Review von M.Kreuzer (mail) | 02. November 2003 | PAL Version
Skater gibt es in (fast) jeder Altersklasse. Immer mehr Kids im jungen Alter haben es schon richtig drauf. Nur was machen, wenn es mal richtig regnet, die Halle geschlossen hat oder man gerade was gebrochen hat? Activision schafft nun auch für die kleinen in dieser Situation Abhilfe. Die berühmte Spielserie selbiger Firma, „Tony Hawk’s pro Skater“, ist wohl eher was für die größeren. Für die kleinen gibt es jetzt „Disney’s Extreme Skate Adventure“ als Ersatz. Für mich die Überbrückung der Wartezeit zum neuen Kracher „Tony Hawk’s Underground“, wo ihr natürlich auch mit einem Review versorgt werdet.
Gameplay:
Um es mal so zusagen: Disney’s Skate Adventure ist nichts anderes als „Tony Hawk’s Pro Skater 4“, allerdings mit Disney Figuren als auswählbaren Charakteren, fantasievollen Levels aus den bekanntesten Filmen, einer fast sturzfreien Steuerung. Dass das Spiel an sich auf der Engine des großen Bruders beruht, merkt man, sobald man im Spiel ist. Was man aber nicht schlecht auslegen sollte, denn das „Tony Hawk’s“-System ist bis jetzt unübertroffen das beste für ein Funsportgame und so kommen auch schon die kleinen in den Genuss.
Insgesamt kann man im Spiel drei verschiedene, bekannte Disney Storys durchspielen. Da wären „Toy Story“, „Tarzan“ und „König der Löwen“. Zu jeder Story gibt es diverse Charaktere, mit denen diese durchgespielt werden kann, was ich am Beispiel „Toy Story“ mal verdeutlichen werde: Ihr könnt euch hier entweder für „Woody“, den konservativen Spielzeug Cowboy oder „Buzz Lightyear“, den neuen High-tech Helden, entscheiden. Jedoch lassen sich die diversen im Spiel zu lösenden Aufgaben manchmal nur mit bestimmten Charakteren erfüllen. Also müsst ihr zwangsweise selten mal auf eure zweite Wahl zurückgreifen.
Jede Story birgt drei Level in sich. Diese müssen aber alle nacheinander freigespielt werden. Dies schafft man, indem man die bereits angesprochenen Aufgaben erfüllt. Hier muss man entweder diverse Gegenstände in einer bestimmten Zeit einsammeln oder eine gewisse Score erzielen, Freunde befreien indem man eine bestimmten Trick an der richtigen Stelle macht etc. Allerdings sucht man sich seine Aufgaben wie halt beim großen Bruder auch, frei im Level aus, in dem man die dortigen „Personen“ anspricht. Doch nicht nur Level lassen sich so frei spielen. Hier ist „DESA“ nämlich seinem Bruder etwas überlegener: Für jede Aufgabe wird man nicht zu knapp mit etwas belohnt, was die Kids natürlich weiter motiviert. Meistens handelt es sich bei den Belohnungen um Ausrüstung für den selbsterstellbaren Kiddi-Comicskater, Statistikpunkte oder gar neue Skater, die auch Spielentscheidend sein können oder ähnlichem. Natürlich lässt sich aber auch einfach in einem Level ohne ein Ziel herumskaten – just for fun. Auch ein Zweispieler Modus ist vorhanden. Wie schon gesagt, praktisch alle Modi wie auch bei „THPS“. Einzig der Parkeditor, der für die Kleinen doch etwas zu kompliziert wäre und auch bei Disney Fantasien wohl schwer zu gestalten wäre. Also Spielprinzip ist gleich, Modi sind gleich... da gibt es nicht viel mehr zu sagen.
Noch eine Sache gibt es wohl, die eher indirekt das Gameplay beeinflusst. Wenn man „THPS4“ Spielstände auf der Memory Card hat, ist es leider unmöglich etwas von „DESA“ zu speichern. Man bekommt ständig eine Fehlermeldung. Also muss man sich entweder von seinen alten Speicherständen trennen oder ohne zu speichern zocken. So etwas ist wirklich nicht nötig und sollte geprüft werden!
Steuerung:
Hier wurde geklotzt. Die ohnehin starke Steuerung von „THPS4“ ist weiterhin vorhanden. Da diese für die Kleinen aber etwas kompliziert erscheinen kann, ist standardmäßig auch eine Anfängersteuerung integriert. Zusätzlich fällt man auch nur schwer vom Board und es ist schwer die Balance nicht zu behalten. Egal bei welcher Steuerung, jeder der Tricks, hauptsächlich fantasievolle, geht spielend leicht von der Hand. Das besondere ist, dass jeder Charakter seine eigenen Tricks hat, natürlich längst nicht so viele wie es bei „THPS4“ der Fall ist. Wenn es sonderbare Aufgaben im Spiel gibt, wo das Skaten nicht unbedingt im Vordergrund steht, wird die neue Steuerung schnell erklärt und man hat alles kinderleicht im Handumdrehen im Griff.
Grafik:
Grafisch muss man sagen: Ordentlich, aber nichts besonderes. Der Comicstyle ist gut gemacht, jedoch ist das Spiel wenig detailreich. Flüssig ist es leider auch nicht immer, was die Kids aber nicht sonderlich stören sollte. Ansonsten muss man sagen, gute Animationen und alle nötigen Effekte sind drin. Vorgescriptete Events sind da um die Story zu schildern, während man sonst in gewohnter „Tony Hawk“ Kamera durch die Areale saust. Einfach gesagt ist „Tony Hawk’s Pro Skater 4“ optisch praktisch einfach in Disney und Zeichentrick konvertiert. Vom Level Design ist natürlich alles sehr bunt, alles sehr passend und es ist echt erstaunlich, was Activision alles „grindbar“ macht. So grindet man auf Büchern, Besteck, Kabeln, Badewannen oder auch auf einer Herdplatte. Vorsicht allerdings auch vor Clipping Fehlern, welche eigentlich nie passieren, aber bei mir ist das durch einen dummen Zufall auch schon vorgekommen. Diese können einen so zusagen gefangen nehmen und man muss das Spiel neustarten und alles neu machen, was man zuvor erspielt hat. Alles in allem muss man jedoch sagen, dass halt das Nötigste gut verrichtet worden ist, aber eine Dreamcast das auch noch ohne Probleme darstellen könnte.
Sound:
Wo der große Bruder immer sehr gut punktet muss sich der kleine hier von mir einige Kritik gefallen lassen. Während des Spielens lassen die Figuren plötzlich unglaublich nervige Sprüche ab, wobei der Umfang des Repertoires ihrer Sprüche sich zwischen drei oder vier beläuft. Das geht nicht nur den Großen schnell auf den Senkel, sondern auch den Kleinen. Abstellen lässt sich diese Jodelei leider nicht. Restliche Soundeffekte sind aber in gewohnter Stärke. Das beste beim großen Bruder war aber immer die Musik. Hier muss man zur Disney Version sagen: „Da kannst du dir noch ‚ne gehörige Scheibe von abschneiden, Kleiner!“. Vorhandene Popsongs, passen zwar gut, dennoch stößt man auch auf etwas „deftigere“ Titel, die für ein Kinderspiel meines Erachtens vollkommen fehl am Platz sind. Nicht sehr gravierend, aber auffällig. Die Songs an sich sind zwar Geschmackssache, aber objektiv betrachtet schon gut und halt teilweise auch passend.
Fazit:
Für Kinder ein guter Einstieg in die so berühmte „Tony Hawk“ Serie. Motivation und Spielspaß sind in jeden Falle gegeben. Für alte Hasen des großen Bruders ist das Spiel jedoch absolut keine Herausforderung. So hatte ich schnell Hammerscores erspielt, für die das Spiel überhaupt nicht konzipiert ist. Also wirklich nur was für Einsteiger oder Kleine. Aber im Grunde hat Activision einfach aus einem alten rostigen Auto ein altes rostiges Auto allerdings mit Ralleystreifen gemacht. Man braucht kein Spezialist sein, um sofort zu erkennen, dass „THPS4“ einfach nur umgeschrieben ist und man hier nicht mehr einfach von „Verwenden der selben Engine“ sprechen kann. Was an der einen Stelle fehlt taucht an anderer Stelle dafür mehr auf, sodass der Umfang sich ungefähr auf das gleiche beläuft. Trotzdem waren einige Abzüge notwendig, zum Beispiel beim Sound. Und auch die Story ist für moderne Zocker einfach zu infantil, wie so vieles andere auch. Da sich dieser Test nun mal auf normale Zocker bezieht, muss ich die Abstriche auf jeden Fall machen. Aber Kids oder Skatespieleinsteiger dürfen sich gerne einen ordentlichen Bazen an Punkten drauf rechnen.
Von M.Kreuzer
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| 7.0 | Grafik Typische Tony Hawk Optik, nur das nötigste, ruckelt schon mal, Clippingfehler | |
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| 7.8 | Sound Schon gute Songs, nicht immer passend, nervige Charaktersprüche | |
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| 7.8 | Spielspass Je nach Alter und Tony Hawk Erfahrung, jedoch vom Prinzip her spaßig und recht motivierend, Memory Card Bug | |
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| 7.3 | Gesamt | |
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