Review von M.Kleditzsch (mail) | 04. September 2003 | JAP Version
Dank unseres neuen Sponsors GDS (Games DVD Shop) flatterte nun die japanische Version des Rollenspiels „Tales of Symphonia“ auf meinen Schreibtisch. Da es leider unmöglich (zumindest für mich) ist, ein japanisches Rollenspiel von der Storyline her so zu verstehen, wie man es eigentlich müsste, werde ich mich in diesem Review jedoch hauptsächlich den Merkmalen widmen, die auch ein Normalsterblicher ohne japanisch Kenntnisse (ich kann zwar Chinesisch, aber kein Japanisch...) herausfinden kann. Es hat mich zwar manchmal schon ziemlich viel Mühe gekostet einzelne Funktionen herauszufinden, für Euch habe ich es aber durchgestanden und präsentiere nun hiermit stolz den ersten Test eines komplett japanischen Rollenspiels auf GameCubeX.NET!
Gameplay:
Tales of Symphonia ist der Nachfolger der dritt-erfolgreichsten japanischen Rollenspiel-Serie. Das „Tales-Studio“ von Namco durfte schon so einige Kritik von PS2lern einstreichen, dass der neue Teil exklusiv für den Nintendo GameCube erscheint, die Verkaufszahlen (Hard- und Software) zeigen uns aber, dass sich auch so Japaner überzeugen lassen.
Das Spiel bootet mit einer genial-anzusehenden Anime-Startsequenz, welche von einem mindestens ebenso genialen Soundtrack untermalt wird. Danach wählen wir ein paar japanische Optionen aus (hehe) bevor man sich in das Getümmel stürzen darf.
Wir beginnen in diesem Rollenspiel, welches aus einem Mix von Cell-Shading Look & Anime Stil dargestellt wird, mit dem Jungen Lloyd Irving (welcher vom Chara-Design ein wenig an Vash the Stampede aus Trigun erinnert).
Da ich nicht wirklich etwas zur Story schreiben kann, versuche ich zum Verständnis trotzdem etwas aus den verschiedenen Cut-Scenes (in Ingame-Grafik) abzuleiten: Lloyd und seine Freunde (zuerst Collet Brunel, ein Mädchen, welches in jeder zweiten Szene hinfällt (...) und Genius Sage, netter kleiner Junge, sowie im Laufe des Spiels noch mehrere andere) versuchen, einen bösen Unterjocher (im Stile eines schrecklichen Königs der die Bevölkerung ausbeutet) zu stoppen. Nachher wird die Story offensichtlich so extrem verworren, dass ich auch nicht mehr sagen kann, was da los ist (sorry).
Tales of Symphonia ist ein Rollenspiel – wobei japanische Rollenspiele normalerweise ja auf ein rundenbasiertes Kampfsystem setzen. Tales of Symphonia ist da anders. Das „Linear Motion Battle“ System, welches auch schon in den Vorgängerteilen zum Einsatz gekommen ist, erlaubt eine Art Verknüpfung von Echtzeit und Endzeit-Kampfsystem. Das ganze muss man sich so vorstellen: Wenn man sich ganz normal in einem Dungeon oder der Oberwelt bewegt, sieht man Monster in einer extrem abgeänderten Weise (z.B. wird aus einem gefährlichen Säbelzahntiger eine kleine Schmusekatze) herumlaufen. Nähert man sich diesen Monstern gelangt man in einen seperaten Kampfbildschirm der ähnlich FF angeordnet ist. Man hat nun die Möglichkeit, in Echtzeit auf die Gegner mit A und B oder L & R einzukloppen (jeweils nur mit Lloyd) oder bzw. und man kann das Spiel kurzzeitig pausieren um selber Magieattacken auszuführen oder seine Gefährten strategisch einzustellen. So kann man den Kampf mehr oder minder je nach Belieben voller Action oder voller Taktik bestehen. Ein sehr überzeugendes System, dessen Funktionen ich bei weitem noch nicht Alle verstanden habe. Die Oberwelt setzt sich – wie eigentlich in fast jedem Rollenspiel – einmal aus den Dörfern bzw. Dungeons und aus der Karte zusammen. Auf der Karte bewegt man sich in doppelter Baumgröße über eine schick gestaltete Landkarte. Vor dem Betreten von Dungeons / Dörfern wird eine Bestätigung mit A verlangt (Rollenspieler wissen, dass dies hilfreich ist) – wobei die Ladezeiten eigentlich nicht merklich sind – also immer unter 5 Sekunden liegen.
Die 3D Cell-Shading Optik dominiert das Spielgeschehen – jedoch werden alle Informationen im Start / Pause Menü bzw. auch in den Kämpfen im 2D Zeichenstil bekanntgegeben. Im 2D Stil sehen die Charaktere anders aus als im Game (Köpf-Körper Verhältnis ist realistischer).
Steuerung:
Wichtig im Kampf: Wenn man im Kampf mehrere Gegner vor sich stehen hat, kann man mit Hilfe des R-Knopfes jeweils die Gegner anvisieren / aufschalten. Weiterhin ist die Steuerung während der Kämpfe zumindest auf Echtzeit-Basis recht intuitiv und leicht zu beherrschen. Die Menüstrukturen will ich nicht bewerten, da ich die ja eh nicht verstehe (...)
Außerhalb von Kämpfen ist die Steuerung „wie jede andere RPG Steuerung auch“ – einzige Auffälligkeit: Hin und wieder will das Team, welches Lloyd gerade folgt (es gibt auch Passagen, in denen ihr alleine durch die Gegend streift) eine kleine Besprechung abhalten (es kann sich auch um Tipps handeln, ich kann es leider nicht sagen) welches ihr mit dem Z-Knopf bestätigen müsst. Dann erscheinen jeweils die Köpfe der Team-Mitglieder auf dem Schirm und halten eine kleine Plauderrunde. Die Animationen der Gesichter sind extrem liebevoll gestaltet. So etwas ist selbst in hochkarätigen Anime-Produktionen nicht oft der Fall (auch hier wissen Kenner, was gemeint ist)
Grafik:
Die Grafik Engine benutzt den Cell-Shading-Filter. Dies führt dazu, dass die einzelnen Szenen außerhalb der Anime-Sequenzen (also grundsätzlich immer) leicht kindisch wirken. Die Proportionen von Kopf zu Körper liegt bei 1 zu 4 und die einzelnen Kreaturen die auftauchen (außerhalb der Kämpfe) sehen aus wie Plüschtiere. Dies tut der Dramatik des Games aber keinerlei Abbruch. Solange man einen SD-Touch nicht als vollkommen verkorkst abstempelt sollte man sich den Titel anschauen und wird merken, dass die Engine wirklich geniale Innenräume und Gegenden darstellen vermag und dies von den Entwicklern auch wirklich exzessiv genutzt wurde. Die „schwarzen Striche“ außerhalb der Charaktere sind netterweise extrem dünn gehalten und man erkennt sie nur wenn eine Nahaufschaltung in Zwischensequenzen erfolgt. Der Großteil der Zwischensequenzen ist in Ingame-Grafik.
Leider ist die Grafik-Engine nicht immer perfekt. Leichte „Verschlierungen“ bzw. Unschärfe sind leider an der Tagesordnung, fallen aber nicht sonderlich stark auf.
Licht und Schatteneffekte werden relativ gut dargestellt, obwohl man dort auch schon besseres gesehen hat.
Sound:
Wenn Tales of Symphonia auf einem Gebiet wirklich perfekt ist, dann auf dem Soundsektor. Die wirklich umwerfenden Klänge gepaart mit der beinahe immer vorhandenen Sprachausgabe (einzig die einzelnen Dorfbewohner, mit denen man reden kann, durften leider nur schriftlich sprechen) und dezentem verschwinden der Musik in spannenden Gesprächszenen machen aus dem Titel eine Klasse für sich. Die japanische Band „Day after Tomorrow“ (ist dort offensichtlich sehr bekannt) hat den Titelsong geschrieben und wird im Booklet beworben. Leider hats für Dolby-Pro-Logic nicht mehr gereicht, aber auch so kann man sagen, die Soundebene wird einem RPG mehr als Gerecht.
Fazit:
Man nehme eine Stimmungsvolle Atmosphäre mit einem mehr als frei-auslegbaren Kampfsystem, einer genialen Soundkulisse und einer (hoffentlich) spannenden Story und heraus kommt Tales of Symphonia. Für jeden der auch nur einen Funken japanisch lesen oder auch verstehen kann (da ich Chinesisch gelernt habe, weiß ich: Die Sprache verstehen ist um Lichtjahre einfacher ) sollte sich dieses RPG-Schmuckstück bei GDS importieren (siehe Link) und alle anderen sollten entweder die US Version dick rot im Kalender anstreichen oder direkt zum PAL Release in die Läden stürmen.
Leider ist die Engine kein Meilenstein wie ein Ocarina of Time, dennoch ist sie aber mehr als zweckmäßig und flexibel.
Die Bewertung ist mir schwer gefallen und ich habe gegrübelt, ob ich das Spiel überhaupt bewerten solle – letztendlich habe ich es dann aber doch gemacht, wobei die Endwertung ein Richtwert ist, von der die Storyline im Endeffekt doch noch ganz schön abhängt. Also: Wartet auf den US-Versionen Test
Von M.Kleditzsch
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| 8.5 | Grafik Genialer Mix aus Cel-Shading & Anime Stil, perfekt abgestimmt | |
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| 9.4 | Sound Epochaler RPG Soundtrack - umwerfend; Beinahe durchgehend Sprachausgabe! | |
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| 9.0 | Spielspass Storyline nicht bewertbar aber extrem komplex und dank variablem Kampfsystem flexibel! | |
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| 9.0 | Gesamt | |
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