Review von L.Peterke (mail) | 26. März 2006 | PAL Version
Mario stürmt in den Strafraum, er passt zu Toad, dieser setzt zum Fallrückzieher an und… Wario hält ihn mit einer Blutgrätsche auf! Volltreffer! Schiri, Abpfiff!
Na, wo steckt der Fehlerteufel? Richtig: Den Schiri gibt’s nicht! Denn nach Mario Tennis und Mario Kart haben die Konsorten aus dem Pilzkönigreich offenbar gefallen an rabiaten Dingen gefallen gefunden. Beim Tennis wurde gerne mal der eine oder andere fiese Trick angewandt, beim Kart-Rennen Panzer umhergeschleudert und beim neuesten „Sport“-Ableger werden die Regeln nun gleich ganz weggelassen! Das Runde muss ins Eckige, egal wie! Und dabei ist jedes Mittel recht. Die Rede ist natürlich vom Fußball, dem runden Leder das die Welt bedeutet. Der Spaß nennt sich „Mario Smash Football“ und ob diese Fußball-Rauferei ähnliche Multiplayer-Qualitäten wie ein Mario Tennis zu Stande bringt, lest ihr jetzt. Also: Anpfiff!
Gameplay:
Nach dem Einschalten des Spiels werden wir zunächst mit einer stimmigen Videosequenz auf das Spektakel vorbereitet. Im Hauptmenü darf dann zwischen einigen Modi gewählt werden. Als erstes springt hier der Modus „Bolzplatz“ ins Gesicht. Ein klassisches Einzel-Spiel für 1-4 Spieler und wahlweise auch gegen einen Computergegner. Hier darf für jedes Team ein Teamführer gewählt werden. Das sind dann zum Beispiel Mario, Peach, Yoshi oder Luigi. Fleißige Spieler dürfen später aus 9 Charakteren wählen. Dazu werden noch jeweils 4 Mitspieler gewählt. Das sind zum Beispiel Koopas oder Toads. Danach wird nur noch die Arena gewählt und auf geht’s! Hier wird schon deutlich wie spontan sich das Spiel gibt. Es geht sofort los mit der Action und der Spielspaß schießt aus allen Rohren. Nach einem Duell gibt es ausführliche Statistiken und die Möglichkeit zu einem Rückspiel.
In den Modi „Pokalturnier“ und (später anwählbar) „Superpokalturnier“ werden Turniere mit steigendem Schwierigkeitsgrad ausgetragen. Lohn der Mühen sind dann zum Beispiel neue Charaktere und Arenen. Ähnlich wie bei Super Smash Brothers Melee kann hier ein eigenes Turnier für bis zu 16 Teilnehmer erstellt werden, in dem die Controller herumgereicht werden. Im Trainingsmodus gibt es zudem die Möglichkeit verschiedene Tutorials zu durchlaufen und spezielle Spielzüge zu üben.
Doch nun soll das Leder rollen! Ich entscheide mich für den „Blumen-Pokal“ und wähle Mario zum Teamkapitän meines Vertrauens. Nach dem Anpfiff rasselt auch sofort eine Zeituhr gen Null. Die Steuerung gestaltet sich dabei im Grundprinzip sehr einsteigerfreundlich: Stick: Laufen, A-Taste: Pass, B-Taste: Torschuss. Ist der Gegner am Ball oder liegt der Ball liegt herrenlos auf dem Spielfeld, kann mit der A-Taste der Charakter gewechselt werden. So lassen sich zwischen Teamchef und seine Teamhelfern hin- und her schalten. Nachdem man sich mit Hochpässen, Abgaben und Ausweichmanövern zum Tor vorgekämpft hat, geht’s ans Einlochen. Mit der B-Taste wird draufgezimmert. Hier besteht die Möglichkeit durch gedrückt halten von B den Schuss aufzuladen. Allerdings ist man in dieser Zeit ein perfektes Ziel für den Gegner.
Führt man diese Aktion mit dem Teamkapitän aus und treibt es bis zum Äußersten, kommt hier eine der großen Sonderheiten von Mario Smash Football zu Tage: Nach einer Zeit erscheint eine Skala, auf der ein weißer Strich hin und her wandert. Hier muss zweimal mit dem A-Knopf bestätigt werden. Am besten natürlich, wenn der weiße Strich im grünen Bereich liegt. Dann zimmert ihr nämlich einen effektvollen Spezialschuss ab, der selbst bei Fehlschlag eine riesige Explosion hinterlässt. Seit ihr erfolgreich, dann hat der Torwart keine Chance und wird buchstäblich ins Tor zurück geschleudert. Positiv dabei: Im Gegensatz zu einem normalen Tor gibt’s hier gleich 2Tore. Wer am Ende der Zeit die meisten Tore hat, gewinnt. Bei unentschieden ausgegangen Matches startet gnadenlos das Golden Goal.
In meinem Fall gewinne ich 3:0 gegen Donkey Kong. Auf leichteren Schwierigkeitsgraden hat man recht schnell den Dreh raus und weiß mit welchen Manövern man dem Gegner Paroli bietet. In den späteren Pokalrunden ist dies jedoch nicht mehr so leicht. Der Gegner ist gnadenlos mit Blutgrätschen – ausführbar mit der Y-Taste – und dribbelt euch des Öfteren schon mal aus. Hier ist jedes Tor wertvoll und ein kleiner Fehler kann schon zum Gegentor führen. Nicht selten entsteht dabei Spannung pur und man sitzt fast euphorisch vor dem Bildschirm.
Falls es mit dem Ballgeschick einmal nicht klappt, bleiben einem noch die obligatorischen Items, die mit der X-Taste verwendet werden. Man hat maximal 3 Items zur Verfügung, zwischen denen man mit der Z-Taste wählt. Items erhaltet ihr als kleine Entschädigung, wenn der Gegner bei einem Charakter eine Blutgrätsche ansetzt, der nicht im Ballbesitz ist. Allerdings gilt diese Regelung auch zu Gunsten des Gegners. Daher heißt es hier aufpassen und alle Raffinessen der Ballkunst anwenden. In Kombination mit der linken Schultertaste werden die Schüsse zu Lupfern, mit der R-Taste kann ein Spurt hingelegt werden und Pässe zu einem Mitspieler vor dem gegnerischen Tor werden zu „Traumpässen“, die dann mit ein wenig Glück in Slow-Motion ausgeführt und verwandelt werden können.
Natürlich ist auch Bowser vertreten. Er taucht gerne einmal während eines Spieles auf und bringt das Spielfeld ins wanken und wütet dann mit Flammen und Stampfereien. So spielt man sich durch eine ganze Reihe an Pokalturnieren. Zwar bietet Mario Smash Football wenig Abwechslung, jedoch sitzt man schon ein gutes Stück dabei, denn neue Charaktere, Arenen und Cheats sorgen für Motivation beim Durchzocken. Leider hat es Nintendo versäumt die zum Beispiel in Mario Power Tennis enthaltenen Minispiele einzubauen. Ein Torwand- oder Elfmeterschießen wäre hier noch ein Pluspunkt gewesen.
Grafik:
Was erwartet man von einem Fußball-Spiel mit Fun-Faktor? Auf jeden Fall ist die Grafik bei Mario Smash Football eine runde Sache. Die Charaktere sind sehr detailreich animiert, die Effekte bei Superschüssen sehen klasse aus und es macht richtig Spaß zuzusehen, wenn Mario ein Tor landet und jubelnd seinem Fanblock und der Kamera zuwinkt. Allerdings sind mir starke Slowdowns aufgefallen, wenn man gegen einen bestimmten Gegner spielt. Im Allgemeinen ist die Grafik aber doch mehr als zufriedenstellend und viel mehr hätte man hier aus dem GameCube auch nicht herauskitzeln können. Die Zuschauer bestehen aus Bitmaps, allerdings liegt der Fokus der Kamera sowieso meist nur auf dem Spielfeld, weshalb dies nicht weiter auffällt.
Sound:
Irgendwie ist es witzig. Auch wenn wir in jedem Mario-Spiel die selben Sounds hören, so ist es doch bei Mario Smash Football eine ganz andere Sache, wenn Yoshi seine Laute von sich gibt und dabei Luigi gegen die Arenenbegrenzung knallt. Die Hintergrund Musik hält sich etwas dezenter, aber sobald ein Tor fällt heißt es „Goooaaaaalll“ und das Publikum jubelt und das Replay läuft über den Screen. Sicher, wir haben hier nichts Besonderes, aber hey, es ist auch nur ein Fun-Fußballspiel und kein Dancing Stage Mario Mix.
Multiplayer:
Muss man hierzu noch was sagen? Ja? Ganz ehrlich? Also um es mit einem Wort zu beschreiben, dann würde ich mal sagen „Geil“. Was hier an Spielspaß aufkommt ist unglaublich. Mit einem Smash Football-Turnier ist jeder Spieleabend zweifelsfrei gerettet. Teamspiele 2 gegen 2 oder Gegen den Computer . Es darf beliebig kombiniert werden. Ich glaube neben Mario Kart: Double Dash und Super Smash Brothers Melee zähle ich Mario Smash Football zu meinen GameCube-Favoriten.
Fazit:
Mario Smash Football ist ein Volltreffer. Ich hatte selten soviel Spaß bei einem Multiplayer-Titel. Allerdings kommt hier der bittere Nachgeschmack zu Tage: Spätestens nach dem Durchspielen der Pokalturniere ist beim Einzelspieler-Modus die Luft raus. Denn im Prinzip ist der Spielablauf recht gleich. Fakt bleibt aber: Selbst wenn das Spiel bei einzelnen Spielern im Regal verschwindet, spätestens wenn der nächste Zockerbesuch da ist, wird es wieder herausgekramt. Und was gibt es schöneres, als sich kurz vor der WM mit so einem Spiel darauf einzustimmen? In einer Multiplayer-Sammlung ist Mario Smash Football jedenfalls ein eindeutiger Pflichttitel.
Zweite Meinung:
Als Nintendo auf der E3 2005 Mario Smash Football beziehungsweise Super Mario Strikers, wie es ja in den Staaten heißt, angekündigt hat, war sofort klar, dass es sich bei diesem Titel einmal mehr um einen Multiplayerhammer handeln würde. Diese Vermutung wurde auch voll und ganz bestätigt, als wir auf der Games Convention die Möglichkeit hatten den Titel erstmals anzuspielen. Die Versprechungen seitens Nintendo auch den Einzelplayer-Part nicht zu vernachlässigen wurden jedoch bei Weitem nicht eingehalten. Nach maximal 8 Stunden hat man im Spiel alles gesehen und alle Pokalturniere und Spielfelder erspielt. Hier hätten sich die Entwickler mehr ins Zeug legen müssen, um Solisten länger an den Controller zu fesseln. In dieser Hinsicht ist vor allem schade, dass es nur sehr wenige, freischaltbare Extras wie neue Spieler oder Arenen gibt.
Im Multiplayer ist der Titel hingegen eine absolute Spielspaßgranate! Besonders beim Gebolze zu viert entfaltet Mario Smash Football seine ganze Stärke und bietet durch das actiongeladene Gameplay und die sehr leicht zu erlernende Steuerung stundenlanges Vergnügen. Zudem ist Mario Smash Football ein Titel den man immer wieder gerne herauskramt wenn Freunde zu Besuch sind. Insgesamt ist der Titel neben Super Smash Brothers Melee mein persönlicher Multiplayer-Favorit auf dem GameCube und sollte wirklich in keiner gut sortieren Multiplayer-Sammlung fehlen. Solisten sollten hingegen lieber erst einmal Probe spielen.
K.Witecy
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Von L.Peterke
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| 8.7 | Grafik Unter bestimmten Umständen schon mal ein Slowdown, sonst aber wie aus einem Guss mit tollen Animationen | |
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| 8.4 | Sound Passt und unterstreicht die Atmosphäre des Spiels. Dolby Pro Logic II-Support gibt’s auch | |
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| 9.4 | Spielspass Im Singleplayer nach einiger Zeit eintönig, im Multiplayer unschlagbar | |
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| 8.9 | Gesamt | |
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