SX Superstar
Review von D.Wackerbauer (mail) | 19. Dezember 2003 | PAL Version

SX Superstar? Der Titel hört sich aber verdammt stark nach einem weiteren Fun-Sportspiel an und zur Freude oder zum Leide der Fun-Sportspiele Veteranen, ist es auch einer. Zwar nicht wie im Sinne von Tony etc., da das Hauptaugenmerk auf das/den Rennen/Wettkampf beschränkt ist, doch da auch dieses eher auf Fun als auf Anspruch zielt, kann man es ohne bedenken Fun-Sportspiel nennen. Um es gleich vorweg zu sagen, bei SX Superstar handelt es sich um ein “Motorcross-Rennspiel“, bei dem du mit Bikes durch unebenes Gelände düst und wahnsinnige Sprünge von Rampen/Hügel vollbringst. Diese Sportart wirkt schon im Fernseher immer beeindruckend und lässt einem beim zusehen die Kinnlade nach unten klappen. So könnte man sich doch eigentlich auch auf ein Game dazu freuen, da es ja, wenn es denn mit rechten Dingen zugeht, nur heiße Action und Stunts bieten sollte. Die Verpackung verspricht auf jeden Fall schon mal „Hammerharte SX-Action überlebe sie nicht nur – lebe sie“ nun ja, ich hoffe ich überlebe dieses Review.

Gameplay:
Nach einer kleinen Einführung, durch die üblichen Zusammenschnitte spektakulärer „Stunts“, gelangst du ins Hauptmenü. In dem du zwischen den üblichen Modi wählen kannst also Arcade, Meisterschaft und dem Mehrspielermodus. Schon am Anfang fallen einem die sehr langen Ladezeiten auf, die meiner Ansicht nach auch noch viel zu oft vorkommen und den Spielspass schon trüben, bevor das eigentliche Rennen überhaupt losgeht. Nach fast jeder Aktion wird geladen und das fast immer 25 Sekunden lang, da platzt einem dann schon irgendwann die Geduld. Trotzdem begebe ich mich mit einem Funken Hoffnung auf eine positive Überraschung zum ersten Rennen. Bevor ich dies starte, wähle ich mir ein Bike aus den unterschiedlichen Klassen, einen Fahrer (es gibt eine beachtlich große Anzahl an Fahrern zu wählen, die sich in unterschiedliche Kategorien verteilen Amateur- Fahrer, Profi Fahrer, und Semi-Profi-Fahrer) und ein Strecke, bei der Strecke kann ich zwischen normalen Rennen oder „Stunt-Arena“ wählen. Ich starte das Rennen und bin freudig überrascht, das Bike lässt sich recht gut steuern und die Grafik sieht schön aus. Es wird einem sofort klar, das sich die Entwickler nicht unbedingt auf Realismus konzentriert haben, was wohl auch nicht vorgesehen war, sondern darauf einen Fun-Racer zu kreieren. Leider ist dies nicht so gut gelungen. Der Arcade-Modus bietet zwar Spaß, weiß aber nicht zu überzeugen. Dafür gibt es einfach zu wenig zu entdecken, die Strecken sind ansehnlich aber die Gegner zu anspruchslos. Auch beim Stuntmodus fehlt das gewisse Etwas, man sollte doch erwarten können, das wenigstens ein paar Stunts mehr zur Auswahl stehen als die hier gebotenen 30, zumal es im realen Leben mit Sicherheit mehr gibt. Die Arenen zeigen sich in einem wirklich gutem Design und machen einiges her aber das alleine zählt ja nicht, die Tricks wirken im Gegensatz dazu alle irgendwie zu „steif“ und nicht unbedingt spektakulär.
Gut finde ich, sind die unterschiedlichen Renntypen, da gibt es zum Einem die Arena/Outdoor-Kurs hier fährst du ein normales Rennen, das Baja-Rennen bei dem du Checkpoints in der richtigen Reihenfolge durchfahren musst, das Stunt-Event bei dem du deinen Gegner anhand von „Stuntpunkten“ besiegen musst, das A nach B Rennen, hier muss der Spieler so schnell wie möglich zum Ende der Strecke gelangen aber dabei noch die Checkpoints in der richtigen Reihenfolge durchfahren und als letztes wird einem noch das Uphill geboten, bei dem du eine starke Steigung so schnell wie möglich hinaufdüst und dabei keinen Checkpoint verpassen darfst. Also man sieht genug Abwechslung gibt es bei SX Superstar schon und manche dieser Renntypen bringen auch wirklich Fun.
Der „Hauptmodi“ bei dem Spiel, stellt die Meisterschaft dar, sie ist wie ein üblicher Karriere-Modus aufgebaut. Du fährst deine Rennen gegen den Computer und versuchst bestmöglich abzuschneiden, dabei verdienst du dir dann auch Kohle mit Hilfe derer du dir dein Traumbike zusammenstellen kannst. Ab und an musst du dann dein Faxgerät oder Anrufbeantworter abfragen, denn es kann passieren das man dir einen Sponsorenvertrag anbietet oder deine Mutter angerufen hat um zu fragen wie es dir denn geht.
Im Mehrspielermodus kann man nur zu zweit spielen, was sehr bedauerlich ist, da heut zu Tage ein Vierspieler-Modus bei Arcade-Spielen Standart sein sollte. Sonst gibt es nicht viel zum Mehrspielermodus zu berichten. Du fährst zu zweit die Strecken ab und versucht die Kontrahenten abzuschütteln, eben so wie in jedem anderen Rennspiel auch, es gibt nichts besonders erwähnenswertes oder aufregendes, das den Mehrspielermodus vor den anderen Rennspielen herausstechen lässt und somit ende ich hier auch.

Steuerung:
Die Steuerung ist einfach, mit A wird Gas gegeben, mit B gebremst, R benutzt man damit man sauber in die Kurven fährt und L fürs anheizen und dann gibt es noch den Z Knopf für die Nitros und der Rest der Knöpfe sind für die Tricks bedacht. Das Bike lässt sich recht gut fahren, was mit Sicherheit auch daran liegt, das die Steuerung (das Spiel) sehr arcadelastig ist und somit auch anfängerfreundlich. Mehr gibt es zur Steuerung nicht zu sagen.

Grafik:
Die Strecken sehen auf jeden Fall gut aus und bieten einem eine schöne Grafik und Fernsicht, sie sind recht abwechslungsreich kreiert und den ein oder anderen kleinen Hingucker gibt es auch, vielleicht hätten sie evtl. ein bisschen mehr Bewegung am Rand (rumstehende Leute) vertragen können. Zu bemängeln wäre die Zweidimensionale Randbebauung. Die Bewegungsabläufe des Fahrers sehen nicht immer hundertprozentig sauber aus und beim „auf einem Rad fahren“ kommt es zu starken ruckeln. Schade ist auch, das man durch fast alle Bäume am Straßenrand fahren kann, was nicht gerade einen guten Eindruck hinterlässt. Sonst gibt es noch die üblichen Effekte zu bewundern, wie z.B. das aufwirbeln von Dreck oder das Qualmen der Räder. Bei Regen spritzen dir ein paar Tropfen gegen den Bildschirm und verschlechtern so für einen kurzen Moment die Sicht.

Sound:
Der Sound ist sehr gut und bietet hauptsächlich punkige Stücke u.a. von den Deftones, Box Car Racer und Apollo Four Forty, die zum eigentlichen Renngeschehen gut passen und dein Bike voran treiben. Leider gibt es gerade mal 10 verschiedene Songs, was meiner Ansicht nach zu wenig ist. Die Motorengeräusche wissen nicht ganz zu überzeugen und hätten ruhig etwas “brummiger“ ausfallen können. Die Synchronisation ist wiederum gelungen, doch all zu viel Sprachausgabe wurde dem Game nicht verpasst, so bleibt uns sogar beim Rennen ein Kommentator verwehrt, ob dies gut oder schlecht ist muss jeder selbst entscheiden, ich persönlich vermisse den Kommentator nicht, der krachende Sound kommt viel besser rüber.

Fazit:
SX Superstar ist mal wieder so ein Spiel, das man nicht unbedingt braucht. Die Grafik ist zwar recht nett, doch das Alleine reicht ja bekanntlich nicht. Auch die vielen Spielmodi, Fahrer und Bikes können nichts daran ändern, dass das Spiel nur im Mittefeld versinkt. Die Ladezeiten sind einfach viel zu lang für GameCube-Verhältnisse und rauben einem den letzten Nerv, so das man auf Grund dieser Tatsache schon keine Lust mehr hat auf eine weitere Runde Cross. Richtige Motocross – Fans, hätten vielleicht Spaß an diesem Titel, da es auch nicht gerade viele alternativen auf dem Cube gibt, könnten sie evtl. zugreifen. Doch alle Anderen sollten sich nach besseren Games umsehen und ihr Geld da anlegen.

Von D.Wackerbauer
7.5Grafik
Insgesamt recht nette Aufmachung, aber des öfteren Ruckler
7.9Sound
Sehr gut und rockig aber kein Kommentator und zu wenig Songs
6.5Spielspass
Viele Fahrer und Bikes aber kein Vierspielermodus und somit schnell langweilig
6.5Gesamt

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