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Die GameCube X-Redaktion distanziert sich von dem unten geschriebenen Text. Geschrieben: 10.11.2002
Vor rund zwei Monaten wurde von off. Seite bestätigt, daß Rare die Fronten gewechselt hat. Das Abkommen mit Microsoft hat den Softwaregigant eben mal 375 Millionen Dollar gekostet - der bisher größte Deal in der Geschichte der Videospiele. Daß sich diese Investition mehr als gelohnt hat zeigen nicht nur Toptitel jüngerer Jahre wie die \"N64-Klassiker\" Perfect Dark, GoldenEye 007 oder Banjo und Kazooie. Auch der erste und letzte Gamecube-Titel - Starfox Adventures - dessen Release für deutsche Spieler ja noch diesen Monat ansteht, dürfte wohl in die Geschichte eingehen. Rechtzeitig zur Veröffentlichung hierzulande, haben wir die englischsprachige NTSC-Variante bis zum „bitteren“ Ende gespielt. Da sich inhaltlich - bis auf die Sprache - nichts ändern wird, haben ich mich für die US-Version entschieden und für euch durchleuchtet.
Es gab nicht allzu viele Momente in meiner bisherigen Karriere als Videospieler, in denen ich diesen unwiderstehlichen Drang verspürte unbedingt den Abspann eines Spiels sehen zu wollen. Vor ein paar Jahren war da mal Resident Evil in der Originalversion oder Halo zum Xbox-Launch bei uns. Vor kurzem zählte auch Super Mario Sunshine zu den rühmlichen Außnahmen. Dann bekam ich Starfox Adventures in Hände und da war es wieder, dieses merkwürdige Gefühl...
Acht Jahre ist es her, dass das Starfox-Team um Fox McCloud den Weltraumtyrannen Andross besiegen und für das Lylat System wieder Frieden und Ordnung schaffen konnte. Eines schönen Tages jedoch bekommen unsere Helden von damals erneut den Auftrag, das Universum vor einem bösartigen Schurken namens General Scales zu retten. Dieser hat den Dinosaur Planet unterworfen und versucht sich dessen rätselhafte und magische Macht zu Nutze zu machen um so das Lylat System zu vernichten.
Der erste Versuch, einer jungen Füchsin namens Crystal, den Tyrannen aufzuhalten endet prompt mit ihrer Gefangennahme – und genau da kommen unser Held Fox McCloud und sein Starfox-Team ins Spiel...
Die Hauptaufgabe des Auftrags besteht darin Krystal wieder zu befreien und den Planeten zu retten. Leichter gesagt als getan, denn um den zerstückelten Planeten, dessen Einzelteile im All umherschwirren, wieder zusammen zufügen gilt es vier Ahnensteine sowie sechs Krazoa-Geister zu finden und an deren angestammten Orte zu platzieren.
Ihr startet eure Suche auf dem Kern des Dinosaur Planet, im Thorntail-Tal. Von dort aus erreicht ich alle weiteren, für den Verlauf der Geschichte, wichtigen Teile des Planeten. In guter alter Lylat Wars-Manier fliegt ihr nun im Arwing durch den Orbit. Durchfliegt ihr eine zuvor festgelegte Anzahl von goldenen Ringen, steht der Weg für die Ankunft frei. Die erste Aufgabe im Thorntail-Tal beschränkt sich auf das Finden des Zauberstabes, eine universell einsetzbare Waffe. Ihr benutzt den Staff (Name in der US-Version) nicht nur zum Kämpfen, sondern auch als Hebel oder um Schalter zu betätigen. Im weiteren Verlauf verbessert sich euer Kampfstab durch zahlreiche Upgrades. Mit der Zeit könnt ihr ihn also zum zuschlagen, schießen, katapultieren, Schalter betätigen, usw. benutzen. Die Steuerung fällt dabei sehr einfach aus. Jede Aktion des Staff wird mit der A-Taste bestätigt. Zuvor klickt ihr euch in ein Auswahlmenü per C-Stick. Dort sucht ihr euch die aktuell benötigte Funktion aus. Außerdem findet man dort alle aufgesammelten Gegenstände. Womit wir bei den Rätseln und Aufgaben von Fox angekommen wären. Die meiste Zeit zu Beginn des Abenteuers werdet ihr mit simplen Schalterrätseln nicht gerade gefordert. Ihr rennt also zu einem Schalter der in der nähe versteckt ist, betätigt diesen und lauft anschließend durch den dadurch geöffneten Gang. Auch Gegenstands-Rätsel a la Resident Evil fehlen nicht. D.h. hat man ein Item gefunden muß man es an den dafür bestimmten Ort bringen um eine Tür zu öffnen oder einen neuen Gegenstand zu erhalten. Später dann werden die Aufgaben komplexer. Da müsst ihr schon des öfteren euren Verstand einsetzen um Kisten richtig zu verschieben oder einen Weg überhaupt zu finden. Falls ihr an einer Stelle gar nicht mehr weiter kommt, steht Freund und Teamkollege Slippy immer mit hilfreichen Tipps und Ratschlägen zur Seite. Oft wird das Spielgeschehen leider etwas zu einfach, wenn Slippy mal wieder genau vorgibt was zu tun ist. Ihr bekommt im Pausenmenü außerdem noch eine übersichtliche Karte des Dinosaur Planet zu sehen, die euch Peppy präsentiert. Dort seht immer wo ihr euch befindet oder der nächste Auftrag wartet. Dann wäre da noch Prince Tricky, der Thronfolger des Earthwalker-Stamms, einer der beiden regierenden Dinorassen auf dem Planeten. Nach ein paar Stunden Spielzeit begegnet ihr ihm das erste mal quasi als Rettungseinsatz des jungen Dinos. Von da an weicht er nicht mehr von eurer Seite. Mit der Zeit stellt sich Tricky auch als unabdingbarer Weggefährte raus. Wie gesagt werden die Rätsel komplexer und mit den Fähigkeiten die unser kleiner Helfer nach und nach lernt, lassen sich die Aufgaben dann auch nur noch zu zweit lösen. Es gibt viele Schalter die hinter Gittern verschlossen sind. Um diese Gitter zu öffnen müsst ihr auf einen Schalter treten (auf dem Boden) und drauf stehen bleiben. Gebt Tricky den Befehl „Stay“ und er wartet auf dem Schalter stehend bis ihr ihn wieder ruft. So kommt er immer wieder zum Einsatz und begleitet euch mit seinen vielen Fähigkeiten tatkräftig bis zum Schluß.
Steuern könnt ihr aber nur Fox oder die Fahrzeuge bzw. Dinosaurier die Fox zur Fortbewegung nutzt. Er läuft und bewegt sich mit dem Control Stick. Der A-Button führt alle Aktionen aus, die B-Taste macht das, falls nötig, wieder rückgängig. Die X-Taste dient zur Rolle vorwärts um Gegner so besser auszuweichen. Mit dem C-Stick kommt ihr in das bereits erwähnte Menü. Die Kamera richtet sich automatisch aus. Normalerweise immer im vielzitierten Tomb Raider-Stil - also hinter unserem Helden. Sollte dies mal nicht der Fall, reicht ein Klick auf die Schultertaste links und der Blick richtet sich wieder nach vorne. Zu guter Letzt bleibt noch der R-Button. Drücket ihr diesen wehrt ihr alle Angriffe euer Gegner ab. Egal wie groß diese auch sein mögen. Um euch Sprünge über Abhänge und Felsschluchten aber auch das Kämpfen zu erleichtern, wurde wie beim offensichtlichen Vorbild (die Zelda-Games des N64) eine Automatik eingebaut. Zückt ihr also die Waffe wenn ein Gegner angreift, schaltet die Kamera in einen Lock on-Modus und ihr braucht euch nur um einen zu kümmern. Falls mehrere angreifen, stellen die restlichen sich sozusagen hinten an. Bei Sprüngen über Abgründe wie auch beim hochklettern auf Vorsprünge oder aus dem Wasser raus braucht ihr Fox nur in die passende Richtung zu lenken und er führt alle Aktionen ohne weiteren Tastendruck aus.
Der Planet ist riesig und es gibt sehr viel zu erkunden... Allein schon der Ausgangspunkt Thorntail-Tal ist an Umfang kaum zu überbieten. Um nur diesen Bereich komplett abzulaufen, braucht ihr sicher einige Minuten. Was dem tapferen Spieler da an Detailreichtum und Grafikpracht präsentiert wird, schlägt sicher alle anderen Action-Adventures um Längen. Euch begegnen Levels mit grünen Landschaften und blauem Himmel. Überall stehen Dinos herum die alle ansprechbar sind und sogar den einen oder anderen Tipp preisgeben. Die Bäume und Gräser wiegen sich im Wind. Fische sind in Bächen und Flüssen zu sehen. Zu der detaillierten und wunderschönen Dinowelt gesellen sich eindrucksvolle und realistische Licht-, Schatten-und Wassereffekte. Auch das Wetter und die Tageszeiten ändern sich. So kann es schon mal vorkommen dass ihr nachts einen sternenklaren Himmel zu bewundern bekommt während dann das Wetter tagsüber in einen regnerischen Sturm umschlägt. Im Laufe des Spiels verschlägt es euch an so ziemlich jede Ecke des Planeten. Ihr bekommt grafisch beeindruckende 3D-Landschaften zu Gesicht - von grünen Wäldern über verschneite Täler und eisige Berge, einem Sumpfgebiet, Buchten bis hin zu feurigen Minen oder öden Mond- und Mars-ähnlichen Gegenden des Planeten. Alle Teile die ihr im Laufe des linearen Abenteuers bewundern dürft, werden auch von unterschiedlichen Dinostämmen bewohnt. Da wären die bereits angesprochenen Earthwalker, die Thorntails (Pflanzenfresser), Lightfoots (Zweibeiner), Snowhorns (Mammuts), Cloudrunners (fliegende Dinos) und der Redeye Tribe (T-Rex).
Alle Tribes stellen euch vor immer neue Rätsel in ihren Gebieten und sprechen auch mit Fox, sobald ihr auf sie zugeht. Genauso beeindruckend wie die Grafikpracht von Starfox Adventures ist, genauso großartig klingen Sound, Soundeffekte und Sprachausgabe der Charaktere. Jeder Einzelne hat seine individuelle und unverkennbare Stimme spendiert bekommen. Wie gewohnt klingen die Kommentare der englischen Sprecher sehr glaubwürdig. Der filmreife Soundtrack macht das erste und letzte Gamecube-Abenteuer (seitens Rare) von Fox McCloud und seinem Starfox-Team zu einem fantastischen Erlebnis dass ich nicht mehr missen möchte. So wie man euch die Augen verwöhnt, so verwöhnt Rare auch eurer Gehör. Jeder Abschnitt des Planeten wurde mit dem passenden Song unterlegt. Somit wirkt das ganze Abenteuer noch lebendiger, glaubhafter und epischer als viele andere vorher.
Fazit: Starfox Adventures ist das bislang beste Gamecube-Spiel das ich gespielt habe. Eine Wahnsinns-Story, phänomenale Grafik wie Sound plus grandiose Zwischensequenzen lassen dieses Meisterwerk realistisch und glaubhaft rüberkommen. Selbst kleine Ruckler bei den kurzen Ladezeiten der riesigen Areale können diese tolle Atmosphäre nicht trüben. Resident Evil und Mario Sunshine als Genrekonkurrenten (Action Adventures) werden auf die hinteren Plätze verwiesen. Wer`s noch nicht getan hat, sollte sofort zuschlagen. Kaufpflicht!!
Grafik: 93%
Sound: 90%
Spielspass: 95%
Gesamt: 93%
Autor: Heiko Stang
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