Review von D.Wackerbauer (mail) | 21. Februar 2003 | PAL Version
Als würde es nicht schon genug Fun Sportspiele geben, kommen immer wieder Neue hinzu, die nicht zu überzeugen wissen und eigentlich völlig überflüssig sind. So gibt es nun zu jeder Sportart ein Fun-Titel und als würde das nicht schon reichen, überschüttet man uns auch noch mit Fortsetzungen. Okay bei Tony Hawk verständlich, denn hierbei handelt es sich um ein Top Game, das es schafft sich mit jedem Teil zu verbessern, so das hier Fortsetzungen auch Sinn machen, da sie das Spiel immer Innovativer gestalten. Doch brauchen wir tatsächlich einen zweiten Teil von Mat Hoffman’s Pro BMX 2? Einem Spiel das nicht mehr und nicht minder dem Durchschnitt entsprach und nicht an die Klasse von Tony oder Aggressive Inline heran kam. Natürlich versprechen die Entwickler immer das mit der Fortsetzung alles besser, schöner und größer wird. Doch wie es unsere Erfahrung zeigt, werden diese Versprechungen leider fast nie eingehalten. Deshalb wäre es sehr Wünschenswert, dass wenigstens Mat Hoffman’s Pro BMX 2 uns eines besseren belehrt und uns beweist, das es mit der Genre Spitze mithalten kann, obwohl der erste Teil nicht überzeugte. Nun, wir werden sehen.
Gameplay:
Natürlich gibt es wieder das typische Intro eines jeden Fun-Sportspiel zu bewundern. Echte Profis zeigen in kleinen Filmen, was sie tolles an Tricks auf Lager haben. Dabei wird das Geschehen diesmal ausnahmsweise nicht mit deftigen Gitarrenriffs oder Hip Hop Klängen begleitet, sondern langsame, westernartige, aber durchaus gute Musik von Iggy Pop: “The Passenger“ ist zu hören. Danach gelangst du zu einem Reisebus, der das Hauptmenü darstellt. Hier kannst du dich zwischen vier verschiedenen Modi entscheiden. Zur Auswahl stehen der Road Trip, die Session, der Free Ride und selbstverständlich der Mehrspielermodus. Also wie man gut erkennen kann, nichts neues, außer dem Road Trip. Doch wie sich herausstellt ist der auch nicht wirklich neu.
Ich fange also mit dem Road Trip an, bei dem es heißt sich von Location zu Location vor zu arbeiten. Das sieht dann folgendermaßen aus: Du wählst einen von insgesamt elf der besten BMX Fahrer aus, unter anderem den Namensgeber Mat Hoffman oder Kevin Robinson, und begibst dich mit ihm zum ersten Kurs, auf dem du bestimmte Aufgaben in zwei Minuten lösen musst, die nicht gerade vor Kreativität überschäumen. So musst du zum Beispiel Werkzeugkisten umfahren, Sachen einsammeln, den Score schaffen und bestimmte Tricks an bestimmten Punkten vollführen. Ebenso, wie es in jedem x-beliebigem Fun-Sportspiel zu Hauf vorkommt. Da hätte man sich für die verschiedenen Kurse ruhig sinnvollere und spannendere Aufgaben ausdenken können und auch dass man am Anfang von jedem Level gezeigt bekommt was zu tun ist, wirkt nach dem neuen Tony Hawk Teil veraltet. So wäre es hier ausnahmsweise mal wünschenswert gewesen, wenn man bei der internen Konkurrenz geklaut hätte und die verschiedenen Missionen bei den Leuten abholen könnte. Doch man dachte sich wohl altbewehrtes wäre besser. Leider ist dies nicht der Fall, wie man gut am Zeitlimit für die einzelnen Mission erkennen kann, denn dieses wurde nicht wie erhofft abgeschafft. So jagt man immer noch unter Zeitdruck durch die Levels, was den Spaß dann doch um einiges mindert, da man von anderen Spielen gleicher Art seit kurzem besseres gewohnt ist.
Insgesamt acht Locations/Städte wirst du im Road Trip bereisen. Du fängst in Oklahoma City an und endest in Hawai, falls du alle Aufgaben gelöst hast. Die Level sind alle recht unterschiedlich und bieten dir genug Möglichkeiten deine Tricks zu vollführen. Von Half Pipes bis zu Gittern, zum grinden, ist alles zu finden was das Herz eines BMX Fahrers höher schlagen lässt. Auch an Tricks wurde in dem Spiel nicht gespart. Du kannst wirklich jeden noch so erdenklichen Trick den es gibt ausführen. Von den verschiedenen Grinds bis zu spektakulärer Luftakrobatik ist also alles drin.
Wenn du den Road Trip durch gedaddelt hast, oder keine Lust mehr hast diverse Aufgaben zu erledigen, dann kannst du dich zur Session begeben. Du wählst dein Level aus, wobei du nur die freigespielten im Road Trip befahren darfst und legst dann los um Highscores aufzustellen und Rekorde zu brechen.
Als letzter Modi für den Solospieler gibt es dann noch den Free Ride, indem du ganz ohne Zeitdruck durch die Levels fahren kannst um bestimmte Tricks zu üben oder den Park zu erkunden. Wie in jedem Fun-Sportspiel gibt es auch bei Mat Hoffman’s Pro BMX einen Park Editor und die Options.
Ein Mehrspielermodus ist in diesem Spiel auch vorhanden und dieser macht überraschenderweise mehr spaß als erhofft. Das liegt vor allem daran, dass es eine beachtliche Zahl an verschiedenen Modi gibt, die tatsächlich spaß machen können. Zum einen das Trickturnier. Hier besteht dein Aufgabe darin die besten Lines hinzulegen und die meisten Punkte herauszufahren. Dieser Modus wird wohl jedem bekannt sein, genau wie auch der Folgende, der sich Loser nennt. Worum es hier sich hier handelt, müsste eigentlich jeder der schon mal Tony Hawk oder ein anderes Fun-Sportspiel gespielt hat wissen. Du machst einen Trick und dein Kumpel muss versuchen, deine vorgelegte Punktzahl mit seinem Trick zu überbieten. Für den Schlechteren gibt es einen Buchstaben und wer als erster das Wort Loser komplett hat, verliert. Dieser Modi hat mir bei Tony immer am meisten Spaß gemacht, bei diesem Spiel leider nicht so sehr. Nun hat man sich bei Mat Hoffman’s Pro BMX aber tatsächlich ein paar Gedanken gemacht und sich nicht nur auf alte Spielmodi verlassen sondern neue hinzugefügt. Der Graffiti-Krieg ist einer der “neuen“ Ideen. Hier musst du Tricks durch Graffiti Dosen machen, gelingt dir dies, füllt sich der Bildschirm deines Gegners mit Farbe. Wenn du einen besseren Trick durch die Dosen schaffst, entfernst du die Farbe von deinem Bildschirm. Wer als erster den Schirm voll Farbe hat, ist der Verlierer. Nach fast dem gleichem Prinzip verhält es sich auch beim Modi Push. Hier solltest du versuchen besser zu sein als dein Gegner, denn sonst wirst du aus dem Bild gedrängt, dein Bildschirm wird nämlich, je schlechter du bist, immer kleiner und schmaler. Dieser Modi hat von Allen am meisten Spaß gemacht und ist wirklich zu empfehlen. Dann gibt es noch ein paar andere Modi, die ich nur kurz erwähnen möchte.
Die Halfpipe-Hölle: Kämpfe dir deinen Weg an die Spitze der zahlreichen Rampen, wobei die höchste Punktzahl gewinnt.
Schatzsuche: Sammele so viele Schätze wie möglich ein.
Gotcha: Schnapp dir den drehenden Ring und versuche damit Tricks zu landen. Du bekommst nur Punkte, wenn du den Ring hast, also verlier ihn ja nicht. Dies ist aber nicht so einfach, denn deine Mitspieler wollen ihn natürlich auch haben.
Freies Biken: Erforsche die verschieden Level zusammen mit einem Freund.
Also, beim Mehrspielermodus hat man doch wirklich versucht neue Ideen mit hinein zu bringen.
Erwähnen sollte ich vielleicht noch einen Bug, zudem es im Mehrspielermodus gekommen ist. Beim munteren freien Biken habe ich plötzlich einen Grafikcrash auf meinem Splittscreen. Ich hatte lediglich einen Trick auf einer Pipe gemacht und lande in diesem Meer aus Gittern, mit schwarzen Texturen und ähnlichem, während mein Kumpel auf seinem Screen einen Frame-Einbruch hatte und mit einem Frame pro Sekunde weiterspielen musste, was im Grunde gar nicht geht. Da auch nichts anderes mehr passiert ist und auch ein Menüwechsel nichts brachte, musste wir den GameCube neustarten. Dieses kleine Problem ist aber bis jetzt nicht wieder eingetreten. Ich wollte es nur erwähnt haben.
Steuerung:
Die Steuerung ist sehr umgänglich und ich hatte keine Probleme mit ihr. Mit dem Stick steuerst du deinen Fahrer. Wenn du den A-Button gedrückt hältst fährst du schneller, lässt du ihn los springst du. Mit dem Y-Button kannst du diverse Grind-Tricks ausführen, die du durch das drücken des Stick’s in verschiedene Richtungen bestimmen kannst. Der X-Button ist dazu da, um in der Luft verschiedene Tricks zu vollführen, also Air-Tricks. Mit dem B-Knopf machst du Quick Tricks und mit dem Z-Button erledigst du die Trickmodifizierung. L und R sind zum drehen in der Luft gedacht und zu guter letzt gibt es noch die Manual, die du mit dem digitalen Steuerkreuz bei der Landung startest.
Grafik:
Auch die Grafik ist nicht gerade der Bringer. Zwar sind die Bewegungsabläufe der BMX Fahrer alle ordentlich und schön anzusehen und auch das BMX Bike selbst wirkt realistisch in seinem Fahrverhalten. Doch die Umgebung hätte ruhig etwas schöner sein können. Auf dem ersten Blick fällt zwar kein großer Unterschied zu der Grafik von z.B. Tony Hawk auf, doch nach der Zeit merkt man doch, das irgendwie ein paar mehr Details gut gewesen wären. So hätte man ruhig ein bisschen mehr Bewegung in die Levels bringen können, durch herumlaufende Passanten, Hunde oder ähnlichem. Jedenfalls wirken die Locations ein bisschen trist und langweilig. Das kann aber auch daran liegen, dass man alles irgendwie irgendwo schon einmal so gesehen hat. Die Level hätten gerne auch etwas größer ausfallen können, denn zu schnell hat man schon alles gesehen und entdeckt. Leider kommt es manchmal auch zu kleinen Ruckler und Plug In’s, gerade im Mehrspielermodus findet man sie dann doch etwas öfter an. Sonst läuft die Grafik aber recht scharf und flüssig über den Bildschirm.
Sound:
Der Sound bietet auch wieder nur das Übliche. Eben das was jedes andere Fun-Sportspiel auch bietet. Dich erwartet eine Mischung aus HipHop, Rock und Alternative Musik. Bands wie Iggy Pop, Spoon, LL Cool J, Dub Pistols und Crazy Town steuern ihre Songs dazu. Die Mischung ist gut gelungen von etwas langsameren Tönen bis hin zu Harten gibt es für alle etwas. Nur auch hier muss ich wieder sagen, obwohl die Musik wirklich gut ist, haut sie mich nicht vom Hocker. Denn irgendwie bieten alle Fun-Titel die gleiche Mischung. Da könnte man sich meines Erachtens auch mal etwas Neues einfallen lassen. Aber wie gesagt, sonst gibt es an der Musik nichts auszusetzen und auch die Soundeffekte sind gut und überzeugen.
Fazit:
Mat Hoffman’s Pro BMX ist, so wie ich es mir auch vorgestellt hatte, nicht gut aber auch nicht schlecht. Eben einfach nur Mittelmaß, so wie auch sein Vorgänger und viele andere Fun-Sportspiele. Es ist einfach ärgerlich, dass man immer wieder am alten Konzept festhält und sich nicht überwinden kann, oder schlicht und einfach keine Lust dazu hat dem Spiel neue Element zu verpassen. So bleibt das Spiel weiterhin weit hinter der hochkarätigen Konkurrenz zurück. Wäre das Spiel vor zwei Jahren erschienen, wäre es mit Sicherheit ein Hit gewesen oder zumindest ein überdurchschnittlich gutes Spiel. Doch heute ist es ganz klar nur ein durchschnittliches und ich kann nur hoffen, dass es keinen dritten Teil geben wird. Das Spiel hat zwar alles was ein Fun-Sportspiel braucht, doch trotzdem fehlt einfach das gewisse Etwas, der "Oh das ist aber interessant" Effekt. Obwohl der Multiplayer Modus spaßig ist und gute Ideen aufweist, sollten sich nur BMX Fans, die Skateboard und Inline Skating abgrundtief hassen, diesen Titel kaufen. An alle anderen: bleibt bei Tony Hawk oder Aggressive Inline (Das soll nicht heißen, dass das Spiel grottenschlecht ist).
Von D.Wackerbauer
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| 7.0 | Grafik Schöne Animationen, triste und öde Umgebung, die ruhig mehr Details vertragen hätte | |
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| 8.0 | Sound Gute Songauswahl, gute Soundeffekte, aber nichts Neues | |
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| 7.0 | Spielspass Veraltetes Spielprinzip im Solomodus, gute Ansätze im Mehrspielermodus, der durchaus spaß bringt | |
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| 7.0 | Gesamt | |
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