Games Convention Erlebnisbericht
Special von T.Wackerbauer (mail) | 25. August 2004

Wir schreiben das Jahr 2004 n. Chr., es ist dunkel um mich herum und kaum eines der neuartigen Fahrgestelle bewegt sich auf der seltsam gepflasterten Straße. Zu unserem Glück bedeutet das freie Fahrt bis zu unserem beliebten und wunderschönen Bahnhof. Wo wir uns in die Regional Bahn setzten, welche uns zu unserem ICE bringen sollte. Ja richtig gelesen, schon wieder wir. Denn mein Bruder hat es diesmal geschafft nicht krank zu werden und sich seinerseits den Rucksack auf den Rücken geschnallt, um die GC besuchen zu können. Nachdem wir seit 5:23 quer durch Deutschland gefahren waren, kamen wir dank der allseits bekannten Pünktlichkeit der DB und vor allem der ICEs, mit nur 10 Minuten Verspätung in Leipzig an. Vor dem wirklich coolen Bahnhof (Sollte jeder einmal gesehen haben) haben wir uns die nächste Straßenbahn geschnappt und sind Richtung Messegelände getuckert, wo wir nach fast 7 Stunden Fahrt auf Andreas und Magnus getroffen sind und wir endlich unsere Presseausweise entgegen nehmen konnten.
Nun hieß es Pressekonferenzen oder nichts und dank der genialen Bahnanbindungen unseres Bahnhofes hatten wir natürlich die für uns wichtigste Pressekonferenz, nämlich die von Nintendo, verpasst. Also einfach bei Ubi Soft, EA und den anderen reingeschaut und mit einem Kopfschütteln, aufgrund des mageren Gamecube Supports, wieder hinaus. Erwähnenswert ist nur noch das Playmate des Jahres, welche bei Ubi Soft zu Gast war. Aber vielleicht hätten die Herren von Ubi Soft nicht ganz so schwere Fragen stellen sollen. Da an diesem Tag nichts weiter Wichtiges mehr anstand, haben wir auch die Pressekonferenzen von der Konkurrenz Microsoft und Sony besucht. Aber außer das Sony mit den beliebten Fanta4 + Niki Laude und Sohn aufzutrumpfen versuchte, hat man auch dort bis auf die Preissenkung, fast nur altbackenes erfahren. Neu war allerdings der Altersdurchschnitt der Presseleute. Dieser schien eindeutig unter 18 Jahren zu liegen und man machte sich so seine Gedanken über eine etwaige Altersgrenze.
Nachdem nun alles von uns inspiziert und die wichtigsten Neuigkeiten von Magnus und Andreas gepostet worden waren, ging es Richtung Hotel. Ein sehr schönes Erlebnis. Da leider alle billigeren Hotels nahe dem Bahnhof ausgebucht waren, befand sich unser nettes 4-Sterne Hotel irgendwo ziemlich weit, weit weg. Als wir uns mit der S-Bahn so nahe wie möglich herangekämpft und auch die gesuchte Bushaltestelle gefunden hatten, mussten wie mit entsetzten feststellen, das der letzte Bus vor 10min abgefahren ist. Das so was ein paar Minuten nach 20 Uhr passiert finde ich in einer Stadt wie Leipzig schon etwas komisch, aber auch alles jammern meinerseits konnte nichts daran ändern, das wir die letzten 50km (so kam es mir zumindest vor, waren aber „angeblich“ nur 4km) per pedes zurücklegen mussten. Ein paar fragwürdige Augenblicke („Müsste das Hotel nicht schon zu sehen sein?“) und Stunden später, kam es dann auch endlich in Sicht und nach dem erfolgreichen einchecken lag ich erstmal ziemlich kaputt auf dem Bett und habe Fußball geguckt (Aber nicht ohne vorher die Minibar geplündert zuhaben hehehe).
Nach einer kurzen und nicht ganz so erholsamen Nacht, ging es dann zum stärkenden Frühstück, das wirklich keine Wünsche offen ließ und gleich darauf zur Bushaltestelle und zurück zur Games Convention. Hier ging in den Hallen schon richtig die Party ab, aber bevor wir uns ins Getümmel stürzten, haben wir vorher Nintendo einen Besuch im Business Center abgestattet und Spielperlen wie Donkey Konga, Mario Tennis und Donkey Kong: Jungle Beat ausführlich angetestet. Es gab allerdings einen klaren Favoriten und zwar nicht nur von unserer Seite aus. Donkey Konga rockte nämlich einfach! Das erste was ich am 15ten Oktober machen werde, ist in den Laden meines Gamecube Dealers laufen und mir dieses Spiel mit 4 Konga-Controllern zulegen. Wir haben uns auf der Messe die Hände wirklich wund geklatscht und getrommelt und es gab trotzdem immer nur einen Gewinner, nämlich MICH! HAHAHA Ich habe eben den Rhythmus im Blut. Während bei mir ein “Great!“ nach dem anderen am blicken war habe ich bei den anderen immer nur ein “Bad!“ zu sehen bekommen. Aber ich kann euch sagen, gerade das ist das geniale am Spiel. Und es hat wirklich allen Spaß gemacht, da selbst ich irgendwann einen Knoten in den Händen hatte.

Bei so einem fesselnden Party-Spaß braucht es natürlich auch eine Stärkung und zu diesem Zweck hatte Nintendo ein nettes Buffet aufgebaut und somit für Essen und Getränke gesorgt. Zudem haben sich die Mitarbeiter von Nintendo vorbildlich um die Wünsche und Fragen ihrer “Gäste“ gekümmert und alle fühlten sich bei Nintendo gut aufgehoben.
Gesättigt und mit roten Händen sind wir dann erstmal zu Nintendos Messestand gegangen, wo auch schon jede Menge los war. Die GBA’s waren schon nach kurzer Zeit alle verliehen und überall sah man Besucher mit dem “Offical Game Tester Nintendo“ T-Shirt herumlaufen. Auch die stündliche Nintendo Show lockte viele Zuschauer an, welche versuchten einige der Gimmicks zu erbeuten. Alle anderen Stände hatten ebensoviel Zulauf und überall gab es etwas zum Mitnehmen oder zum Spielen oder auch nur zum Angucken (Babes). Und die vielen Tausende Besucher nutzen dieses Angebot auch rege und vor allem bei Räumen, wo die Altersgrenze bei 16 oder 18 Jahren lag, bildeten sich durchgehend längere Warteschlangen. Nachdem wir den Tag dann mit warten, spielen, sammeln und Fotografieren beschäftigt waren hieß es am Abend Abschied von Magnus und Andreas zu nehmen, welche im Gegensatz zu mir und meinem Bruder schon Richtung trautes Heim fuhren. Für uns hieß es dann durchhalten bis zum nächsten Morgen, koste es was es wolle. Geschafft haben wir das mit Besuchen bei McDoof und im Kino. Dort haben wir uns den Film King Arthur angesehen und selbst mitten in der Woche um 22:45 war der Kinosaal voll. Der Film selbst war aber leider nicht der Überhammer. Hatte ich auch nicht erwartet. Zumindest hatten wir schon einmal bis 01:30 Uhr durchgehalten.
Nach dem Kino ging es auf zum Bahnhof, wo wir eine Begegnung der 3ten Art hatten. Dort sprach uns nahe den Schließfächern eine doch verdächtig drogenabhängig aussehende jüngere Frau an und erzählte uns sehr glaubwürdig (man konnte sie kaum verstehen) eine noch viel glaubwürdigere Geschichte, um von uns Geld für ein Bahnticket zubekommen. Leider brauchte ich mein letztes Geld für das Schließfach und nach langem Betteln ihrerseits und vorzeigen meiner leeren Geldbörse hat sie sich die nächste Zielperson gesucht.
Die langsam stärker werdenden Müdigkeitserscheinungen zwangen uns dazu, die netten kleinen Bänke an den Bahngleisen in Anspruch zu nehmen und es den nicht gerade wenigen anderen Hotellosen Bahngästen gleichzutun und zu versuchen auf diesen Teilen zu pennen. Meinem Bruder gelang dies um einiges besser als mir und nach dem ich 1 bis 2 Stunden vergeblich versucht habe zu schlafen, habe ich mir die Beine im Bahnhof vertreten und die restliche Zeit gelesen, was erstaunlich gut ging. Um 6:22 kam dann endlich unser ICE und nach 6 Stunden und vielen Kilometern später waren wir ziemlich müde und erschöpft (zumindest ich, mein Bruder hat ja ganze zeit geschlafen) endlich wieder an unserem viel befahrenen und geliebten Bahnhof angekommen.
Abschließend kann ich nur sagen, dass ich nächstes Jahr definitive wieder mit dabei sein werde, denn es ist immer wieder ein grandioses Erlebnis, diese Messe besuchen zu können. Für das nächste Jahr wünsche ich mir lediglich mehr Zeit denn an zwei Tagen kann man nicht alles genießen. Trotzdem hat es sich wieder gelohnt und ich sage mal wieder: Bis zum nächsten Jahr, in alter Frische.
Von T.Wackerbauer


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