Review von M.Wagner (mail) | 16. Dezember 2003 | PAL Version
Schon mit "Star Wars - Rogue Leader" bewies das Entwicklerstudio Factor 5 sein Können, entpuppte sich das Spiel doch wohl als bester Nintendo GameCube Launchtitel. Mit toller Optik, spannenden Missionen und erstklassigem Sound vermochte man selbst Star Wars Muffel vor den Schirm zu bannen. Im langerwarteten Sequel "Rebel Strike" kann der geneigte Spieler nun erneut in die Rollen der Rebellenhelden Luke Skywalker und Han Solo schlüpfen, um dem fiesen Imperium samt Erzbösewicht Darth Vader Einhalt zu gebieten. Dabei wurde mit neuen Features nicht gespart: Neben verbesserter Grafik, größerem Spielumfang und komplexeren Missionen, wartet der Titel nun auch mit einem Multiplayer Modus auf. Nachdem schon die frühe E3 Demo einen hervorragenden Eindruck hinterließ, waren wir auf die finale Version besonders gespannt. Unsere hohen Erwartungen sollten letztendlich nicht enttäuscht werden.
Gameplay:
Das Kernstück des Spieles bildet der insgesamt 14 Missionen umfassende single-player Modus. Die Missionsauswahl überrascht schon mit einem neuen, dreistufig verzweigtem Auswahlverfahren, wodurch nun nicht mehr zwingend in chronologischer Reihenfolge durchgespielt werden muss. Da "Rebel Strike" auf den Filmvorlagen der klassischen Trilogie Episode 4-6 basiert, entstammen einige Missionen der bekannten Passagen der Kinohits. Hier wurden z.B. Lukes Prüfungen zum Jedi Ritter, die Befreiung Leas vom Todesstern oder die rasante Jetspeeder Verfolgung durch die Wälder Endors umgesetzt. Für Abrundung sorgen ferner aber auch eigens kreierte Aufträge. Neuerdings bestreitet ihr die Missionen allerdings nicht nur in schnittigen Raumjägern, sondern müsst euer taktisches Geschick auch in Bodenkämpfen unter Beweis stellen. Hier seid ihr meist zu Fuß, lediglich mit Laserpistole und Lichtschwert gerüstet, unterwegs. In einigen Missionen steht aber auch schwereres Kriegsgerät zur Verfügung, wie etwa ein gekaperter imperialer Kampfläufer. Trotz unterschiedlichster Aufgaben, wie etwa Rettungsmissionen, Sabotageaufträgen oder dem Durchbruch durch die feindlichen Linien, spielen sich die Bodenkämpfe recht eintönig und erreichen nicht das hohe Niveau der Raumschlachten. Dies liegt in erster Linie am zu niedrigen Schwierigkeitsgrad. Taktisches Geschick und Kontrolle der Spielfigur sind nahezu unerheblich, da allein konsequentes Dauerfeuer schon problemlos zum Erfolg führt.
Da stellen die spannenden Weltraumschlachten schon eine größere Herausforderung dar. Hier entfaltet sich die geniale Kombination aus Raumkampfsimulation und rassigen Feuergefechten vollends und bereitet durch nahezu perfektes Gameplay ungeheuren Spielspaß. Im schnittigen X-Wing Jäger erledigt ihr ganze Schwärme imperialer Tie-Fighter, während ihr mit dem kampfstärkeren B-Wing auch schon einmal größere Schiffe aufs Korn nehmen könnt. Ferner stehen Patroullienmissionen mit dem A-Wing und schwere Bombardements mittels Y-Wing auf dem Programm.
Das Missionsdesign ist durchweg interessant und spannend. In schicken Videosequenzen, wobei es sich zum größten Teil um Filmmaterial handelt, erfahrt ihr mehr über eure Spielerfolge oder werdet von plötzlichen Wendungen der Auftragslage überrascht. Nach der Mission werdet ihr, je nach Abschneiden, mit Medallien belohnt, für deren Punktwert man insgesamt fünf weitere Bonusmissionen freispielen kann. Damit bietet der Solomodus einen mehr als ausreichenden Spielumfang. Dank der Medallien und auffindbarer Specials, laden alle Missionen sogar zu mehrfachem Durchspielen ein.
Neben der Solokampagne bietet Rebel Strike aber auch einen umfangreichen Multiplayer Modus. Im Co-Op Modus könnt ihr alle Missionen des Vorgängers Rogue Leader in chronologischer Reihenfolge durchspielen. Für zünftige Duelle wird gleich mit vier Spielmodi gesorgt. Hier steht nicht nur Kriegsgerät der Rebellen, sondern auch imperiale Maschinerie wie etwa der Tie-Fighter, oder gar Darth Vaders Spezial Jäger, zur Verfügung. Neben den klassischen Duellen wird eine capture the flag Variante und ein Schlacht Modus, in dem der Spieler mit den meisten Abschüssen gewinnt, geboten. Dank jeder Menge Computergegnern bieten die Multiplayer Partien eine ebenso dichte Atmosphäre wie das single-player Spiel, einfach genial. Der Special Modus beinhaltet dann ein wenig aus der Rolle fallende Missionen, wie etwa Kampfläufer Duelle. Für den Multiplayer Modus wurde auch eine kleine GBA-Link Funktion integriert. Über den GBA können Anweisungen an die Flügelmänner gegeben werden, ohne dass der gegnerische Spieler etwas davon mitbekommt. Leider ist der komplette Multiplayer Modus auf zwei Spieler begrenzt.
Rebel Strike benötigt 5 Speicherplätze auf der Memory Card. Die Ladezeiten bewegen sich insgesamt im akzeptablem Rahmen, die Missionen werden dank reichlichem Laufwerk Streaming nicht durch Nachladen unterbrochen.
Die in schwarz-weiß gehaltene Spielanleitung erklärt auf 22 Seiten alle Aspekte des Spieles in ausreichendem Maße.
Steuerung:
Rebel Strike lässt sich sehr gut mit dem GameCube Controller steuern. In den Raumkampfmissionen überzeugt vor allem die sehr direkte Kontrolle eures Jägers per Analogstick und lässt prima Arcade Feeling aufkommen. Im Formationsflug kommen allerdings kleinere Probleme auf, da man bei schnellen Manövern schon einmal kurz am Schiff des Kampfgefährten anhakt. Zum Glück kann man den Flügelmännern per digitalem Steuerkreuz kurze Befehle zuweisen, um somit die Formation aufzulösen und für freie Flugbahn zu sorgen. Der praktische Zielcomputer erleichtert, wie auch schon im Vorgänger, das Zerlegen der Gegner mittels Primär- und Sekundärwaffen.
Auch in den Bodenmissionen habt ihr eure Spielfigur jederzeit gut im Griff. Um den Gegnern nicht zu viel Angriffsfläche zu bieten, sollte man sich so oft wie möglich hinter solide Objekte ducken. Mit einer feinen Seitwärtsrolle kann man sich dann schnell wieder in Schussposition begeben. Leider leistet hier die automatische Zielerfassung keine überzeugenden Dienste und visiert nicht immer den nächststehenden Gegner an. Auf Grund des hohen Feindaufkommens muss man daher immer mal wieder hin und her rennen, um noch versprengte Gegnertruppen aufs Korn nehmen zu können.
Grafik:
In grafischen Belangen weiß Rebel Strike wirklich vollkommen zu überzeugen. Wie gewohnt wird das Spiel in der 3rd Person Perspektive dargestellt. Die Optik wurde im Vergleich zum Vorgänger nochmals deutlich verbessert und bietet nun noch detailliertere Grafik bei größerer Sichtweite. Trotz der höheren Polygonanzahl leistet die Grafikengine wirklich Erstaunliches, da selbst bei höchstem Gegneraufkommen die Framerate konstant hoch liegt. Selbst der Multiplayer split-screen Modus läuft bei kaum reduzierter Bildqualität absolut flüssig. Auch die Spielwelten wurden opulent in Szene gesetzt, so stellen vor allem die Missionen in den Wäldern Endors wahre Grafik-Leckerbissen dar. Die zahlreichen Spezialeffekte, wie etwa die bildschirmfüllenden Explosionen, gehören ebenfalls zum Besten, was die momentane Konsolengeneration zu bieten hat. Kleinere Probleme bereitet lediglich die träge Kameraführung in einigen Bodenmissionen. So kommt es vor allem innerhalb von Gebäuden gelegentlich zu unglücklichen Bildeinstellungen.
Rebel Strike unterstützt den PAL 60Hz. Modus per RGB Kabel.
Sound:
Auch musikthematisch orientiert sich Rebel Strike stark an den Filmvorlagen. Sowohl in den Menüs, als auch im Spiel, prägen immer wieder die bekannten Themen den Spielverlauf und sorgen für erstklassigen Hörgenuss. Über Bordfunk halten euch die Kameraden per gut verständlicher Sprachausgabe auf dem Laufenden. Zusätzlich gibt es natürlich jede Menge Soundeffekte in Form von Laserfeuer, kreischenden Tie-Fightern und krachigen Explosionen auf die Ohren. Audio Freaks können sich über Dolby Surround Pro Logic 2 Support freuen.
Fazit:
Factor 5 hat bei Rebel Strike wirklich alles richtig gemacht, übertrifft es den Vorgänger doch in allen Belangen. Der Einzelspieler Modus glänzt, trotz der etwas simplen Bodenmissionen, mit nahezu perfekter Spielbarkeit und bereitet jede Menge Spielspaß. Das tolle Missionsdesign lässt absolutes Kinofeeling aufkommen. Wahrlich geklotzt wurde für den genialen Multiplayer Mode, der neben spannenden Duellen auch gleich alle Missionen von Rogue Leader im co-op Modus bietet. Die erstklassige Grafik und der tolle Sound runden das durchweg positive Gesamtbild ab. Rebel Strike ist ein absolutes Spitzspiel, das in keiner GameCube Sammlung fehlen sollte.
Von M.Wagner
|
 |  | |  |
| 9.5 | Grafik Superbe Grafik und tolle Videosequenzen; teils misslungene Kameraführung | |
|  | |
| 9.9 | Sound Perfekte Untermalung des Spielgeschehens; tolle Soundeffekte | |
|  | |
| 9.2 | Spielspass Überzeugende Solo Kampagne mit großem Spielumfang; Bodenmissionen zu simpel; toller Multiplayer Modus | |
|  | |
| 9.3 | Gesamt | |
|

Diskutiert über dieses Spiel in unserem Forum!
|