Review von J.Hampf (mail) | 23. Dezember 2002 | PAL Version
Bevor wir zum eigentlichen Spiel kommen, möchte ich darauf hinweisen, dass dieser Review eine Brise Ironie und Sarkasmus enthält. Anders ist dieses Game auch nicht zu ertragen!
The Scorpion King: Aufstieg eines Akkadiers, so der vollständige Titel des Spieles, aus dem Hause Universal Interactive. Die Story des Spiels hat jedoch nichts mit dem bekannten Kinofilm, der vor noch gar nicht allzu langer Zeit im Kino zu sehen war, gemeinsam. Die Verpackung des Games sieht sehr nett aus, vorne steht Mathayus, der gleiche Held aus dem Kinofilm, und auf der Rückseite, wird uns dieses Actionspiel mit netten Bildern und Kommentaren angepriesen. Gut, die Verpackung ist dann auch schon das Beste am Spiel, denn ich habe seit langer Zeit kein Spiel mehr gesehen, welches so eintönig und linear war. Im Vergleich zu Scorpion King, bietet Largo Winch unglaublich viel Handlungsfreiraum. Wollten die Gamedesigner früher noch, dass der Spieler so früh wie möglich stirbt, so hat sich das doch eigentlich geändert. Bei Scorpion King, findet man dieses veraltete Spielprinzip immer noch. Gegner töten, sterben, von vorne anfangen, Gegner töten, und immer so weiter. Aber um dann doch nochmal etwas positives loszuwerden; Das Spiel benötigt nur zwei Speicherblöcke und unterstützt den 60 Hz Modus. Kommen wir jetzt zum negativen, zum Spiel.
Gameplay:
Nachdem Intro, in welchem man schon die Schwäche der Grafik Engine erkennen kann, gelangen wir ins mickrige Hauptmenü. Es stehen gerade mal vier Auswahlmöglichkeiten zur Verfügung die da wären: Neues Spiel, Spiel laden, Bonus, Optionen. Die ersten beiden Punkte sollten jedem klar sein, zu den anderen zwei werde ich noch etwas sagen. Bei Bonus kann man eine Menge Informationen über die Entwicklung des Spiels bekommen. Je länger man spielt, umso mehr Bonusmaterial kann man freischalten. Dabei handelt es sich um eine Menge Artworks, Skizzen, kurz man kann die komplette Entwicklung des Spiels nachschauen. Tolle Idee, und mir das Beste am Spiel. Die Optionen tragen aber wieder etwas zu Verschlechterung des Games bei. Lediglich die Lautstärke der Dialoge, der Musik kann man umstellen, mehr als arm. Alles in mir sträubt sich auf "Neues Spiel" zu drücken, aber was tut man nicht alles. Als erstes bekomme ich eine neue Cut-Scene gezeigt, die mich in die Story einführt. Diese ist auch schnell erklärt: Uhrmet, der König der Akkadier, sucht einen Krieger, der den bösen Zauberer Magnus, ach quatsch, Magus heißt er, besiegen soll, denn dieser überzieht das Land mit Unheil. Damit Mathayus sich auf den Weg machen darf, muss er erst eine Prüfung bestehen. Diese wird von seinen Brüdern Jesup und Rama veranstaltet. Das war die, sehr einfallsreiche, Story. Die Prüfung stellt das Tutorial da, in dem man die verschiedenen Kampftechniken erlernt. Anfangs besitzt ihr nur Panzerhandschuhe doch im weiteren Verlauf des Spieles nennt ihr Speerwaffen, Schwerter und verschiedene Handschuhe euer Eigen. Es scheint auch so, als hätten die Entwickler zum Schluss bemerkt, dass das Spiel doch etwas dünn ist, also haben sie schnell nochetwas eingebaut. Man muss über das gesamte Spiel 370 Rubine einsammeln, super abwechslungsreich, denn die Rubine sind manchmal sogar hinter einer Kiste versteckt! Egal, nachdem ich das Tutorial gemeistert habe, darf ich mich auf den Weg in den in den Palast von Khemet machen. Uhrmet sagte mir, ich solle mich nachts auf den Weg machen und in den Palast eindringen, sprich kein Aufsehen erregen. Gespannt warte ich die Cut-Scene ab und darf Mathayus nun wieder steuern. Anfangs probiere ich so leise wie möglich sein, doch ich merke schnell, dass ich mir dass sparen kann. Es ist vorgescriptet, dass die gegnerischen Soldaten mich immer an einem bestimmten Punkt sehen. Nun kommen also fünf Gegner auf mich zugerannt, die ich problemlos fertig machen kann. Ich möchte weiterlaufen und entdecke eine Tür, leider ist diese Tür verschlossen und ich wollte gerade mit dem grübeln beginnen wie ich dieses Tür öffnen könne, als drei weitere Soldaten auf mich stürmen. Mit einer Spezialattacke lasse ich auch diese ins Gras beißen. Und nun werden meine Lachmuskeln strapaziert, denn die verschlossene Tür öffnet sich nun wie von Geisterhand. Auch im nächsten Raum erwartet mich dass Gleiche, erst die Gegner verprügeln, dann öffnet sich die nächste Tür. Wer jetzt noch etwas Abwechslung erwartet, den muss ich leider enttäuschen, denn das Spielprinzip ändert sich nicht mehr. Obwohl, ich hätte fast etwas vergessen, es gibt ab und zu sogar noch Rätsel! Leider basieren diese Rätsel auf dem untersten Niveau, sodass sie sogar für Neugeborene zu einfach wären. Um mal ein "Rätsel" zu nennen. Ein verschlossenes Tor, neben dran ein Raum mit einem Hebel drin. Was man da wohl machen muss?! Von Level zu Level begegnen dem Spieler unterschiedliche Monster, von denen einige anfängliche Schwierigkeiten bieten, zum Beispiel Hunde. Es dauerte ein wenig, bis ich raus hatte, wie ich jene am besten besiegen kann. Sollte es zum spielerischen Ableben gekommen sein, musste ich wieder da anfangen, wo ich das letzte mal gespeichert hatte. Leider hat man nicht einmal die Möglichkeit überall zu speichern, sondern nur in bestimmten Räumen, auf denen ein Scorpion auf dem Boden zu finden ist. Diese Räume kommen leider nicht oft vor, und wenn man nachdem spielerischen Ableben wieder von ganz hinten anfangen muss, wirkt dies weniger motivierend. Als ich mich dann in den gegnerischen Palast gekämpft und auf diesem Weg ganz viele, sehr schwere Rätsel gelöst habe bekomme ich meine erste Waffe; ein Schwert. Leider kann man nicht wie in Diablo 1/2 gute Waffen früher finden und die Gegner dann damit plätten, nein, hier bekommt man nach gewisser Zeit immer wieder eine bessere Waffe, was kaum Auswirkungen hat, da die Gegner danach auch schwerer werden. Ebenso schrecklich ist die Kameraführung, die man zwar mit dem C-Stick drehen kann, jedoch ist sie in manchen Räumen fest positioniert, sodass man dass Kampfgeschehen nicht verfolgen kann, da beispielsweise ein Haus im Weg ist. Nachdem ich in jedem Raum alle Gegner verdroschen habe und immer wieder, und wieder komme ich zum ersten Zwischengegner. Eine ägyptischer (Marian, schreibt man das so? Anmerkung von Marian: Ja) Gegner, der mich mit Magie zu zerstören versucht, es gelingt ihm nicht, und nachdem ersten Versuch habe ich ihn ins Jenseits befördert. Danach erscheint mir zum ersten Mal der böse Mag(n)us und möchte, dass ich auf seine Seite wechsle. Ich lehne das Angebot ab und finde mich in einem Kerker ohne Waffen wieder. Ja, es ist wahr, die ganze Prozedur noch einmal, nur statt im Palast in einem, Kerker. Man, dieses Spiel ist wirklich abwechslungsreich! Nachdem Kerker kommen noch andere Level, die ich während dem Schlaf löse, denn meine Finger drücken automatisch den "A-Knopf". Nach hunderttausend getöteten Gegnern komme ich endlich zum Oberboss, Magus. Ich erwarte mir einen starken Gegner an dem ich endlich mal etwas zu knabbern habe. Ich benötige ganze fünf Minuten und Magus ist besiegt. Nun ist das Spiel zu Ende und ich bekomme ein Outro zu sehen. Was darin vorkommt verrate ich jedoch nicht, denn falls ihr dass Spiel besitzen solltet, muss ja noch etwas Spannung erhalten bleiben.
Steuerung:
Wer hätte das gedacht, die Steuerung von Scorpion King ist nicht schlecht! Sie ist zwar auch nicht fantastisch, aber sie ist nicht schlecht. Die verschiedenen Aktionen sind gut auf den Tasten verteilt, und man kann auch während dem kämpfen alle gut erreichen. Der Charakter führt die Befehle auch ohne jegliche Verzögerung aus. Wenigstens etwas.
Grafik:
Soviele Grafikfehler in einem Spiel habe ich noch nie gesehen. Die Gegner fliegen bei einem Schlag nach unten fünf Meter in die Luft und drehen sich merkwürdig dabei. Die Kamera fängt das Spielgeschehen oftmals nicht ab. Schwerter hängen aus Häusern. Die Charaktere bewegen die ganze Zeit ihren Mund, selbst wenn die Stimme schon lange nicht mehr zu hören ist. Mathayus macht beim Laufen Fußabdrücke, diese sieht man aber nicht nur auf Sand, sondern auch auf Teppichen und Steinböden. Dies sind nur wenige Punkte, der fast endlosen Liste der Grafikfehler. Ich führe sie gerade noch ein bisschen weiter, macht Spaß: Das Spiel besteht aus mehreren kleinen Räumen, das heißt, nach jedem betreten eines neuen Raumes wird Zwischengeladen. Manche Gegner laufen als hätten sie einen Stock im Po. Wenn man vor einem Gitter steht sieht man auf der anderen Seite hohe Berge und weiten Landschaften. Öffnet man das Gitter und geht auf die andere Seit, ist von Bergen und weiten Landschaften nichts mehr zu sehen. Das ist noch nicht einmal ein viertel von den vorkommenden Grafikfehlern, aber langsam wird es mir zu blöde. Mich würde interessieren, wer für diese verkorkste Grafik verantwortlich ist, die sogar den Nintendo 64 unterfordert hätte. Scorpion King besteht aus verwaschenen Texturen, schlechten Animationen und einer Menge an Grafikfehlern. Vielleicht hätten die Entwickler statt den unglaublich schweren Rätseln ein wenig mehr auf die Grafik achten sollen.
Sound:
Das Spiel ist komplett in deutsche übersetzt worden, das heißt, auch die Stimmen sind auf deutsch. Einige Stimmen, wie die von Mathayus sind gut geworden, andere wie die von seinen Brüdern sind eher schlecht. Ich finde es jedoch gut, dass man sich wenigstens bei der Übersetzung Mühe gegeben hat. Die Soundeffekte wie Schreie oder Bewegungen sind auch gut gelungen, und die Musik die leise im Hintergrund läuft ist auch nicht die allerschlechteste. Am Sound gibt es ausnahmsweise mal nicht auszusetzen. Es handelt sich um einen grundsoliden Sound, also Mittelmaß. Nicht weniger, aber leider auch nicht mehr.
Fazit:
Scorpion King: Aufstieg eines Akkadiers ist eines der schlechtesten Spiele, dass ich je gespielt habe. Es bietet keinerlei Langzeitmotivation oder Spielspaß. Für alle unter euch, die Spiele nach den Verpackungen kaufen sollten, lasst die Finger von diesen Spiel. Mag euch die Verpackung noch so sehr ins Auge springen, legt sie weg und greift lieber zu einem anderen Spiel des gleichen Genres, wie Eternal Darkness. Den auf der CD die in der Box ist, findet ihr Hunderte von Grafikfehlern und ein ödes, nicht abwechslungsreiches Spielprinzip. Der Sound ist zwar ganz in Ordnung, aber das war es dann auch schon. Nur Leute, die hart im nehmen sind und Anhänger dieses Genres sind, dürfen mal einen Blick riskieren. Dem Rest rate ich: Finger weg!
Von J.Hampf
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| 4.5 | Grafik Jede Menge Grafikfehler, verwaschene Texturen, schlechte Animationen | |
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| 7.0 | Sound Deutsche Stimmen, solide Soundeffekte | |
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| 3.5 | Spielspass Spielspaß? Unterforderndes Spielprinzip, lächerliche Rätsel | |
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| 4.0 | Gesamt | |
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