Review von M.Kleditzsch (mail) | 15. März 2003 | PAL Version
Resident Evil - das wohl zugkräftigste Franchise für junge Erwachsene, dass Nintendo seinen Konsolenspielern derzeit bietet - hat endlich den verdienten, wirklich exklusiven, Titel für den GameCube bekommen, der mit Allem aufwartet, was Spieler heute haben wollen.
Und dabei übertreibe ich überhaupt nicht. Aber ihr werdet es ja in diesem Test noch lesen.
Capcom hat der GameCube-Gemeinde mit RE0 ein sehr durchdachtes, und vor allem sehr informationsreiches Prequel (also es spielt vor Resident Evil 1) herausgebracht, welches aber trotz allem nicht nur die RE-Fans oder Freaks sondern ganz speziell auch alle anderen Zocker einlädt, in das Genre der Survival-Horror Games einzusteigen. Und das wohl als Genre-Referenz - plattformübergreifend.
In RE0 spielt ihr, nicht wie in allen anderen RE Teilen einen, sondern gleich zwei Protagonisten - und das dank einer durchdachten Steuerung auch gleichzeitig. Ihr spielt also entweder als "Rebecca Chambers", ihres Zeichens jüngstes Mitglied der "S.T.A.R.S. Special Forces" , welches in einem Wald notlanden musste, oder als "Billy Cohen", welcher angeblich 23 Menschen getötet haben soll (dieser Chara kommt an Coolness schon fast an Devil May ran!). Die beiden begegnen sich in dem besagten Wald, in dem das S.T.A.R.S. Team Not gelandet ist. Dort sucht Rebecca nämlich nach einem Ausweg, und findet nur einen verlassen- wirkenden Zug. In diesem Zug wimmelt es aber natürlich von Zombies und kleinen, Madenartigen T-Virus-Art. Billy rettet ihr bei ihrer ersten Begegnung zwar nicht das Leben, aber das kommt in dem Spiel trotzdem an die zehnmal vor. Naja, es kommt, wie es kommen muss: Der Zug fährt los und ihr seit eingesperrt. Es geht in den 6 Waggons hin und her und dank dem netten Teamplay-Feature hat man bei den Aufgaben auch relativ viel zu knobeln. Weiter darf ich euch die Story aber gar nicht erzählen, denn sonst würde ich zu viel Spoilern. Eins sei aber noch gesagt: Es wird ein neuer Charakter in weißen Arztkittel-Gewand eingeführt, der im Spiel den "bösen Part" neben - ich schweife ab)
Gameplay:
Man spielt also in "Resident Evil 0" gleich zwei Charaktere. Dies kann man einmal durch einen "Follow Me" Mode, in dem der jeweils andere Chara einem hinterher rennt, und auf Befehl schießt oder stehen bleibt, oder man steuert ihn direkt über den C-Stick, der somit wirklich nützlich Gebrauch findet. Wie alle Resident Evil Teile baut auch dieses wieder auf vorgerenderten Hintergründen auf, vor denen sich hochauflösende Figuren bewegen. Wobei aber in diesem Spiel auch Scroll-Elemente eingebaut wurden! Dies dürfte vor allem alle RE Gegner erfreuen, deren größter Kritikpunkt immer eben Dieser war (neben der Steuerung). Leider bleiben derartige "Scroll-Abschnitte" nur sehr wenige.
Da es in Resident Evil Zero - wie in allen anderen Teilen auch - mal wieder gegen die Umbrella Corp. heftig zur Sache geht, dürfen natürlich auch die von Umbrella’s T-Virus infizierten Zombies nicht fehlen. Zu den "üblichen" Zombies, Höllenhunden und Spinnengegnern kommen aber in RE0 z.B. auch mutierte Affen und riesige Heuschrecken. Hauptsächlich muss man aber weiterhin den Zombies die Köpfe wegballern.
Es ist ja schon aus dem RE Remake bekannt, in welcher detailtreue die Entwickler gearbeitet haben. So kommen auch in RE0 unzählige Animationen der Akteure und der Gegner hinzu. Z.B. greift in einer Szene ein auf dem Boden liegender Zombie nach Billy’s Bein, welcher sofort mit dem freien Fuß auf den Kopf des Zombies tritt.
Man merkt es schon: RE0 ist auf keinen Fall ein Kinder-Spiel, sondern - trotz FSK 16 Einstufung - eindeutig an das ältere Semester gerichtet.
Capcom hat aber nicht nur story- und charaktermäßig neue Features implementiert, sondern man kann nun auch Items irgendwo auf der Karte ablegen, und diese per Z-Knopf jederzeit anzeigen lassen.
Steuerung:
Die Steuerung der beiden Charaktere setzt sich aus den aus dem RE Remake bekannten Elementen und den zusätzlichen "Partner Features" zusammen. Sicherlich ist die perspektivische Steuerung von RE0 gewöhnungsbedürftig (wenn man nach oben drückt, läuft der Chara nicht auf dem Schirm nach oben, sondern in die Richtung, wo sein Kopf hinzeigt), und sie ist auch nicht die präziseste (wie oft hab ich mich nach dem falschen Item auf dem Boden geduckt), jedoch ist sie noch immer zweckmäßig und man kommt dank Zielaufschaltung (R-Taste) in Kämpfen immer sehr gut zurecht. Sicherlich der schwächste Punkt im Game, aber dennoch akzeptabel.
Grafik:
WOW! Mehr muss ich hier eigentlich nicht sagen. Aber ich werde es trotzdem mal versuchen. Das RE Remake hatte mich wirklich schon aus den Socken gehauen, jedoch konnte man dort alles auf die vorgerenderten Hintergründe schieben. Bei RE0 bewegt sich jedoch fast alles, schwingt entweder im Wind mit, oder es werden Schatten auf bestimmte Gegenstände geworfen. Capcom hat mit RE0 wirklich ein Grafikfeuerwerk herbeigezaubert, das wirklich nicht mehr den Unterschied zwischen Game und Realität feststellen lässt. Zu den atemberaubenden Effekten, den Explosionen beim Granatwerfer, den riesigen Gegnern und den bewegungsreichen Hintergründen kommen aber noch die - natürlich vorgerenderten - Zwischensequenzen, die wirklich alles da gewesene in den Schatten stellen. Man weiß dort wirklich nicht mehr, ob es Realität oder Spiel ist. Das muss man einfach gesehen haben!
Auf jeden Fall die momentane Grafikreferenz auf dem GameCube.
Sound:
Was schafft in einem Survival Horror-Game die wirklich atemberaubende Atmosphäre? Richtig, der Sound. Die Soundtechniker von Capcom haben im Laufe der Jahre wirklich einiges gelernt, und an den richtigen Stellen auch daran gedacht: "Weniger ist mehr". So kommen zwar an Savepoints beruhigende Melodien zum Vorschein und bei Kämpfen ein hektisches Thema, jedoch kommen auch mal Stellen vor, wo es wirklich keinen Mucks an Musik gibt. Nur die einsam verhallenden Schuhe von Billy oder Rebecca hallen dann an den Wänden zurück. Atemberaubend!
Fazit:
RE0 wird leider in Deutschland nicht richtig vermarktet. Kaum einer kennt den Titel bzw. die wirkliche Zielgruppe, nämlich die "PS2-Käufer" wird einfach nicht angesprochen. Jedoch haben wir es hier mit einem ausgewachsenen Top-Titel zu tun, der wirklich alle anderen Survival-Horror-Games in den Schatten stellt.
Leider ist dieser Titel - trotz Partner Feature - noch ein kleines bisschen linearer ausgefallen als die anderen Titel der Serie, jedoch wird das ganze durch eine atemberaubende Atmosphäre wieder wett gemacht, die einmal durch Cut-Scenes und auch "Tagebücher," die man in dem Spiel findet, wirklich bis zum Rande des Wahnsinns getrieben wird (wer die anderen RE Titel kennt, wird auch dieses Gefühl kennen).
RE0 ist für alle Spieler über 16 ein Must-Have Titel, und sollte auf keinen Fall im GameCube Spielregal fehlen!
Von M.Kleditzsch
|
 |  | |  |
| 9.6 | Grafik Umwerfende, vorgerenderte Hintergründe gepaart mit grandiosen Animationen - Referenz | |
|  | |
| 8.2 | Sound Gute Effekte, kein Dolby, -weniger ist mehr- | |
|  | |
| 9.2 | Spielspass Recht linear aber dennoch packende Atmosphäre - Dank Partner-Zapping auch innovativ | |
|  | |
| 9.2 | Gesamt | |
|

Diskutiert über dieses Spiel in unserem Forum!
|