Bomberman Generation
Review von M.Wehmeier (mail) | 01. Februar 2003 | PAL Version

Du bist Bomberman und musst das Universum vor dem Bösen schützen. Das Böse ist Mujoe und seine Kumpanen, die es auf die mächtigen Bombenteile abgesehen haben - welche auf dem unterentwickelten Planeten Tentacalls verstreut sind -, um damit die Macht an sich zu reißen.
Bomberman, unter dem Namen wurde vor wenigen Jahren (im 16-Bit Zeitalter) noch zweidimensionales Bombenlegen verstanden. Heute, u.a. nach den zwei Bomberman-Teilen für den Nintendo 64, wissen wir, dass der kleine Mann mit dem riesigen Pralinenkopf mehr machen muss: Rätsel lösen, taktisch klug vorgehen, Attribute festlegen und anwenden und so weiter.
Wie schon auf dem Vorgänger des GameCubes beinhaltet auch diese Version einen komplett dreidimensionalen Story-Mode. Der Mehrspielermodus wurde allerdings von der Dreidimensionalität wieder in die Zweidimensionalität geholt; leidet der Spielspaß unter dieser Tatsache? Erfahrt es...

Gameplay:
Ein ohne Liebe und Mühe gemachtes Intro (so sieht es zumindest aus), das die Vorgeschichte - sprich den Grund, warum wir uns später mit unserem Pralinenkopfgesicht durchs die Level bomben - erzählt, begrüßt uns zum Anfang und macht regelrecht keine Lust das Spiel weiter kennen zulernen, obwohl man noch gar nicht angefangen hat. Nachdem die mit deutschen Untertiteln versehene Qual in Videoformat vorbei ist, wird der Spieler zum Hauptmenü weitergeleitet, wo ganze drei Auswahlmöglichkeiten nicht gerade für Stürme der Begeisterung sorgen. Neben dem „Normalen Spiel“, welches dem Storymode entspricht, gibt es das „Kampfspiel“ (sehr tolle Übersetzung), welches den Mehrspielermodus verkörpert. Auswahlmöglichkeit Nummer drei sind die Optionen, wo die Soundart, die Kameraperspektive, die Rumble-Funktion und die Sprache eingestellt werden kann.
Angefangen mit dem Hauptmodus für Einzelkämpfer und die, die es werden wollen, taucht der Spieler in die Welt Tentacalls ein. Die Welt ist das Spiel und das Spiel ist in fünf verschiedene Level (u.a. die Tako-Wüste, Tentasia oder auch Octo-Ozean) aufgeteilt, welche nochmal durch circa eine handvoll Teilabschnitte separiert werden.
Schnell muss festgestellt werden, dass Bomberman anfangs weder schnell ist noch viele Bomben auf einmal platzieren kann. Dies ändert sich glücklicherweise im Verlauf des Spiels: Aufrüstung ist das Zauberwort. Ähnlich wie in den zig vorrangegangenen Multiplayermodi entwickelt sich euer Spielcharakter durch Aufnahme bestimmter attributiver Items. So auch hier; Er wird schneller, kann Bomben häufiger gleichzeitig legen, welche auch immer stärkere Zerstörungskraft haben. So entwickelt sich Bomberman vom anfänglichen Schäfchen zum Terminator.
Diese Power braucht er auch, um sich durch die Welten zu schlagen. Anfangs bekommt er zwar noch ein paar Sprüche, die als Tipps von Professor Ein verkauft werden, zugesendet, diese wirken aber mehr als lachhaft - denn welchen Sinn hat es, wenn der Spieler vor einem Level gesagt bekommt "Auf ins Wasser" oder "Ab durch die Wüste"?

In den Level, bzw. deren Abschnitten, kommt es keinesfalls nur darauf an, alles nieder zu bomben. Verstand und Logik sind gefragt, und beides wird von Level zu Level immer mehr gebraucht - deswegen wäre es auch falsch, Bomberman Generation ins Genre "Action" einzustufen.
So müssen zum Beispiel Bomben in versteckte Löcher geworfen oder geschossen werden, damit sich Gänge öffnen, Schalter mit gezielten Angriffen aktiviert werden, labyrinthartige Passagen clever passiert werden oder große Gegner zu bestimmten Zeitpunkten getroffen werden, damit sie dir den Weg ungewollt freimachen. Mit dumpfsinnigem herumbomben wird selbst das erste Level nicht geschafft.

Mindestens einmal pro Level stellen sich leichtbesiegbare Zwischengegner in den Weg. Desweiteren sorgen Minispiele für Abwechselung, in denen sogenannte "Charaboms" gewonnen werden können. Diese sind nichts anderes als Bomben mit speziellen Fähigkeiten. Es gibt Bomben, die weiter geworfen werden können als Normale, es gibt Bomben, die weiter geschossen werden können, es gibt welche die den Schaden Bombermans’ verringern usw.

Der Einzelspielermodus an sich ist durchschnittlich umfangreich. Geschickte Spieler werden grob geschätzt kaum über zehn Stunden brauchen, wobei erwähnt werden sollte, dass die Level voller Geheimnisse stecken, welche nicht dringend fürs Durchkommen benötigt werden.

Eine ungemein längere Unterhaltungszeit verspricht der Mehrspielermodus. Dieser kann sollte aber nicht mit Computerspielern gezockt werden, da es nur mit drei menschlichen Mitspielern richtig Spaß macht. Dieser Modus ist in fünf verschiedene Arten unterteilt, einer von ihnen ist der altbekannte, zweidimensionale Überlebenskampf, bei dem es gilt, alle seine Mitstreiter zu eliminieren. Zur Freude der Bomberman-Fans gibt es nun endlich ein sehr umfangreiches Setup-Menü. Hier kann die Dauer des Kampfes, die Rundenzahl und die Computerintelligenz (...) festgelegt werden. Neuerdings können auch Teams gebildet werden - ein wahrhaft mehr Spaß bringendes Feature - Im Team zu bomben macht mehr Spaß als Jeder gegen Jeden.



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