First Look Pikmin
Die GameCube X-Redaktion distanziert sich von dem unten geschriebenen Text. Geschrieben: 17.06.2002

Immer wenn Shigeru Miyamoto ein neues Spiel rausbringt, hält die Videospielewelt den Atem an. Der Erfinder von Mario und Zelda ist bekannt für seine innovativen Spielideen und seine Games setzen neue Trends und auch bei "Pikmin" wird er seinem Ruf gerecht.

Zum ersten Mal habe ich von "Pikmin" bei der GCN-Präsentation auf letztjährigen E3 2001 in L.A. etwas gehört und gesehen. Davor gab es noch nichtmal Gerüchte zu dem Spiel und daher war die Überraschung bei den Zuschauern sehr groß. Miyamoto stellte das Spiel selbst vor und erklärte, dass er beim betrachten seines Gartens auf die grundlegende Spielidee gekommen sei. Womit wir schon beim ersten Problem wären: Was ist die Spielidee von "Pikmin"?. Eigentlich tummeln sich mehrere Genres in dem Spiel und es ist nicht möglich \"Pikmin\" nur einem davon zuzuordnen. Es hat zwar viel von einem Strategiespiel, aber es gibt auch eine Menge Puzzles und Adventure-Elemente. Daher belassen wir es einfach dabei: Es ist ein Miyamoto-Spiel.

Die Story dreht sich um den Absturz von Captain Olimar. Dieser war gerade auf dem Weg um Mineralien von einem Planeten zum anderen zu bringen. Kurz nachdem er den Autopiloten seines Raumschiffs "Dolphin" (sollte der GCN nicht mal so heißen?!) aktiviert hat, gerät sein Schiff in Schwierigkeiten und stürzt ab. Er landet auf einem unbekannten Planeten, der eine - für ihn giftige - Sauerstoffathmospäre hat. Zwar hat er einen Raumanzug, aber dieser wird ihn nur 30 Tage am Leben halten können und seinem Raumschiff fehlen wichtige Teile, um wieder starten zu können. In dieser misslichen Lage kommt ihm zugute, dass seine Frau eine leckere Zwiebel-Karotten Suppe als Mittagessen eingepackt hat. Aus dieser Suppe entstehen nämlich die namensgebenden Pikmins. Unter der Einwirkung des fremdem Planeten werden aus den roten, gelben und blauen Karotten nämlich kleine Lebewesen, die auf Eure Befehle hören. Zu Beginn gibt es nur einen roten Pikmin. Um mehr zu bekommen, müsst Ihr zunächst diesen einen benutzen, um Blumen in Tabletten zu transformieren. Diese Tabletten können von einer großen roten Zwiebel in Samen für neue Pikmins verwandelt werden. Je nach Farbe der Zwiebel entstehen rote, gelbe oder blaue Pikmins, die unterschiedliche Fähigkeiten haben.
Die roten sind die erste Rasse die Euch zu Verfügung steht. Sie widerstehen Feuer und sind die besten Kämpfer unter den Pikmins. Sobald Ihr die gelbe Zwiebel gefunden habt, könnt Ihr mit den gelben Pikmins Bomben aufnehmen und Steinmauern zerstören. Dafür sind sie nicht so gute Kämpfer. Als letzte Rasse kommen die blauen Pikmins zum Einsatz. Das sind die Schwimmer unter den Pikmins und daher die Einzigen, mit denen Ihr ins Wasser gehen könnt, ohne sie zum Selbstmord zu zwingen.

Was sich zunächst sehr kompliziert anhört, bietet im Spiel jede Menge Entfaltungsmöglichkeiten. Die ganze Zeit seid Ihr bemüht, möglichst viele Pikmins nachzuzüchten, um im Kampf gegen feindliche Wesen bestehen zu können. Zum Anderen müsst Ihr Euch auf die Suche nach den verlorengegangene Schiffsteilen machen und dabei sitzt Euch ein knackiges Zeitlimit im Nacken. Zum einen habt Ihr insgesamt nur 30 Tageszyklen Zeit und zum anderen solltet Ihr bei Einbruch der Dunkelheit alle Pikmins in die sicheren Zwiebeln verfrachtet haben, denn jeden Abend startet das Raumschiff und alle zurückgebliebenen Pikmins werden gefressen. Wieder einmal beweist Miyamoto-San, dass er zu den besten Gamedesignern der Welt gehört. Mit "Pikmin" hat er ein Spiel geschaffen, das sich in keine Kategorie pressen lässt. Man muss das Spiel einfach erlebt haben, um die Faszination nachvollziehen zu können. Alle Freizeitdiktatoren werden an der willenlosen Gefolgschaft der Pikmins ihr helle Freude haben. Allerdings gehört auch dazu, dass man fast väterliche Gefühle für die kleinen Lebewesen entwickelt und um jeden Gefallenen trauert.

Autor: Dimi3000


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