Review von M.Wagner / Igor B. (mail) | 08. Fabruar 2003 | US Version
Nur wenige Nintendo Veteranen werden sich wohl noch an "Animal Forest" erinnern, das einstmals für das japanische N64 erschien. Der innovative Titel verband Aufbau- und Sammelspiel mit jeder Menge japanischem Knuddelcharme sowie einzigartigen Mehspielerfeatures - leider erschien der Titel niemals außerhalb des Landes der aufgehenden Sonne.
In Form von "Animal Crossing" liefert Nintendo nun eine ordentlich aufgewertete Version für den GameCube aus - leider ist das Spiel nur in den USA und Japan erhältlich und aller Voraussicht nach wird diese Perle niemals in einer europäischem Version released werden.
Animal Crossing ist wohl einer der umstrittensten und innovativsten Titel überhaupt - es ist zudem das erste GameCube Spiel, welches mit einem Gameboy Advance und dem E-Reader verlinkbar ist.
Gameplay:
Die Hintergrundgeschichte von Animal Crossing ist schnell erzählt: Euer Spielcharakter, ein knuffiges menschenähnliches Wesen mit Hörnern, hat Hals über Kopf beschlossen sein Leben umzukrempeln und in eine andere Stadt zu ziehen. Also setzt es sich in den nächstbesten Zug und fährt erst einmal ins Blaue. Das Spiel beginnt in einem bequemen Zugabteil - dort werdet ihr auch schon direkt von einer sehr freundlichen Katze angesprochen und in ein Gespräch verwickelt. Die nette Unterhaltung dient bereits dazu, grundlegende Entscheidungen wie euren Namen sowie den der Spielstadt festzulegen. Eingaben tätigt ihr während des gesamten Spieles über ein kleines Soft-Keyboard, nach kurzer Einarbeitung lässt sich damit bereits recht zügig tippen. Leider stehen nur acht Buchstaben zur Namenseingabe zur Verfügung, denkt euch also schon einmal einen recht kurzen Namen für euer alter Ego und eure Stadt aus. Unser Zugbegleiter stellt nach kurzer Zeit mit Entsetzen fest, dass wir in unser neuen Stadt noch gar keine Bleibe haben - da hat wohl jemand etwas bei der Umzugsplanung vergessen. Zum Glück hat die Katze einen Freund namens Mr. Nook in unserer Stadt, nach einem kurzen Telefonat stellt sich heraus, dass dieser zufällig ein Haus für uns übrig hätte. Nun erreicht der Zug bereits die Stadt, unser Zugbegleiter wünscht uns zum Abschied noch viel Glück - das können wir auch wohl gut gebrauchen.
Kaum hat man den Bahnhof verlassen um sich ein wenig umzuschauen, wird man bereits von einem Waschbären angesprochen. Dieser Waschbär ist natürlich kein geringer als Mr. Nook selbst, er führt uns zu einem Platz mit insgesamt vier unbewohnten Häusern. Nachdem wir uns alle der kleinen und recht ähnlich karg ausgestatteten Häuschen angeschaut haben, bittet uns Mr. Nook sich für eines davon zu entscheiden. Nachdem wir unsere Wahl getroffen haben, stellt sich heraus, dass wir nicht im Ansatz genug Geld besitzen, um das neue Haus zu bezahlen. Die Währung in Animal Crossing sind sogenannte Bells, das neue Haus schlägt mit insgesamt 19800 davon zu Buche. Wir besitzen jedoch nur 1000 Bells.
Mr. Nook erweist sich hier als tüchtiger Geschäftsmann und lässt uns das Haus Dankbarerweise auch in Raten abbezahlen - als Gegenleistung dazu müssen wir uns verpflichten in seinem Laden zu arbeiten.
Spätestens hier sollte angemerkt werden, dass Animal Crossing ein durch und durch abgefahrenes Spiel japanischer Machart ist. Nicht nur, dass es sich bei allen Dorfbewohnern um zweibeinige Tierwesen handelt, der abgefahrene Sound, die verzerrte Sprachausgabe sowie die quietschbunte Grafik verwandeln Animal Crossing in einen absoluten Ausnahmetitel. (Ac)
Nun beginnt auch schon das eigentliche Spiel. Wir melden uns wie befohlen in Mr. Nook`s Laden. Kaum dort angekommen, zwingt er uns eine hässliche Arbeitsuniform anzuziehen und erteilt uns gleich die ersten einfachen Aufgaben, wie z.B. Kurier Jobs, Briefe schreiben oder Blumen um seinen Laden pflanzen. Im Rahmen dieser Tätigkeiten erlernt man die grundlegenden Spielfunktionen und freundet sich mit den restlichen Mitbewohnern der Stadt an. Nach etlichen erledigten Jobs entlässt uns Mr.Noob in die Freiheit, trotzdem bleibt noch ein ordentlicher Batzen an Schulden übrig. Diese können im lokalen Post Büro abbezahlt werden, es müssen davon mindestens 1000 Bells pro Woche getilgt werden.
Die nötigen Bells bekommt man zum Glück recht schnell zusammen, denn in Animal Crossing gibt es viele Wege um Geld zu verdienen: Angeln, Muscheln oder Obst sammeln, Gefälligkeiten für die Nachbarn erledigen oder Käfer jagen - um nur einige Möglichkeiten zu nennen. Für komplexere Tätigkeiten wie Bäume fällen oder Blumen anpflanzen benötigt man Werkzeuge, diese erhält man meist in Tom Nook`s Kaufladen. Die Nachbarn haben oft irgendetwas zu erledigen und lassen sich bei diesen einfachen Tätigkeiten gerne helfen. Leider sind dies meist sehr einseitige Jobs, die sich auf einfache Botengänge reduzieren. Ab und an kommt es aber auch schon einmal vor, dass man z.B. einen Fisch fangen oder eine exotische Frucht besorgen soll. Insgesamt zeigen sich die Nachbarn aber immer sehr spendabel und belohnen den Spieler mit allerlei Gegenständen und Bells - zu Beginn eine der besten Arten um an Besitz zu kommen. Die sensiblen Stadtbewohner unterliegen aber auch Stimmungsschwankungen, wenn man sie z.B. dauernd anrempelt, bekommen sie schlechte Laune und wollen nicht mehr mit euch reden. Die Kommunikation mit den Mitbewohnern gestaltet sich auf die Dauer etwas nervig: Die langen Texte sind zwar oft hilfreich, wiederholen sich aber im Verlauf recht häufig. Mit den Nachbarn sollte man aber immer einen guten Kontakt pflegen. Wenn man sich nicht freundlich verhält kann es schon mal vorkommen, dass ein Bewohner in eine andere Stadt zieht. In eine Stadt mit gepflegtem Sozialleben werden im Laufe der Zeit aber immer wieder neue Bewohner ziehen um dort ihre Häuschen zu bauen.
Der Spielverlauf wird entschieden vom Zufall mitbestimmt, so sind in Tom Nook`s Laden täglich wechselnd immer unterschiedliche Werkzeuge wie Schaufel, Angel und Kescher, aber auch seltenere Gegenstände wie Möbel, Statuen oder Trophäen erhältlich.
Die verdienten Bells lassen sich nämlich bestens in den Ausbau des neuen Hauses investieren: Einen neuen Teppich hier, eine neue Tapete dort, den schicken Schrank in diese Ecke - oder besser doch dort hin. Die Vielzahl an Gegenständen ermöglicht es, seinem Haus einen ganz eigenen Stil zu verpassen. Die Gegenstände lassen sich beliebig postieren, häufiges Umräumen des Hauses ist also angesagt.
Besonders sammelwütige Spieler werden sich über seltene Setgegenstände freuen, da kommt fast Diablo Flair auf.
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