Super Star Soldier
Review von M.Wagner (mail) | 02. Oktober 2003 | JAP Version

In Zeiten leistungsstarker 128bit Konsolen und high-end 3D Optik sind Spiele klassischer Genres leider selten geworden. Kein Wunder, dass Spielveteranen von den guten alten Zeiten schwärmen, in denen anständige Spiele noch auf Modulen erschienen und Joypads noch mit zwei Buttons auskamen. Dies war die Zeit von Spielen wie „Star Soldier“, einem fetzigen Vertikal Shooter aus dem Hause Hudson. Star Soldier erschien im Jahre 1986 für das NES, später folgten noch drei brillante Nachfolger für die PC Engine. Den traurigen Schlusspunkt der Serie setzte bislang eine Fortsetzung für das N64, der wir hier mal besser keine weitere Beachtung schenken. Im Rahmen einer Remake Reihe hat sich Hudson nun das gute alte NES Star Soldier vorgenommen, um es in zeitgemäßen Gewand für den Nintendo GameCube neu aufzulegen. Herausgekommen ist dabei „Super Star Soldier“. Der Titel strotzt zwar nicht vor Innovationen, wartet dafür aber konsequent mit klassischen Spieltugenden auf und lockt zusätzlich noch mit einem besonders niedrigen Kaufpreis. Leider ist bislang lediglich ein Japan Release geplant. Ob sich der Import gelohnt hat und warum „Super Star Soldier“ für einen glühenden Daumen sorgt, erfahrt ihr in unserem Review.

Gameplay:
Das Gameplay des Vertikal Shooters „Super Star Soldier“ gibt sich genrebedingt relativ simpel. Euer Auftrag besteht darin, möglichst viele der in Schwärmen anfliegenden Feindschiffe mit Hilfe eures schicken Raumjägers zu pulverisieren und dabei dem gegnerischen Abwehrfeuer mit geschickten Ausweichmanövern zu entgehen. Auf Grund des extrem hohen Gegner- und Geschossaufkommens entpuppt sich diese Aufgabe aber schnell als Himmelfahrtskommando. Diverseste Gegner unterschiedlichster Feuerkraft nebst Geschützstellungen haben es auf euer Leben abgesehen. Knackige Zwischen- und Endgegner erschweren eure Arbeit zusätzlich. Zum Glück werten spärlich verfügbare Power Up’s eure Feuerkraft ordentlich auf, so dass ihr den simplen Standard Laser bald gegen dickere Geschütze austauschen könnt. Als Sekundärwaffe steht euch ein durchschlagskräftiger Blaster zur Verfügung, der allerdings nur über eine sehr kurze Reichweite verfügt. Dieser stellt auch in begrenztem Maße das einzige Verteidigungssystem dar, da der kräftige Energiestoß auch heranfliegende Projektile pulverisiert. In der Praxis sollte man sich allerdings lieber aufs Ausweichen konzentrieren, da bereits der erste Treffer oder eine Kollision mit einem gegnerischen Schiff das vorzeitige Aus bedeutet.
Im obligatorischen Arcade Modus bietet Super Star Soldier zehn beinharte Level, die selbst für absolute Shooter Spezialisten eine maximale Herausforderung darstellen. Zum Glück lässt sich der Schwierigkeitsgrad in drei Stufen herunterregulieren, so dass auch Anfänger zu ihrem verdienten Erfolg kommen.
Als Spielvariante wird noch ein Time Attack Modus über wahlweise 2 oder 5 Minuten angeboten. Höchsten Stellenwert hat hier das Erreichen eines imposanten High Scores. Diesen erreicht man durch besonders zügiges Abschießen kompletter Gegnerwellen, was mit einem dicken Punktebonus belohnt wird.
Ausdauernde Zockernaturen erfreuen sich an freispielbaren Gimmicks, wie alten TV Werbespots.

Steuerung:
Nach kurzer Eingewöhnung lässt sich Super Star Soldier sehr gut mit dem GameCube Controller steuern. Lediglich die etwas hakelige Raumschiffkontrolle per Analog Stick bereitet zu Beginn noch kleine Probleme. Wahlweise kann hierzu aber auch das digitale Steuerkreuz genutzt werden. Eine Besonderheit bietet noch das Abfeuern der Primärwaffe. Gedrückthalten der A-Taste bewirkt zwar hochfrequentes Turbo Fire, dieses besitzt allerdings deutlich weniger Durchschlagskraft als „von Hand“ abgegebene Einzelschüsse.

Grafik:
Auch wenn am Gameplay lediglich geringe Änderungen vorgenommen wurden, hat man der Grafik doch eine ordentlich Frischzellenkur zukommen lassen. Die 90er Jahre Sprite Besetzung wurde komplett gegen eine neue Polygoncrew ausgetauscht. Auch wenn diese nicht gerade vor hohem Detailgrad strotzt, macht sie doch optisch einiges her. Neben butterweich scrollender Hintergrundgrafik wird das Auge vor allem mit imposanten Explosionen verwöhnt. Die Spielengine arbeitet selbst bei massivstem Gegneraufkommen (ca. 50 Schiffe auf dem Schirm) absolut flüssig, lediglich bei den bildschirmfüllend explodierenden Bossgegnern wird gewollt in einen slow motion Modus geschaltet.

Sound:
Neben kraftvollen Explosionseffekten wird das Spielgeschehen von leicht treibenden, mit Gitarrenriffs durchmischten Elektronik Sounds begleitet. Insgesamt nett anzuhören, allerdings bewegt sich das Ganze nur auf durchschnittlichem Niveau.

Fazit:
Insgesamt bietet Hudson mit „Super Star Soldier“ einen reinrassigen old-school Shooter, der auf Grund des liebevollen Remakes jede Menge Retro Feeling mitbringt.
Ein wenig mehr Innovation hätte man dann aber doch einbringen können: Ein leicht zu implementierender 2 Spieler Co-Op Modus hätte den Titel noch ordentlich aufgewertet. Trotzdem kann ich die Anschaffung jedem empfehlen, dessen Herz auch nur ein klein wenig für Shooter pocht.

Von M.Wagner
7.1Grafik
Solide Symbiose aus klassischem Vertikalscroller und Polygongrafik; technisch gut, aber ein wenig trist
6.6Sound
Nett und stimmig, insgesamt aber nur Mittelmaß
8.1Spielspass
Reinrassiger und fordernder old-school Shooter; guter Spielumfang
7.5Gesamt

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