Review von S.Altemeier (mail) | 06. November 2003 | PAL Version
Was für ein Name für ein Game, und vor allem was für eine Produktbeschreibung auf der Rückseite des Spiels: „Das legendäre Super Bust A Move erscheint jetzt endlich für deinen GameCube! Fünf aufregende Spielmodi - inklusive des brandneuen 4-Spieler-Modus - fordern dein Geschick“. Stellt man sich natürlich direkt die Frage, was sich hinter all diesem Tamtam denn nun verstecken soll.
Von der „Bust a move“ - Reihe werden die meisten wohl schon mal gehört haben, denn diese Serie probiert schon seit längerer Zeit ein Konkurrent für den Nintendoklassiker „Tetris“ im Genre der Geschicklichkeitsspiele zu sein. Dies aber vornehmlich auf Heimkonsolen; für die Playstation 2 erschien zuletzt „Super Bust a Move 2“. Und nun soll also auch auf dem GameCube eine „Bust a move“ Ära eingeleitet werden, was anhand von fehlenden guten Geschicklichkeitsspielen (mit Ausnahme von Super Monkey Ball 1 und 2) vielleicht sogar gelingen könnten. Doch mehr dazu im folgenden Bericht.
Gameplay:
Prinzipiell geht es bei „Super Bust a move“ darum, mit Blasen, die man aus einem Blasenwerfer abfeuert, gleichfarbige Blasen auf der Spielfläche zu treffen, die natürlich wie in Tetris oben und unten sowie links und recht durch Balken begrenzt ist. Wenn man es nun geschafft hat, drei oder mehr Blasen der gleichen Farbe aneinander zu ketten, verschwinden die verketteten Blasen von der Bildfläche. Ziel ist selbstverständlich alle Blasen vom Spielfeld zu räumen, was sich anfangs im 1 Spieler Modus – der erste von fünf Spielmodi – noch recht einfach gestaltet. Es hängen öfters 2 gleichfarbige Blasen schon aneinander und man muss nur noch die dritte Blase dazu schießen. Da macht es auch nichts aus, dass alle Blasen auf dem Bildschirm nach einer gewissen Zeit immer weiter runtergedrückt werden (hängt von der Anzahl der aus dem Blasenwerfer abgeschossenen Blasen ab). Sollte es am unteren Bildschirmrand allerdings trotzdem mal zu eng werden, kann der Spaß ganz schnell zu Ende sein, denn sobald eine Blase die markierte Linie am unteren Bildrand überschreitet ist Ende im Gelände (also im Prinzip sowie Tetris nur von oben nach unten).
Allerdings bleibt es nicht die ganze Zeit so einfach wie im ersten Level, denn schon bald muss man sich nicht nur mit noch mehr unterschiedlichen Blasenfarben rumärgern, sondern auch mit Hindernissen, die sich zwischen die Blasen gesellen. Dabei reicht die Palette vom „Reflektionsblock“, der die Blasen in eine Richtung weiterleitet, über den „Richtungsblock“, welcher den Blasenwerfer in die angezeigte Richtung bewegt, bis hin zum „Verbindungsblock“. Vor allem letzterer kann einem den ein oder anderen Nerv kosten, da dieser Block, den Weg für Blasen versperrt und vor allem die Blasen die ihn treffen an ihm haften bleiben, so dass der Bildschirm nicht leerer, sondern voller wird. Aber gibt es nicht nur Hindernisse, die einem das Leben schwer machen, sondern auch nützliche andere Komponente, die per Blasenwerfer abgeschossen werden können. Hier geht es von Mini-Blasen die auch durch kleinere Lücken passen, bis hin zur Bowling-Blase, die alle Blasen aus dem Weg räumt, die sie auf ihrer Flugbahn trifft.
So viel zu den grundsätzlichen Elementen im Spiel, kommen wir zu den unterschiedlichen Modi. Der eben schon angesprochene Singleplayer „verspricht Bust-a-move Spaß pur“ und enthält eine Art Karte mit den Buchstaben des Alphabets als einzelne Spielorte. Nach dem man sich für einen der drei Schwierigkeitsgerade und einen von insgesamt 10 Spielern (8 sind sofort anwählbar, die anderen beiden müssen freigespielt werden) entschieden hat, kann es auch schon losgehen mit dem fröhlichen Blasenschießen. Nun beginnt man also auf der Karte bei „A“ (irgendwie logisch oder?) und ab jetzt erwarten einen 5 kleine Level pro Buchstaben. Sobald man alle Level von einem Buchstaben durchhat geht es zum nächsten, wobei man nicht alle Buchstaben spielen muss, um den Singleplayer Modus ein mal durchzuspielen, sondern nur um die sechs Stück. Allerdings kann auch dies recht zeitintensiv werden, denn die späteren Levels können nicht mal eben so in weniger als 45 Sekunden erledigt werden - der Zeit in der man einen Zeitbonus auf das Punktekonto gut geschrieben bekommt – sondern man braucht dann schon mal bis zu 3 Minuten. Leider ist es nicht möglich während des Einzelspielermodus den Fortschritt zu speichern, so dass man, wenn man den Modus durchspielen will schon etwas Zeit und vor allem Nerven mitbringen muss, denn der Frustfaktor ist an manchen Stellen schon sehr hoch. Wenn man dann doch mal keinen Bock mehr hat bzw. an einem Level immer wieder scheitert und die Konsole ausschaltet bzw. den Modus verlässt, so wird nur die erreichte Highscore gespeichert und man muss das nächste Mal wieder von vorne anfangen. Meines Erachtens eines der größten Mankos des Spiels.
Aber für diejenigen die nicht jedes mal wieder den Singleplayer von vorne anfangen wollen, hat Entwickler „Taito“ ja noch drei weitere Modi auf das Modul gepackt. Zum einen gibt es da das „CPU-Duell“ wo man sich mit dem Computergegner im Blasenabschießen messen kann. Zum anderen das „2 Spieler Duell“, dass wie der Name schon sagt, den Multiplayer darstellt. Hier kommen dann auch den verschiedenen Charakteren Bedeutung zu, denn jeder besitzt einen anderen Angriffsmodus. Manche werden sich jetzt sicherlich fragen, was denn ein Angriffsmodus mit einem Geschicklichkeitsspiel zu tun haben soll, doch die Antwort ist recht simpel. Denn hinter dem Ausdruck versteckt sich nichts anderes als die aus Tetirs bekannte Funktion, dass der Gegenspieler zusätzliche Blöcke bzw. in diesem Fall Blasen auf sein Spielfeld teleportiert bekommt sobald man bei sich mehr als drei gleichzeitig abgeschossen hat. Allerdings haben einige der Charaktere ein paar Gemeinheiten auf Lager. Denn anstatt der üblichen Blasen, transferieren diese Blöcke auf das Spielfeld des anderen, so dass dieser in seinen Aktionsmöglichkeiten doch arg eingeschränkt wird. Genauso läuft auch der 4-Spieler-Modus ab, allerdings halt mit 2 Spielern mehr.
Als letzter Menüpunkt vor den Optionen kommt der „Blase abschießen“ Modus in dem es darum geht mit dem Blasenwerfer (womit auch sonst?) die von oben herunterfallenden Blasen im Fallen abzuschießen. Während anfangs nur recht wenige Blasen fallen und auch nur von der gleichen Farbe, wird es mit der Zeit immer schwerer. Da fallen dann gerne schon mal viele verschiedene Farben in einer hohen Frequenz vom oberen Bildschirmrand, so dass es auch schon mal recht hektisch werden kann, denn keine Blase darf den Boden berühren, sonst ist Schluss. Glücklicherweise ist man in diesem Modus nicht darauf angewiesen, dass die Blasen in den richtigen Farben zur richtigen Zeit kommen (so wie in allen anderen Modi), sondern man kann mit dem L und R - Knopf die Farben der Blasen die man abschießen will jederzeit verändern.
Steuerung:
Wie dem ein oder anderen vielleicht schon aufgefallen sein mag, war in der Gameplay Beschreibung von kaum etwas anderem als vom abschießen der Blasen aus dem Blasenwerfer die Rede. Und so ist es im Prinzip auch. Mit dem A-Button schießt ihr die Blasen nach oben mit dem Analogstick oder dem digitalen Steuerkreuz verändert ihr die Richtung in die der Blasenwerfer die Blase schießt und falls das dann zu ungenau sein sollte, um die Blase perfekt zu positionieren, benutzt ihr L und R um ein Feintuning vorzunehmen. Im „Blase abschießen“ Modus ist die Steuerung noch ein wenig anders, denn dort wechselt ihr wie gesagt mit L und R die Farbe der Blase die ihr abschießen wollt. Außerdem könnt ihr nach dem Aufladen einer bestimmten Anzeige mit B alle Blasen auf dem Bildschirm platzen lassen. Insgesamt ist die Steuerung nicht schwammig, aber auch nicht so unglaublich präzise, so dass es in dieser Kategorie auf ein gutes Mittelmaß hinausläuft.
Grafik:
Geschicklichkeitsspiele leben ja für gewöhnlich nicht von der Grafik und genauso ist es auch bei „Super Bust a Move“, denn ob jemand die platten 2D-Spielfelder mit kunterbunten Hintergrundbildern und 2D-Charakteren, die die Blasenwerfer bedienen, schön oder besonders findet, will ich bezweifeln (falls es doch jemanden gibt, bitte bei mir melden). Dafür stehen die Charaktere wenigstens nicht nur die ganze Zeit an ihren Blasenwerfern und schießen die Blasen, sondern ducken sich, wenn die Blasen auf dem Spielfeld zu nah an den unteren Rand rücken oder machen schon mal Luftsprünge aus dem Bild und wieder zurück, wenn wirklich viele Blasen auf einmal geplatzt sind. Das ist zwar ganz nett anzuschauen, wiederholt sich allerdings nach kurzer Zeit schon, so dass es doch eher langweilig wird. Die Blasen sind zwar auch flach dargestellt, wirken allerdings ein wenig rundlich und sind nicht gezeichnet, sowie die Hintergründe oder Charaktere, sondern mit Gesichtern in einem Pseudo-3D animiert. Ein 60 Hz Modus fehlt, was allerdings auch bei dieser minimalst Grafik nicht wirklich ins Gewicht fällt. Immerhin läuft das Spiel die ganze Zeit flüssig; alles andere wäre auch einfach nur unverschämt für dieses Spiel gewesen.
Sound:
Der Sound beschränkt sich genauso wie Grafik nur auf das wesentliche bzw. auf das überhaupt existent sein. Denn auf das vor sich hinplätschernde, völlig belanglose Gedudel, sowie die quietschenden Laute, die die Charakter von sich geben und das Geräusch von zerplatzenden Blasen wird wohl jeder verzichten können. Also am Besten den Fernseher auf lautlos und die Lieblingsmusik in den CD-Player, so kommt man doch noch in den Genuss von hoffentlich guter Musik.
Fazit:
Super Bust a Move All Star ist ein spaßiges Geschicklichkeitsspiel, dass zwar nicht an die Super Monkey Ball - Games rankommt, aber dennoch kurzweilig recht viel Fun macht. Die Frustmomente, die durch die fehlende Speicherfunktion entstehen und den eher geringen Widerspielbarkeitswert des Singleplayermodus, gleichen die spaßigen Multiplayerpartien und der „Blase abschießen“ Modus wieder aus. Auch wenn Grafik und Sound nicht toll sind: Man kann Super Bust a Move All Star allen empfehlen, die kurzweiligen Geschicklichkeitsspielspaß suchen, der mehr an Tetris erinnert und nicht wie Super Monkey Ball auf ein völlig anderes Spielprinzip setzt. Vor allem aufgrund der sehr fairen 30 Euro, die als UVP angeben werden, noch empfehlenswerter.
Von S.Altemeier
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| 3.8 | Grafik Geschicklichkeitsspiel halt, alles flach und 2D | |
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| 5.9 | Sound Belangloses Gedudel und das Geräusch von zerplatzenden Blasen | |
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| 7.9 | Spielspass Kurzweiliges und vor allem im Mulitplayer sehr spaßiges Geschicklichkeitsspiel | |
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| 7.2 | Gesamt | |
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