Review von C.Reichel (mail) | 25. Januar 2003 | PAL Version
Jump 'n' Run - Fans hatten auf dem GameCube bisher wenig Grund zur Beschwerde: Spiele wie Super Mario Sunshine oder Sonic Adventure 2 gehören auch plattformübergreifend zur Genre-Spitze. Nach "Donald Duck Quak Attack" und "Magical Mirror" schickt Disney erneut einen Helden ins Abenteuer und erneut ist es Donald Duck. Der sonst so schusselige Enterich darf diesmal aber als Superheld die Erde vor einer Alieninvasion bewahren. Ob das ganze eine spannende Angelegenheit geworden ist, erfahrt ihr wenn ihr weiter lest.
Gameplay:
Wie bereits erwähnt handelt es sich bei "Donald Duck: Phantomias" um ein Jump 'n' Run. Erstmal etwas zum wahrlich merkwürdigen Titel des Spiels: Donald Duck, Disneys wohl berühmteste Ente dürfte jedem bekannt sein. Leser von "Disneys Lustigem Taschenbuch" kennen ihn eventuell auch als Phantomias - Als eine Art Superheld, Ganovenschreck und Kämpfer für die Gerechtigkeit beschützt er seinen Wohnort Entenhausen. Der bizarre Anhang "Platyrhynchos Kineticus" kommt aus dem Latein und bedeutet soviel wie "Energie-geladene Ente".
Das Spiel bietet 4 Welten, die in 13 einzelne Level unterteilt sind, darunter sowohl Außen- als auch Innenmissionen. Springend, hüpfend und schiessend versucht ihr die Abschnitte zu meistern und trefft dabei auf allerhand Außerirdische - die Evronianer. Da diese ziemlich angriffslustig sind steht Phantomias eine praktische Waffe zur Verfügung, der "X-Transformer". Diese Art Handschuh dient zuerst nur als Schusswaffe, wird aber durch spätere Upgrades immer stärker und nützlicher - so schwebt ihr damit über kleiner Abgründe, könnt rissige Böden zerschlagen oder euren Schuss aufladen um mehr Schaden anzurichten. Im späteren Spielverlauf kommen noch einige weitere Eigenschaften dazu.
Von Zeit zu Zeit stellt sich euch außerdem ein Zwischen- bzw. Endgegner in den Weg, den es auszuschalten gilt. Diese kurzen Einlagen stellen aber auch das interessanteste am Spiel dar, da ihr sonst nur sehr wenig Abwechslung geboten bekommt. Leider gibt es nur sehr wenige Gegnervarianten, die dann auch noch immer die selbe Taktik anwenden, weshalb sie bald nur noch in großen Horden eine Bedrohung darstellen. Zudem sind in den Missionen einige Check Points verteilt, von denen aus ihr startet falls ihr wirklich mal sterben solltet. Dadurch wird der Schwierigkeitsgrad stark herab gesetzt.
Auch sind die Level extrem linear, Abzweigungen gibt es nur sehr, sehr selten und wenn es sie gibt, sind sie so gut wie immer für das Weiterkommen innerhalb einer Mission notwendig - etwa ein verstecktes Upgrade ohne das man seine Ziele nicht erfüllen könnte.
Ebenfalls müsst ihr, von den Evronianern gefangen genommene, Professoren befreien. 60 Stück davon befinden sich im Spiel, um in die letzte Mission vordringen zu können werden allerdings nur 40 benötigt. Kommt ihr in die Nähe eines dieser Gefangenen, macht dieser durch Schreie und Laute auf sich aufmerksam. Es gilt dann diesen innerhalb 15 Sekunden zu erreichen, da er sonst von den Außerirdischen "weg gebeamt" wird.
Die Langzeitmotivation hält sich stark in Grenzen, die meiste Zeit rennt man durch die einzelnen Passagen ohne wirklich gefordert zu sein. Es ist außerdem nicht möglich bereits absolvierte Level erneut zu spielen, was aber leider auch gar nicht nötig ist, da man eh nur 40 Professoren befreien muss um das Spiel beenden zu können. Hier hätte man die Spielzeit durchaus etwas nach oben schrauben können. Geübtere Spieler haben dadurch nur wenige Stunden Spaß an "Donald Duck Phantomias", danach liegt das Spiel unbeachtet im Regal - einen Anreiz das Spiel erneut durchzuspielen gibt es kaum.
Jüngere Spieler hingegen werden ihren Spaß an "Phantomias" haben, da sie zum einen von der Disney-Thematik mehr angesprochen werden und zum anderen sie der Schwierigkeitsgrad mehr fordert.
Steuerung:
Die Steuerung gibt wenig Grund zur Kritik: Phantomias reagiert schnell und flüssig auf eure Kommandos und eine relativ eingängige Controller-Belegung ermöglicht euch einen schnellen Einstieg ins Superhelden-Leben. Per A-Knopf springt ihr, zweimaliges Drücken bewirkt den Doppelsprung der euch über Abgründe hinweg hilft. Der B-Button dient zum Schiessen. Später kann man durch längeres Drücken die Schusskraft erhöhen. Per X-Knopf wechselt ihr euer Outfit und per R-Button könnt ihr Gegner anvisieren. Aus Phantomias' Augen heraus könnt ihr eure Umwelt betrachten, wenn ihr die L-Taste betätigt.
Grafik:
Das Spiel nutzt das neuerdings häufig angewandte "Cel-Shading". Von den einen geliebt, von den anderen gehasst empfiehlt sich diese Grafik-Engine wohl perfekt für einen Disney-Titel. Als Donald-Fan fühlt man sich im Cartoon-Look natürlich gleich wohl, auch wenn das ganze dadurch natürlich wieder etwas kindischer wirkt. Leider sind die Texturen der einzelnen Levels aber oftmals sehr trist und eintönig - dies ist vor allem bei den Indoor-Missionen häufig der Fall.
Wirklich gut umgesetzt sind die Comic-typischen Laute wie z.B. "Zapp!", "Bang" und "Klonk". Diese erscheinen dann wirklich als Schrift auf dem Bildschirm, was das Cartoon-Feeling zusätzlich unterstützt.
Eindeutig misslungen ist die Kameraführung: In den engen Innenlevels verliert man teilweise die Orientierung weil die Kamera einfach einen total ungünstigen Winkel wählt. Selbst wenn man per L-Taste versucht sie zu richten, klappt das oftmals nicht.
Sound:
Soundtechnisch gibt ebenfalls wieder Positives und Negatives anzumerken: Sowohl Phantomias' Kommentare, als auch das Geschreie der Professoren nervt ziemlich schnell, gerade da sich beides sehr oft wiederholt. Der Sound passt sich dem Spielgeschehen gut an, geht sogar zum Teil leicht in die Richtung Techno, was aber zu den oftmals vorherrschenden Industriegebieten durchaus passt oder wenigstens nicht störend wirkt.
Fazit:
Disney-Fans wird es für einige Stunden sicherlich Spaß machen, doch selbst bei denen nimmt die Begeisterung rasch ab. Zu einfach und viel zu linear sind die Missionen geraten, noch dazu gibt es wenig Anreiz das ganze Abenteuer erneut durchzuspielen. Zwar wurde die Cartoon- und Comic-Atmosphäre per Cel-Shading sehr gut umgesetzt, doch das alleine langt nun mal nicht um Genrekönig Mario zu schlagen.
Jüngeren Fans von Donald Duck und Konsorten wird’s aber sicherlich gefallen.
Von C.Reichel
|
 |  | |  |
| 6.7 | Grafik Passender Cel-Shading-Look, aber zum Teil triste Texturen und starke Kameraprobleme | |
|  | |
| 7.3 | Sound Stimmiger Sound, der die Atmosphäre positiv beeinflusst, nervige Kommentare der Charaktere | |
|  | |
| 6.8 | Spielspass Sehr lineares Gameplay mit wenig Herausforderungen | |
|  | |
| 6.8 | Gesamt | |
|

|