Special von M.Kleditzsch (mail) | 16. Oktober 2002
Nachdem wir also kurz Herrn Ashcroft kennengelernt hatten, und wir gerade noch ein bisschen Eternal Darkness oder Star Fox Adventures zocken wollten, kam Herr Ebert noch einmal Freuden strahlend herein. In der Hand nichts anderes als einen (versiegelten) Developer GameCube (unserer Redaktion wurden die Geräte schon auf der Games Convention schmackhaft gemacht). Inhalt war: Mario Party 4 US. Natürlich machten wir uns sofort daran das Party Game des Jahres einmal anzutesten und mit Herrn Ebert auch gleich zu viert eine Runde zu zocken. Über den Beamer kam natürlich auch sofort die richtige Atmosphäre rüber, und Herr Ebert organisierte noch ein bisschen Cola für uns. Beim Mario Party 4 spielen - der Titel hat uns übrigens sofort überzeugt - konnte man natürlich auch ein gemütliches Pläuschchen abhalten. So haben wir zusammen mit Herrn Ebert (auch aufgrund seiner Ideen) beschlossen, eventuell Rubrik einzuführen, in der wir GameCube Spiele gesondert testen und bewerten, die mit dem GBA kompatibel sind. Die Tests würden von uns in naher Zukunft geschrieben, und dürften uns noch ein bisschen besser und umfangreicher machen. Einem kompletten Einstieg in die GBA Welt haben wir aber entsagt, da wir schon mit dem GameCube voll ausgelastet sind und es eine riesige Mehr-Arbeit wäre, die bis jetzt erschienen GBA Titel nachzutesten, und die - wöchentlich erscheinenden - neuen GBA Titel genügend zu würdigen. Wir belassen es lieber erstmal bei der oben genannten "Mittellösung".

Nun hatten wir aber schon 15.30 Uhr und wir wollten uns doch noch gerne einmal das Nintendo Center genau zeigen lassen. Nichts leichter als das, und schon stand der Herr Thumerer, Logistik-Leiter bei NoE höchstpersönlich vor uns, und führte uns durch seine Welt. Nur eins vorweg: Außer den gleich beschriebenen Orten darf man bei NoE selbst als "normaler" Mitarbeiter nicht hinein. Alles was mit "Tests", "Übersetzung" usw. zu tun hat, ist hermetisch abgeriegelt und nur für Mitarbeiter der jeweiligen Abteilung zugänglich. Es ging also los: Die 15.000 qm große (+ einen zweiten Stock, der aber nur Teile der Halle einnimmt) Nintendo of Europe Zentrallagerhalle, die in einen Großteil der europäischen Länder direkt in den Handel versendet (darunter auch Frankreich und England), und in der zwischen 150 und 250 Beschäftigte ihre Arbeit verrichten, beginnt mit riesigen Maschinen. Bei näherem betrachten fällt auf, dass hier wohl Spiele verpackt werden. Es gibt dort im Moment drei Arten dieser Maschinen. GBC Games (diese wurde schon für (S)NES Spiele benutzt und läuft mit 111 Spielen / Min), GBA Games (100 Spiele / Min) und GameCube Games (85 Spiele / Min). Die Cartdridges werden dort von Mitarbeitern in zehner Packs in die Maschine gespannt, und diese verpackt sie, inkl. Anleitung und Broschüren, verschließt und verschweißt sie, und packt sie in handliche 10er oder 20er Bundles ab, die dann hinterher im verpackten Karton herauskommen.
Bei Game Boy Advance Spielen läuft das ganze ähnlich ab. Einzig bei den GameCube Titeln ist das Prozedere ein bisschen vereinfacht, da sowohl die DVDs als auch die Packungen leichter zu behandeln sind. So durften wir zum Beispiel zusehen, wie Crash Bandicoot für den GameCube verpackt wurde. Nintendo verpackt grundsätzlich alle 1st und 2nd Party Games dort selber. 3rd Partys können die Maschinen jedoch "mieten". In die Maschine wird also eine Spindel DVDs eingelegt, diese wird in die Packungen gepresst, und die Packungen mit Anleitung und Cover versehen, das ganze zugeklappt und danach auf Gewicht geprüft, und fertig ist ein GameCube Spiel. Super Mario Sunshine wird ja bekanntlich in blauen Covern ausgeliefert, welche wir auch in der Halle vorfanden. Bis zu unserer Ankunft war die "erste Fuhre" SMSs schon fertig. Mehr als eine Millionen Super Marios wurden kurz vor dem Launch hier in Großostheim verpackt. Wir kamen noch an einigen skurillen Ständen vorbei. So wurde in einer weiteren Abteilung von (hochqualifizierten) Kräften das GBA & Super Mario Advance 2 Bundle verpackt. Das ganze sah dann so aus: Der erste holt einen GBA vom Haufen, öffnet die Packung. Die zweite Dame legt Mario Advance 2 hinein, dann rollt das Laufband weiter. Eine dritte Dame versiegelt die Packung wieder, und ein letzter Mitarbeiter macht ein Papp-Band drum. So, nachdem die Verpackungs-Abteilung abgearbeitet wurde ging es weiter in den Versand und die Lagerung. Nintendo hatte in der Halle selber schon die komplette Hardware für das Weihnachtsgeschäft gelagert, also gab es viel zu bestaunen. Mehrere Hunderttausend GameCubes in allen Farben (eigentlich ja nur zwei) und noch mehr Controller und Memory Cards und und und und... Für uns drei, die wir ja nun schon seit ewig langer Zeit Nintendo Fans sind, war dies wohl die Erfüllung jeglicher Kindheits (und auch Jugend-) Träume. Wirklich umwerfend.

Nachdem man sich sattgesehen hatte (Laut Herrn Thumerer mehr als eine Milliarde - Warenwert), ging es weiter in die Reperaturabteilung. Habt ihr gerade von dem Lager geschwärmt? Dann wird euch die Reperaturabteilung vom Hocker hauen. Leider war es schon nach 16.00 Uhr, so dass der Großteil der Belegschaft schon nicht mehr vor Ort war, aber alleine den Arbeitsplatz einiger Mitarbeiter zu sehen, die mit aus Japan eingeflogenen Geräten die Controller oder Steuerkreuze an GCNs, GBAs überprüfen, war ein echtes Erlebnis. Es war echt umwerfend, was die Leute dort gemacht haben. Reparierte GameCubes oder GBAs wurden im "24h Check" überprüft, und alte GBCs wurden mit Airbrush bearbeitet. Dies war wohl der beeindruckendste Teil der Führung. Danach ging es noch einmal durch einen langen Flur vorbei an der Logistik-Zentrale, wo alles registriert und gemanaged wurde, und vorbei an der "Nintendo Spiele Hotline", wobei wir dort aber nicht hinein durften, denn immerhin wurde dort ja direkt mit dem Kunden gesprochen. Interessant war aber, dass eine große Carrera-Rennbahn in dem riesigen Büro aufgebaut war... Dann haben wir noch die "Konsumentenberatung" gesehen, die Briefe und Faxe von euch schriftlich beantworten. Nachdem wir aber dann die Führung beenden mussten, da der Zug nach Nirgendwo... äh, nach Hause schon um 18.10 Uhr in Aschaffenburg losfuhr, unterhielten wir uns noch ein bisschen mit Herrn Ebert, erhielten noch ein paar Präsente (schon einmal eine Luigi’s Mansion Taschenlampe gesehen?) und eine Taxifahrt in einer dicken S-Klasse mit Lederausstattung wurde uns auch noch bezahlt. Das Nintendo Center verließen wir mit einem sehr aufregenden Kribbeln im Bauch. Ich glaube, davon kann man seinen (Enkel-) Kindern noch erzählen. Andreas Fazit: Auch wenn ich persönlich nicht viel neues, außer Mario Party 4 und das Europa Lager gesehen habe, haben sich die jeweils fünf Stunden Fahrt durch aus gelohnt. Schon aus dem einfachen Grund einfach mal die Leute von Nintendo Deutschland näher kennen zu lernen. Mir persönlich hat es viel Spaß gemacht, wobei ich mich bei Nintendo recht herzlich bedanken möchte und hoffe weiterhin mit Nintendo so erfolgreich zusammen arbeiten zu können. Magnus Fazit: Ein wirklich prägender und unerwartet informatitver Besuch bei Nintendo. Eine wirklich nette Belegschaft und ein noch netterer Herr Ebert haben uns / mir den Aufenthalt zu einem wahrgewordenen Jugendtraum werden lassen. Und auch unserer Beziehung zu Big N hat es wohl sehr gut getan!

Von M.Kleditzsch
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