Review von M.Kreuzer (mail) | 19. Dezember 2002 | PAL Version
Was ist, wenn man einem Pickup vierfach so große und breite Reifen mit 15cm Profil, einen mehr als 1000 PS Motor mit speziellem Alkohol Brennstoff und dem Chassie ein geniales Painting, gibt? Richtig! Willkommen bei den Monster Trucks. In Deutschland eher unpopulär, aber in den USA ein großer Hit. Die ein oder anderen werden sie aus dem Fernsehen kennen. Diese Monster Trucks treten zumindest im Fernsehen immer zu zweit gegeneinander an und versuchen nebeneinander jeweils über eine lange Reihe von Trashcars als erster anzukommen. Doch in Monster Jam lässt man die Giganten hart auf hart in einem Deathmatch gegeneinander antreten und das nicht zu zweit sondern mindestens zu viert.
Gameplay:
In drei verschiedenen Modi (Exhebition, Season, Mini-Game) kann man als Fahrer eines Monster Trucks sein Glück versuchen. Die drei Modi unterscheiden sich aber alle herzlich wenig voneinander, da das Ziel sowieso fast immer das gleiche ist: Alle zerstören oder, wenn es sich um ein „Rennen“ handelt, entweder zerstören oder als erster ins Ziel kommen. Zum zerstören eines Gegners darf man sich stupider Mittel bedienen. Übertriebene Waffen auf dem Chassi oder man rammt einfach den Gegner. Bei letzterem ist es ein Glücksfall, wer den Schaden, welcher in einer Leiste angezeigt wird, abbekommt, da die Abfrage desolat ist. Springt man mit voll Wucht auf seinen Gegner, so bekommt man manchmal selber Schaden ab. Also bedient man sich der Waffen. Hat man in einem Level genug Gewalt angewandt, so füllt sich langsam die „Monster Jam“-Anzeige. Ist diese vollständig gefüllt, so verliert jeder Gegner bei einem Zusammenstoß oder Abschuss doppelt soviel Energie. Abwechslung gibt es weder durch die geringe Anzahl der mit Extras geizenden Levels noch durch eine Vielfalt an Modi. Mit anderen Worten, das Spiel wird schnell langweilig. Da tröstet auch nicht der 2 Spielermodus drüber hinweg. Dieser besteht darin, alles, was man sonst auch machen kann, zu zweit zu bestreiten, wobei es dann nicht mehr auf die Computergegner ankommt, sondern nur darauf, wie man gegen seinen Mitspieler abschneidet. Genau aus diesem Grund hat auch bald dieser keine Lust mehr dem Spiel weitere Zeit zu schenken. Was nützt außerdem die Lizenz? Es gibt viele Autos, aber die bekanntesten aller Monster Trucks wie etwa „Bigfoot“ oder „Bearfoot“ fehlen komplett. Auch mein persönlicher Liebling „Master of Desaster“ fehlt. Ansonsten ist aber die komplette Garde, wie etwa „Grave Digger“ oder „Raptoid“ vertreten. Leihen suchen aber eh nur nach den Kriterien Leistung oder Design ihren Truck aus und wissen daher nichts damit anzufangen. Leider vermisst man jegliches „Autobügeln“ im klassischen Stil, was das Spiel, sofern es gut umgesetzt worden wäre, sicher interessanter gemacht hätte. Doch man fährt immer nur in unrealistischen Arenen und wenn es Reihen von Autos gibt, dann nützten sie eigentlich überhaupt nichts, weil ihr eigentlicher Sinn verloren gegangen ist.
Steuerung:
Die Steuerung gestaltet sich sehr simpel, denn sie besteht lediglich aus vier Knöpfen und dem Controlstick. Schwierige Manöver sind nie aus zu führen. Für das Abschießen der Gegner gibt es ein Auto-Aim. Ansonsten heißt die Devise: Immer drauf! Die Fahrzeuge verhalten sich sehr unrealistisch und sind auch dementsprechend sehr leicht zu manövrieren, da man überhaupt nicht gegenlenken muss. Wenn der Truck doch einmal ausschert, dann ist er mit dem leichtesten Betätigen der Bremstaste wieder einzufangen. Außerdem lässt sich der Truck in der Luft steuern, was wiederum unrealistisch ist. Todsünde ist es beim Absprung zu lenken, denn dann dreht sich der Truck unverständlicher Weise um 180°. Selbst die Sprünge sind derartig unrealistisch berechnet, dass der Spieler häufig nicht mit der Landung auf dem Fleck rechnet. Springt man hoch, sieht man außerdem nicht, was unter einem passiert.
Grafik:
Auch hier sehr magere Kost. Viele Texturen sind einfach nur ein paar Pixelhaufen und einfach nur lieblos. Genau wie das Leveldesign. Es fehlen einfach die gewissen Extras. Die Grafik wäre selbst auf der Dreamcast alle mal Mittelmaß. Für heutige Verhältnisse einfach eine Frechheit, wenn da nicht noch die wirklich wunderschön designten Trucks wäre. Diese sind die einzigen Objekte im Spiel, die wirklich mit Liebe gemacht scheinen. Zwar sind auch diese nicht übermäßig polygonbestückt, doch sie sehen wirklich genau wie die originale aus und auf ihnen findet man schönes Envirementmapping (Spiegelungen auf dem Fahrzeug). Doch auch hier ein weiter Kritikpunkt: Erst kurz bevor man vollkommen zerstört ist, setzt ein Schadensmodell an, welches bei jedem Truck gleich ist. Leider kann man auch nicht durch die pixeligen Scheiben der Riesen sehen. Das Menü ist sehr nüchtern gehalten. Selbst hier: schlechte Grafik. Die einzelnen Menüpunkte sind verschwommen, die Mapmodelle bei der Auswahl zeigen überhaupt nichts von der Map, außer dem Thema. Lediglich die Auswahl der Trucks ist gelungen, da die Trucks sehr schnell geladen werden, wenn man einen anderen auswählen will und auch hier die Trucks schön anzusehen sind, abgesehen natürlich, von den Scheiben.
Sound:
Die reinste Katastrophe. Abgesehen davon, dass der Kommentator höchstens drei oder vier verschiedene Sprüche drauf hat, gibt es auch nur höchstens genauso viele grottenschlechte MIDIs, welche in einer so schlechten Qualität sind, dass die Sounds vollkommen verzerrt klingen. Den Kommentator versteht man allerdings (leider) immer, sofern man des Englischen mächtig ist. Angemerkt sei, dass nicht nur der Sound, sondern auch das Menü englisch ist. Die Motoren klingen selten wie echte Motoren dieser Art und Zusammenstöße haben auch nur ein Geräusch.
Fazit:
Bei diesem Spiel sollte sich selbst ein Hardcorefan einen Kauf gut überlegen. Wer auf stupides Anrempeln und Abballern steht, der kann ruhigen Gewissens zugreifen, denn davon kriegt er eine Menge geboten und nichts anderes. Nichts kann in diesem Spiel vollständig überzeugen. Immer wenn man denkt „na das ist ja noch ganz in Ordnung“, so wird die Euphorie schnell durch einen negativen „Aha-Effekt“ gebremst. Spätestens nach einer Viertelstunde legt man das Spiel nur noch aus spöttischen Gründen ein oder um seine Freunde ein wenig zu veralbern. Man hätte wirklich viel, viel mehr daraus machen können und müssen. Schade um die Lizenz.
Von M.Kreuzer
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| 3.9 | Grafik Einfach viel zu wenig und zu pixelig. Sieht wie ein angefangenes Projekt aus | |
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| 1.4 | Sound Schlechte MIDIs und Kommentator mit drei verschiedenen Sprüchen | |
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| 3.2 | Spielspass Es fehlt eigentlich alles, was den Spielspaß ausmacht, aber zum abreagieren gut | |
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| 3.3 | Gesamt | |
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