Review von J.Hampf (mail) | 05. Februar 2003 | PAL Version
Der kleine Drache Spyro gibt nun sein Debüt auf dem Nintendo GameCube. Es ist der erste von drei Teilen, der nicht nur auf Sonys Playstation erscheint. Es sei gesagt, dass Spyro auf jeden fall mit dem internen Konkurrenten Crash Bandicoot mithalten kann, was angesichts des Spieles auch nicht sonderlich schwer ist. Sicher ist aber, das vorallem Fans von Spyro sehr viel Spaß haben werden, da es viele bekannte Gesichter aus den Vorgängern zu entdecken gilt. Nur ob er auch Neulinge überzeugen und TAZ oder gar Mario das fürchten lernen kann, das wird sich im Laufe des Reviews zeigen.
Gameplay:
Eigentlich hatte ich mir von Spyro: Enter the Dragonfly gar nicht allzu viel erwartet, denn es kommt aus dem gleichen Hause, wie auch das katastrophale Scorpion King. Nach einem kurzen Ladevorgang kommen wir ins mickrige Hauptmenü, in dem uns gerade mal die Punkte "Neues Spiel" und "Spiel Laden" zur Auswahl stehen. Nachdem ich mich für "Neues Spiel" entschieden habe, wird eine Spyro Datei auf meiner Memory Card erstellt, die mit 8 Blöcken relativ passabel ausfällt. In einem langen und nett gestalteten Intro erfahren wir, was die Aufgabe von Spyro sein wird. Die Story ist nicht wirklich innovativ und lässt sich schnell erklären. Alle sind gut drauf, doch plötzlich kommt das böse Nashorn Ripto, der Erzfeind von Spyro, und lässt unheil über das Land des Drachen kommen. Er entführt alle Libellen der Drachen, die sogenannten Dragonflys, die Libellen die Drachen auf ihrem Weg zum Erwachsenwerden begleiten und ohne die kein Drache mehr glücklich ist. Der einzige der den bösen Ripto besiegen kann, ist natürlich Spyro. Er wird dabei von seinem Freund Sparx, der einzige Dragonfly der entkommen konnte, unterstützt. Die Aufgabe von Spyro besteht nun darin, die 100 Dragonflys zu finden und aufzusammeln. Nach dem Intro steht Spyro in einem großem Level und der Spieler muss zum ersten Mal Hand anlegen. Man steuert den lilanen Drachen in einem Level, welches man als Hauptlevel bezeichnen kann. Von hier aus kann Spyro die anderen Levels betreten, also ähnlich wie bei Mario Sunshine. Neue Levels kann Spyro entweder bei einer bestimmten Anzahl von Libellen betreten, oder wenn er neue Atemtechniken gelernt hat. Bei den Atemtechniken handelt es sich um eine Art Waffen, mit denen er seine Gegner außer Gefecht setzen kann. Da gibt es zum Beispiel die Blubberblasen, Feuer-, Eis- und letztlich noch den Blitzatem. Nachdem man seine erste Libelle gefangen hat, bekommt man beigebracht, wie Spyro gleiten kann. Man muss als Spieler von Plattform zu Plattform gleiten, was zu ersten Ärgernissen führen kann. Spyro fällt nämlich sofort wieder runter, wenn nur einen Millimeter die Kante berührt. Auch im weiteren Verlauf des Spieles kann und wird dies zu Problemen führen. Nach ein paar Minuten ist das Spielprinzip schon klar: Sammeln was das Zeug hält! Neben den Libellen muss der Spieler auch 7000 (!) Rubine einsammeln, die immer so versteckt sind, dass der Spieler eine Menge laufen muss. Das alleine wäre für ein Spiel ziemlich dünn, deswegen haben die Entwickler auch ein paar Mini-Games eingebaut. Da gibt es zum Beispiel Panzer fahren, ein anderes Mal muss er durch Ringe fliegen, und dann sitzt Spyro auch mal im UFO und muss Kühe wegbeamen. Nach bestehen des Minispiels winkt Spyro dann eine Libelle.
Per Atlas kann man sich einfach ein Level aussuchen, vorrausgesetzt man hat genügend Libellen, in dem man weiterspielen möchte. Die Ladezeiten sind dann aber doch ein bisschen lang und da man beim Ladebildschirm nur Spyro in der Luft sieht, denkt man sogar ab und zu, dass das Spiel abgestürzt ist. Die Levels sind alle gleich aufgebaut, riesengroße Flächen, kein richtiges Leveldesign und hier und da liegen Rubine in der Gegend. Alles in allem erinnert Spyro an die grandiosen Banjo & Kazooie Teile von Rare. Aber Spyro kann keinesfalls mit diesen Zweien mithalten. Der Schwierigkeitsgrad und das simple Spielprinzip machen Spyro zu einem Game, welches sich nur für Einsteiger in das Jump &Run Genre oder kleinere Kinder eignet. Die 30 Stunden Spieldauer sind nur auf stupides einsammeln der Libellen und Rubine zurückzuführen und machen das Spiel daher ziemlich eintönig.
Steuerung:
Die Steuerung von Spyro ist ebenfalls ein großes Manko. Es ist sehr kompliziert mit Spyro auf einen höheren Felsvorsprung zu kommen, da er nicht gerade hoch springen kann, und man genau zum richtigen Zeitpunkt drücken muss, um auf dem Vorsprung landen zu können. Spyro lässt sich auch oftmals nicht so steuern, wie man gerade möchte. Er lässt sich nicht sofort anhalten, da er immer noch ein paar Meter rutscht. Auch die verschiedenen Aktionen von Spyro sind nicht gut auf dem Pad belegt worden. Bis man das richtige Timing beim gleiten und bei der Landung hat vergeht die ein oder andere Stunde.
Grafik:
Der Spieler muss aufpassen, dass er keinen Farbschock beim spielen von Spyro bekommt. Alle Levels sind sehr, sehr bunt und die Farben sind ein bisschen zu grell. Charaktere und der Rest der Levels sind sehr kindlich gestaltet. Aber die Entwickler haben ein bisschen zu schlampig gearbeitet. Es kommt teilweise zu Bugs, das heißt an Stellen wo vor einer Sekunde noch eine Scheune gestanden hat, sieht man beim umdrehen nur noch den schwarzen Schatten der Scheune auf dem Boden. Das wäre ja halb so schlimm, gäbe es nicht immer wieder Grafikeinbrüche. Das Spiel läuft gerade mal mit 25 FPS und das wird leider immer wieder deutlich. Wenn Spyro sich während dem Feuerspucken umdreht, kommt es zu derben Rucklern. Ansonsten gibt es nicht viel besonderes bei der Grafik. Die Animationen der Charaktere sind relativ gut geworden und die Grafik hätte auch eine ordentliche Bewertung bekommen, wären da nicht die Bugs und die Grafikeinbrüche gewesen. Schade, aber durch Fehler lernt man ja bekanntlich.
Sound:
Das erste was positiv auffällt ist, dass das Spiel komplett in Deutsch ist. Die Sprachsynchronisation ist auch nicht die schlechteste. Die Stimmen sind teilweise von richtige professionellen Leuten gesprochen, was unschwer zu hören ist. Der einzige Dorn im Auge, ist dass die Lippen nicht synchron zur Stimme sind. Die Musik läuft in einer Endlosschleife und fängt relativ schnell an, einem auf die Nerven zu gehen. Manche Musikstücke, vorallem in den dunkleren Welten, wissen zwar zu gefallen aber der größte Teil ist schlecht. Die Soundeffekte beim rennen oder beim Feuerspeien sind dafür recht gut ausgefallen. Vorallem wenn man vier Lautsprecher um sich stehen hat hört sich das richtig nett an. Bis auf die nervende Musik ist der Sound bei Spyro ziemlich gut geworden.
Fazit:
Spyro ist keine Konkurrenz für Mario. Es ist auch gar nicht an dieselbe Zielgruppe gerichtet, da es eher die Jüngeren unter uns anspricht. Die werden mit bunter Grafik, netten Animationen und teilweise netten Rätseln auch ihren Spaß damit haben. Den älteren wird das simple und veralterte Spielprinzip auf die Nerven gehen. Die Grafik ist an und für sich recht ordentlich ausgefallen, aber ich muss es nochmal sagen, dass die derben Ruckler und die aufkommenden Grafikfehler die Wertung in den Keller fahren. Der Sound ist ziemlich gut gelungen und die Synchronsprecher verdienen ein sehr großes Lob! Letztendlich ist Spyro aber nur für jüngeren Erdenbürger oder Einsteiger in das Genre des Jump & Runs zu gebrauchen. Der Rest sollte vor dem Kauf zumindest mal Probespielen.
Von J.Hampf
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| 6.7 | Grafik Ziemlich bunt, nette Animationen aber wegen Rucklern Abzüge | |
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| 7.2 | Sound Gute Sprachausgabe, tolle Soundeffekte aber nervige Musik | |
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| 6.2 | Spielspass Nicht sehr abwechslungsreich, teilweise unfair wegen Steuerung | |
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| 6.8 | Gesamt | |
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