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Nintendo auf der Games Convention 2005
Special von L.Peterke (mail) | 26. August 2005

Vor dem Lesen: Dieses Special ist eine kleine Bildergalerie angehängt. Klickt einfach auf den folgenden Link, um die Galerie „Games Convention 05 – Messebericht“ zu öffnen. Am besten schaut ihr euch die Fotos parallel zu diesem Special an, je nachdem wann ihr die fetten Markierungen im Text seht.

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Vorwort: Die Gaming-Welt schaute gespannt auf die Kulturstadt Leipzig. Denn dort fand bereits zum vierten Mal die "Games Convention" statt - Europas größte Messe für PC- und Videospiele. Seit der ersten Messe vor über 3 Jahren hat die Games Convention immer mehr an Akzeptanz zugenommen. Mittlerweile ist die Messe etabliert und die Publisher nutzen die Games Convention um ihre wirklich neuesten Spiele zu präsentieren. Premieren nennt sich das Zauberwort. Und alle ziehen mit. Alle? Nein, ein kleiner Hard- und Softwareentwickler leistet erbitterten Widerstand: Nintendo.
Doch auch wenn das Traditionsunternehmen stets von Nokium, Klein Microm oder Sonyum belagert wird, behauptet es sich. Auch auf dieser Games Convention machte Nintendo wieder ausgiebig gebrauch von ihrem "Zaubertrank".
Und damit das auch die Leute mitbekommen, die es dieses Jahr nicht zur Games Convention geschafft haben, möchte ich im Namen von GCX euch in diesem ausführlichen Messebericht darlegen, warum Nintendo eine klasse Show lieferte und euch ein bisschen von diesem Messeflair nahe bringen, das diese eine Woche in der „Leipziger Luft“ lag. In diesem Sinne: Come Play!

Es liegt was in der Luft...
...Dachte man als man in Leipzig im Hauptbahnhof ankam. Kaum aus dem Zug ausgestiegen, stolperte man über lauter Anekdoten zur Games Convention. Angefangen von lauter THQ-Werbung, bis hin zum „Juiced“-Vehikel (Bild 1). Während man dann zu seinem Quartier reist, um dort sein Lager (In meinem Falle Zelt) aufzuschlagen, merkt man deutlich: Leipzig ist im Messefieber! An jeder Bushaltestelle hingen Werbeplakate zu „Sims 2“ oder „Need for Speed Underground: Most Wanted“. Eine große, renovierungsbedürftige Hausfassade beklebte Sony mit einem riesigen PSP-Plakat. Microsoft warb auf zahllosen Plakaten für die Xbox 360.

Freitag, 19. August 2005, 7 Uhr:
Wir befinden uns am Auensee. Im „Zeltplatz Auensee“ am Rande von Leipzig räkeln sich 2 sichtlich verschlafene Kreaturen (Im Nachfolgenden Gamer genannt) in einem Igluzelt: Mein Freund und Ich. Die Messe öffnet um 9 Uhr ihre Tore, da will man schließlich pünktlich sein.
Es ist kurz nach 8, als sich die Straßenbahn dem „Neuen Messegelände Leipzig“ nähert und sich die riesige Glaskuppel der Eingangshalle samt der 5 Messehallen vor uns erstreckt. Es wird einem warm ums Herz. Es ist bereits halb 9, als Karawanen von Gamern in die heiligen Hallen strömen und sich an den "Bändchenpoints" ihr Bändchen besorgten. Denn Jugendschutz wird groß geschrieben. Brutalere Spiele sind in speziellen Zonen ausgestellt. In diese kommt man nur mit dem richtigen Bändchen. Und das begehrte "Ab 18"-Band in rot gibt's nur mit gültigem Ausweis. Wer dann sein Band hat, platziert sich möglichst günstig in der riesigen Glashalle (Bild 2). Denn wenn die Hallen öffnen sind sie leer, und jeder will natürlich gleich an ein freies Spiele-Terminal um sein Lieblingsgame zu daddeln.
Um 8:55 mache ich Bekanntschaft mit dem "Zelda-Syndrom", eine Epidemie unter den diesjährigen Games Convention-Besuchern. Folge dieser „Krankheit“ ist es, bei Eröffnung um 9 Uhr loszurennen, um an eines der Zelda-Terminals zu kommen, und das begehrte Spiel selber anzutesten (Bild 3). Ich gebe nicht viel auf das Rennen sondern schlendere eher gemütlich zum Stand von Nintendo. Der Nintendo DS liegt warm in meiner Tasche. Ich bin bereit für das erste Highlight der Messe: Die "DS Download-Station". So eine hat Nintendo nämlich auf seinem Stand platziert. Ich pflanze mich mit meinem DS vor eine große Säule und schon wenige Augenblicke später flimmert der neueste Zelda-Trailer auf meinem geliebten Handheld (Bild 4).

Ich lasse mich auf einem Sitzkissen nieder. Der interessante Teil daran: In meiner Hand befindet sich ein Nintendo DS mit einer Nintendogs-Demo (Bild 5). Nach kurzer Spielzeit lege ich den DS beiseite, denn eine freundliche Nintendo-Dame im Glanz-Oberteil macht mich darauf aufmerksam das um 10 Uhr eine Nintendo-Show startet. Gesagt, getan. Ich finde mich mit meinem Freund also vor einer großen Leinwand auf der ein Nintendo-Logo schimmert ein. Ein Moderator und eine Moderatorin betreten die Bühne (Bild 6). Offenbar irgendwelche Leute aus einem Teenie-Magazin oder einer Radioshow, ihrem Fundus nach zu Urteilen. Jedenfalls wurde die Show von „groovigen“ Wörtern geprägt. Coole, krasse Games, alles richtig fett und chillig, richtig trendy. „Denglisch“ ist offenbar wieder "in".
Das Programm beginnt. Nintendo zeigt die Messehighlights: Mario Smash Football und Nintendogs vorne heran. Vor den Präsentationen zeigen diverse Künstler was sie drauf haben.
Ballkünstler leiten Mario Smash Football ein (Bild 7) und ein Breakdancer tanzt zu "Who Let The Dogs Out" (Bild 8). Die Show geht zu Ende. Meine Ausbeute: Ein "Nintendo Surprise Package". Denn um die Messebesucher bei Laune zu halten wird kräftig verschenkt. Deshalb erhalte ich für die Teilname am "DS Interactive Game" Ein T-Shirt, Spielball, Nintendogs-Frisbee und Lanyard mit Nintendo DS-Beschriftung.

Während ich ausgiebig "Battalion Wars" für GameCube anteste, wird eine Halle weiter scharf geschossen. Wir befinden uns in einer riesigen Parkanlage mit saftigem Grün, gespickt mit gemütlichen Sitzen und Strandliegen. Wir sind am Xbox-Stand von Microsoft (Bild 9). Auf einer riesigen Leinwand laufen reihenweise Trailer zur Xbox 360 (Bild 10). "Dead or Alive 4" macht einem die Augen wässrig, „Project Gotham Racing 3“ wischt mit „Gran Turismo 4“ den Boden.

Zurück bei Nintendo. Das Grafikwunder Xbox 360 lässt mich kalt. Denn ich stehe auf einer Tanzmatte. Als „DDR“-Veteran freute ich mich auf das Antesten von "Dance Dance Revolution Mario Mix". Kaum setze ich einen Fuß auf die Tanzmatte, steht eine freundliche Nintendo-Dame neben mir, erklärt mir das Spiel und feuert mich an. Im Endeffekt war mir das Spiel zu einfach. Ich wollte Action. Also ab zu Electronic Arts. Die hatten gegenüber nämlich wieder ihr legendäres „360°-Kino“ aufgebaut, wo mit über 10 digitalen Beamern die neuesten EA-Trailer auf einer 360°-Leinwand gezeigt wurden (Bild 11). Eine Verfolgungsjagd in "Need for Speed Underground: Most Wanted" – Und der Zuschauer sitzt mittendrin. Super! 6 Trailer und 5 Minuten später stehe ich bei Sony und habe die „Play Station Portable“ in der Hand. Lecker. Als gefestigter DS-Spieler werde ich bei "WipeOut Pure" neidisch und beschließe in nächster Zeit viel Geld zu sparen. Na ja, Konkurrenz belebt das Geschäft. Zwanzig Meter weiter stehe ich in einem arg versteckten USK 16-Bereich und Spiele „Soul Calibur 3“. Um das Ganze zu krönen, mache ich mich mit meinem Freund auf zu Konami. Bevor wir den lustigen Moderator Thomas Sauermann (Bild 12) auf der stündlichen „Konami-Show“ zelebrieren, spielen wir „Castlevania: Dawn of Sorrow“ für Nintendo DS und „Metal Gear Ac!d“ für PSP.

Bei der Konami-Show dann eine Überraschung: Ich werde Tatsächlich auf die Bühne geholt und Spiele die Weltpremiere "Pro Evolution Soccer 5". Ergebnis: 0:1 gegen England verloren, Ausbeute: Das "Konami Rundum-Sorglos-Paket". Denn „Bei Konami gibt's keine Verlierer“. Ich nenne Konami-Uhr, Metal Gear Ac!d-Feuerzeug aus Metall und Konami-Regenschirm (Jawohl, ein Regenschirm!) mein Eigen. Mein Kumpel ist neidisch, doch für Neid bleibt keine Zeit. Hideo Kojima, der geistige Vater von Solid Snake hat Autogrammstunde. Im Endeffekt nur eine Viertelstunde, aber ich hatte mein Autogramm.

Es geht wieder mal zu Nintendo. Während mein Freund wissbegierig "Advance Wars: Dual Strike" und "Fire Emblem: Path of Radiance" testet, mache ich Fotos vom „Gameboy Micro“. Den gab's in gut 20 Farbvariationen hinter einer dicken Glasscheibe zu sehen (Bild 13). Als mein Freund mit positiver Meinung zurückkehrt, stehe ich gerade für eine Runde „Mario Kart DS“ an. Auch ich bin danach positiv eingestellt.

Der Messetag geht zu Ende. Mein Freund und ich pilgern zum Hauptbahnhof um für unser leibliches Wohl zu sorgen. Abends sitzen wir mit 3 anderen Gamern von unserem Stellplatz vor einer kleinen, lichtspendenden Kerze und ziehen gemeinsam ein Fazit. Beste Games Convention bisher. Um kurz vor Mitternacht fällt man dann Müde ins Bett und freut sich in Gedanken schon auf den nächsten Messetag. Wenn man dann 10 Stunden später wieder in der großen Glashalle steht und auf dem Weg zur deutschen "Pro Evolution Soccer Meisterschaft" ist, dann ist man irgendwie stolz ein Gamer zu sein. Als wir uns erneut bei Nintendo einfinden, realisieren wir zum ersten Mal dass am Samstag die Hallen besonders voll sind (Bild 14). Kein Wunder, denn heute hat die Messe 2 Stunden länger geöffnet. Allerdings gab es noch weiteren Grund zum großen Andrang bei Nintendo: Rapper „Kool Savas“ performte auf der Nintendo Showbühne (Bild 15). Nach seinem Auftritt erwähnte er dass er Nintendo Liebe und offenbar „Super Mario 64 DS“ gespielt habe. Glaubwürdig hörte sich das nicht an. Aber vielleicht ist so ein böser Junge wie „KKS“ ja genau das richtige, um vom Kiddie-Image weg zu kommen? Abgesehen von deutschen Rappern wurde bei Nintendo aber auch anderes geboten. Manga-Zeichnerinnen von „Tokiopop“ bemalten die Nintendo DS-Geräte der Besucher mit Link, Mario und Co. Vor der „Nintendogs Area“ zeigten diverse Straßenkünstler ihre Fähigkeiten (Bild 16). Noch mal 24 Stunden später sitze ich dann im Zug Richtung Heimat und blättere in einer PSP-Werbebroschüre. Eines ist sicher: Nächstes Jahr geht es wieder nach Leipzig, wenn es heißt: "Come Play"!

Das (fachmännische) Nachwort:
Die Games Convention 2005 ist vorbei. Sehr zufrieden sortiert man Daheim seine
Thanksgivings. Leider mit gemischten Gefühlen, denn leider musste auch die diesjährige Games Convention darunter leiden, dass einige Entwickler nur die aufgewärmten E³-Demos zur Schau stellten. Ebenfalls Schade: Nintendo hält den Revolution zurück. Doch dies ist eher unwichtig, denn auch Sony zeigte nichts von der Play Station 3. Allerdings gefundenes Fressen für Microsoft. Die zeigten viele Trailer zur neuen Xbox und stellen einige Konsolen-Leerhüllen aus, die zum Fotografieren einluden (Bild 17). Doch auch hier sei vermerkt: Anspielbar war die Xbox 360 nicht. Unverständlich, wenn Microsoft auch in Europa pünktlich zu Weihnachten am Markt sein will. Wer jedoch offenbar stark am Markt sein will ist Sony mit der PSP. Die schafften es nämlich mit weit mehr als 100 Testgeräten die PSP super zu präsentieren und anzuwerben. Aber bei der „Handheld-Hochburg“ Nintendo ist dies auch bitter nötig.
Doch Hand auf's Herz: So schlimm ist das alles doch gar nicht. Na ja, fast. Denn taktlos wie immer fügt Nintendo eine „Pointe“ ein: Während der ahnungslose Gamer am Nintendo-Stand steht und "Zelda: Twilight Princess" spielt, verschiebt Nintendo dieses weltweit auf 2006...

Von L.Peterke


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