Review von T.Wackerbauer (mail) | 03. Februar 2003 | PAL Version
Das Beat’em Up Genre ist ja bekanntlich nicht wirklich präsent auf dem GameCube, doch nun hat Activision X-Men: Next Dimension angekündigt, mit allen bekannten Charakteren. Ob man X-Men: Next Dimension deshalb zu den Top-Titeln zählen kann wird sich aber erst in diesem Test zeigen.
Gameplay:
Eingeführt wird man in das Spiel mit einer längern und eigentlich guten Intro-Sequenz, in der die X-Men und ihre Feinde kurz vorgestellt werden und in der die Story des Games erzählt wird. Leider werden alle, die des Englischen nicht mächtig sind, nicht allzu viel verstehen, denn das einzig Deutsche bei dem ganzen Spiel ist die Anleitung. Also kurz das kleine Heftchen zur Hand genommen und schon weiß man, dass Bastion aus dem S.H.I.E.L.D.-Hauptquartier entkommen ist und den X-Men Forge in seine Gewalt bringen will, um alle Mutanten zu vernichten. Dabei steht Bastion, welcher ein Humanoid ist, eine ganze Legion von Sentinels zur Verfügung. Um die Chancen der X-Men zu verbessern, müssen sich diese mit ihren schlimmsten Feinden verbünden: mit der Bruderschaft der Mutanten und ihrem skrupellosen Anführer Magneto. Ob sie es mit vereinten Kräften schaffen ihre Auslöschung zu verhindern liegt nun an dir.
Im Hauptmenü habt ihr nun eine Vielzahl an Modi zu Verfügung, welche von dem "Story Mode" angeführt wird. Also gleich mal auswählen und von einer weiteren Sequenz in die Details der Story eingeweiht werden. Da wie schon erwähnt die ganze Software Englisch ist, werden auch hier einige Spieler Probleme haben und zum Teil auf feine Details verzichten müssen. Also heißt es aufmerksam der Sequenz folgen und vielleicht könnt ihr euch ja etwas herleiten, da es nicht gerade verzwickt ist. Das ich jetzt nicht die ganze Story im Detail wieder gebe, ist glaube ich auch verständlich.
Als ersten Fight im "Story Mode" stehen sich auf jeden Fall Forge und Mystique gegenüber. Ihr steuert selbstverständlich den X-Men Forge, welcher, genau wie Mystique, mit einem kleinen Intro auf dem Kampfplatz erscheint. Ready….Begin! Der Kampf beginnt und ich versuche erst einmal die Steuerung zu erkunden. Die Hauptbuttons sind schnell gefunden, aber wirklich Schaden anrichten tun die eigentlich nicht. Also Pause drücken, die Option Moves auswählen und die ganzer Liste an Moves durchgehen. Unter anderem findet ihr dort auch die Special Moves, welche auf verschiedenen Angriff-Level durchgeführt werden können. Von Level 1 bis Level 4, wobei Level 4 der stärkste Angriff ist, aber auch die meiste Zeit zum aufladen braucht. Aufgeladen werden muss der Balken unter eurer Energieanzeige und aufladen tut ihr diesen mit jedem Schlag oder Tritt. Da die Leiste gerade voll ist, gleich mal so ein Ding ausprobieren und siehe da, schon ist Mystique K.O. und der Move bestand aus einer wirklich nette Combo.
Also erster Gegner platt, wo bleibt der Nächste? Forge macht das selbe Intro wie vorhin? Muss ich noch mal von vorne anfangen? Habe ich was falsch gemacht? Nein, denn diesmal muss ich gegen Nightcrawler antreten. Der Hacken an der ganzen Geschichte ist, dass jeder Charakter nur ein einziges kurzes Intro hat! Und diese passen leider meist überhaupt nicht in die Story und stören schon nach dem zweiten Mal. Genauso werden sie auch in allen anderen Modi sofort nervig, zumal auch einige ziemlich mies sind. So zum Beispiel das Intro von Wolverine, welcher meine favorisierter X-Men ist. Hier haben es die Entwickler leider versäumt, den Spruch synchron zu seiner Mundbewegung laufen zu lassen. Jetzt sieht es so aus, dass er den Spruch während seiner Demonstration zum Besten gibt, aber wenn er dann stehen bleibt und sich sein Mund bewegt kommt kein Ton mehr. Ich denke einfach mal so etwas sollte man vermeiden können, zumal es wirklich kurze, für jeden Charakter nur eins und auch nicht überragende Intros sind. So finde ich persönlich auch das Intro von Magneto irgendwie nur lächerlich.
Wie dem auch sei, eben noch Nightcrawler zu Boden geschickt und schon geht es weiter. Nun kann man sich zum ersten Mal seinen Fighter selbst aussuchen. Man sollte seine Wahl aber gründlich überdacht haben, denn mit deiner Wahl wirst du die nächsten paar Kämpfe bestreiten müssen, ohne die Chance zum Wechseln zu haben. Solltest du aber mal mit deinem Kämpfer sterben, ist das kein Grund zur Panik, denn du hast neun Sekunden Zeit um eines von deinen unendlichen "Continues" zu nutzen. Aber achtet darauf, das ihr mit "Yes" und nicht mit "No" bestätigt. Auf diese Weise geht es eben durch den Story Mode, wo ihr euch mal euren Charakter aussuchen könnt und dann wiederum, 2 gewonnen Kämpfe weiter, einen anderen vorgegeben bekommt. Hin und wieder kommen noch die besagt Sequenzen, welche die Details erzählen und ab und an auch Zwischengegner wie die Sentinels, bis ihr am Ende die Wurzel des ganzen Übels besiegt habt. Das kann aber eine Weile dauern, also sollte ihr ein bisschen Zeit mitbringen, um den Story Mode erfolgreich durchspielen zu können, denn es gibt keine Möglichkeit seinen Fortschritt zu speichern. Zumindest habe ich sie noch nirgends entdecken können.
Also entweder ganz, oder gar nicht. Und als Neuling wird es meist bei gar nicht enden, denn die Gegner werden immer härter. Wenn ihr die ersten Mutanten noch ohne Probleme besiegt, so werden spätestens bei dem ersten Sentinel "kleine" Probleme auftauchen. Diese können nämlich einiges einstecken und teilen zudem auch noch gewaltig aus! Hinzu kommt bei diesen Zwischengegnern, das du nur 60 Sekunden Zeit hast sie K.O. zu prügeln. Sollte der Sentinel nach diesen 60 Sekunden nur noch ein kleinen Fitzel seiner Energie haben, du hingegen noch 90 % deiner Energie und du befindest dich sogar gerade mitten in einer Special-Attacke, also der nächste Schlag haut den scheiß Sentinel um, fällst du sofort K.O. hin und deine ganze Energie ist futsch. Alle Mühe war vergebens, denn bei den Sentinels zählt am Ende der abgelaufenen Zeit nicht wer die meiste Energie hat, sondern am Ende der Zeit hast immer du verloren, sollte der Sentinel nicht vorher K.O. gegangen sein. An dieser Reglung kann man irgendwie ziemlich verzweifeln, da so ein Sentinel auch noch ziemlich defensive spielt. Entweder er blockt alle deine Attacken, oder kontert sie. Und falls du ihn mal triffst, hat das fast keine Auswirkungen. Wenn hier wenigstens das Zeitlimit etwas großzügiger wäre, aber da kann man nichts ändern. Entweder üben, üben, üben oder auf sein Glück vertrauen. Soviel erst mal zu dem "Story Mode".
Der zweite Mode ist der altbekannte "Arcade Mode". Hier wählt ihr euch zu Begin einen von 24 Mutanten aus, von denen ihr aber erst noch sechs Stück frei spielen müsst, und versucht zehn Kämpfe hintereinander zu bestehen. Mehr gibt es hier eigentlich nicht zu sagen.
Als nächsten kommt dann der "Versus Mode". Hier dürfte eigentlich auch klar sein, um was es sich handelt. Genau! Nun könnt ihr euch mit einem Kumpel duellieren! Bei diesem Mode, so finde ich zumindest, handelt es sich um den Besten im ganzen Spiel. Wenn ihr gegen einen Kumpel antretet, kann euch keine dumme KI den Spaß versauen. Es macht einfach gleich viel mehr Spaß. Am Anfang sucht sich jeder einen Mutanten aus und dann geht es auch schon los. Der Kampf läuft auch hier wie in den anderen Modi ab. Also die einzige Veränderung ist wie schon erwähnt, dass du nicht gegen einen CPU-gesteuerten Gegner antrittst, sondern gegen einen Menschlichen. Hier kann man eigentlich für ne ganze Weile seinen Spaß haben, wenn einem die optische Sicht nicht stört.
"Survival Mode", so ist der nächste Modus betitelt und so spielt er sich auch. Hier geht es darum Rekorde zu brechen, indem du mit einem Recken und einer nicht wieder auffüllbaren Energieleiste so viele Gegner zu Boden schickst wie es gerade nur geht. Wenn du wirklich gut bist kannst du hier Tage am Stück spielen, denn die Gegner Anzahl ist unendlich. Und solltest du nicht so gut sein, wird - Gott sei dank - nach jedem Sieg deine Energieleiste ein bisschen aufgefüllt, damit du noch eine Chance hast. Sie wird aber auch aufgefüllt, wenn du gut bist.
Bei diesem Mode kommt dann auch endlich mal die Memory Card zur Verwendung. Leider musst du deine Rekorde immer selber manuell unter den Optionen abspeichern und auch wieder laden. Es gibt also nur einen Speicherplatz, auf dem alle Rekorde und freigespielte Charakter gespeichert werden. Mehr Funktionen übernimmt die Memory Card überhaupt nicht und deshalb benötigt das Spiel auch nur drei Blöcke auf eurer Card.
Solltet ihr euch im Kampf gegen euren Kumpel mal so richtig blamiert haben, oder im Story Mode einfach nicht weiter kommen, dann solltet ihr mal in den wirklich umfangreichen "Practice Mode" gehen. Wählt den Kämpfer aus, mit dem ihr üben wollt. Dann noch jemand, der ordentlich was auf die Nase bekommen soll und los geht es. Dieser Mode ist wirklich ziemlich gut geworden. Am unterem Rand des Bildschirmes wird jeder Button oder Steuerkreuzbewegung angezeigt. Solltet ihr also mal eine Ultra geile Combo schaffen oder ähnliches, seht ihr sofort was ihr gedrückt habt. Aber falls ihr nur die Grundattacken üben wollt, einfach mal die Move Liste aufrufen und alles durchprobieren, ihr habt Zeit genug und der Gegner wehrt sich auch nicht, zumindest solange ihr es nicht einstellt. Ihr habt nämlich die Möglichkeit so gut wie alles einzustellen. Soll euer Gegner immer in gebückter Haltung dastehen? Soll er nur blocken? Oder die ganze Zeit springen? Oder soll er ganz normal kämpfen, aber auf einem niedrigen Level? Hier ist alles möglich. Ihr könnt euren Gegner ganz nach euren wünschen einstellen. Je nach dem was ihr gerade üben wollt!
Eine weitere kleine Hilfe ist eine Schadensanzeige oben rechts in der Ecke. Sobald ihr euren Gegner trefft, wird sofort der angerichtet Schaden angezeigt. Zusätzlich bekommt ihr auch den Totalen Schaden von Combos gezeigt und auch wie oft ihr bei der Combo getroffen habt. Leider wird es den Meisten schwer fallen den angezeigten Schaden auch richtig zu verwerten. Denn man stellt sich die Frage: "Habe ich ihn nun gut getroffen oder schlecht?" Da sich der Energieverlust ja auch von Gegner zu Gegner ändert, wäre es vielleicht besser gewesen, diesen in Prozent darzustellen, so dass man bei jedem Gegner weiß: "Aha bei dem mache ich mit dem und dem Schlag so und soviel Prozent Schaden." Mit absoluten Schadenszahlen kann man nun aber leider wenig anfangen.
Nichts desto Trotz ist der "Practice Mode" wirklich gut gelungen und weiß zu überzeugen, so kann man auch ganz einfach den Schauplatz ändern, oder aber einen der beiden Kontrahenten.
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