das Spiel fetziger unterstützen könnte, aber ansonsten heißt es hier: Perfekt gearbeitet. Sound Effekte sind wie im Film und die Synchronisation ist mit den Originalstimmen der Schauspieler gemacht. Die Sprachausgabe ist wohl englisch, aber mit Untertiteln. Eine deutsche Synchronisation hätte aber meines Erachtens einfach nicht in die Cutscenes etc. gepasst. So ist schon alles perfekt.
Fazit:
Alles in allem ist „Enter the Matrix“ ein gutes Spiel, was aber die Lobreden aus dem Voraus nicht unter Beweis stellen konnte. Die Grafik ist in Ordnung, aber für ein solches Riesenprojekt etwas zu unangemessen. Gleiches gilt für die Handlungsfreiheit. Es ist einfach sehr geradlinig und nicht sehr individuell. Doch positiv ist die Steuerung und natürlich die Story ausgefallen. Bei der Steuerung war man sehr clever und zur Story brauche ich ja nicht viel zu sagen. Die Atmosphäre ist sehr, sehr gut und die Cutscenes und Filmszenen sind wirklich beeindruckend, da sie sogar zum Weiterspielen motivieren. Nicht zuletzt der Sound verleiht der Atmosphäre den letzten Schliff, denn hier wurde ganze Arbeit geleistet. Der Schwierigkeitsgrad variiert sehr oft zwischen gemein und unfair, was sehr frustrierend sein kann, bis hin zu spielend einfach, weshalb man nur so durch ein Level rasen kann. Ein wenig mehr Feingefühl hätte ich da schon erwartet. Für Matrix Fans ist das Spiel jedenfalls schon hinsichtlich der Filmszenen ein Pflichtkauf, da ja die Story ergänzt wird. Ansonsten ist das Spiel auf jeden Fall ein Knüller, der auf actionreiches Gameplay mit fantastischer Story wert legt, dafür aber teilweise hektisches Gameplay und eintöniges Kämpfen in Kauf nehmen.
Von M.Kreuzer
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| 8.4 | Grafik Super Cutscenes und Filmsequenzen, jedoch durchschnittliche Grafik, Animationsbugs und schlechte Kameraführung | |
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| 9.0 | Sound Super Matrix Sound, Gute Effekte und trägt sehr viel zur Atmosphäre bei | |
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| 7.2 | Spielspass Oft zu eintönig und hektisch, auch sehr geradlinig, aber tolle Belohnung in Form von Sequenzen | |
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| 7.9 | Gesamt | |
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